„111 Engel für Dülken“ schenkt Senioren ein Lächeln und etwas Freude

In der Dülkener Geschäftsstelle der Volksbank wird in diesem Jahr ein besonderer Wunschbaum die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nicht Kinder haben hier dann ihre Wünsche in die Welt getragen, sondern Senioren. Die Aktion „111 Engel für Dülken“ hatte die Idee für Menschen mit kleiner Rente, körperlichen Beeinträchtigungen oder Einsamkeit.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Senioren-Wunschkarten werden in diesem Jahr an dem geschmückten Weihnachtsbaum in der Dülkener Volksbank am Neumarkt wehen und auf 111 Engel warten. Angelehnt an die Weihnachtswunschbäume für Kinder, die bereits seit vielen Jahren in ganz Deutschland aufgestellt werden, plante Josef Heinemann, der Vorsitzende der gemeinnützigen Stiftung Theresienheim, nun einen Wunschbaum der anderen Art. Schließlich leben auch in der Region Niederrhein nicht nur Kinder, unter deren Weihnachtsbaum, wenn es diesen denn überhaupt gibt, keine Geschenke warten. Ebenfalls Senioren sind immer häufiger von einer Altersarmut betroffen und so stand bereits 2018 über dem Seniorenbericht des Landesinstitutes IT NRW „Alt, arm und allein“, denn bei der letzten Erhebung zwei Jahre zuvor lebte jeder siebte NRW-Rentner mit einem Einkommen unterhalb der Armutsschwelle – das gestiegene Armutsrisiko in NRW ist vor Ort angekommen.

Deshalb warten an dem Senioren-Wunschbaum 111 Wünsche von Dülkener und Boisheimer Senioren. Auf der Rückseite der Karte ist der Ablauf erklärt. Aufgestellt wird der Baum am 25. November, dann haben großzügige Engel die Möglichkeit bis zum 6. Dezember einen Wunsch zu pflücken und können bis zum 13. Dezember die Karte und das Geschenk im Dülken-Büro abgeben. Ob mit Namen oder anonym – beides ist möglich. Doch nicht nur Sachspenden werden die Wünsche enthalten, auch Zeitgeschenke werden zwischen den Tannenzweigen zu finden sein.

Mit seiner Idee wandte sich Josef Heinemann an Andreas Goßen, den Leiter des Dülken-Büros. Die Idee überzeugte von der ersten Sekunde an. Gemeinsam mit der engagierten Dülkenerin Cony Ringendahl wurden dem Konzept die letzten Feinheiten gegeben und Clemens Roosen, den Geschäftsstellenleiter der Viersener Volksbank am Neumarkt gewonnen. Bei Erfolg soll der Senioren-Wunschbaum auch im nächsten Jahr fortgeführt werden.

Damit allerdings der Baum mit Wünschen gefüllt werden kann, müssen zunächst die Wünsche gefunden werden. Vom 11. bis zum 22. November können sich Senioren mit ihren Wünschen im Dülken Büro an der Lange Straße oder im Café Robin Hood am Alter Markt melden. Dabei ist zu beachten, dass der Senior im Bereich der Postleitzahl 41751, also Dülken oder Boisheim, beheimatet, mindestens 60 Jahre alt und bedürftig ist. Ein Beweis für die Bedürftigkeit muss nicht erbracht werden, hier zählt das Vertrauen und in Einzelfällen sind auch Wünsche von jüngeren Senioren möglich die zu den angesprochenen Menschen, mit kleiner Rente, körperlicher Behinderung oder von Einsamkeit bedroht, gehören. Wer nicht die Möglichkeit hat selber vorzusprechen, kann einen Vertreter schicken oder seine Betreuung um Hilfe bitten.
Die Wünsche, die einen maximalen Wert von 25 Euro haben sollen, landen dann auf den Engelkarten. Möglich ist dazu ein Zeitwunsch für einen Spaziergang oder ein Gespräch, weshalb hier dann auch eine Telefonnummer benötigt wird, damit Engel und Wunschgeber ihre Zeit miteinander finden können.
Eine weitere Besonderheit ist zudem, dass nicht bis zum Heiligen Abend gewartet werden muss, denn die Bescherung erfolgt bereits vom 16. bis 18. Dezember in der Zeit von 10:00 bis 13:00 Uhr und von 15:00 bis 17:00 Uhr im Dülken-Büro, wo die Geschenke abgeholt werden können. (nb)