116 Jahre im „Kampf gegen Griesgram und Meckertum“

Den Sitzungskarneval der Gesamtstadt beendete die Ki Ka Kai a mit ihrer beliebten Galasitzung, die zwar mittlerweile in die Brüggener Burggemeindehalle gezogen ist, aber das hielt die Karnevalisten aus der ganzen Region nicht ab die unterhaltsamen Stunden gemeinsam zu verbringen.

Viersen-Boisheim – „116 Jahre befindet sich die Ki Ka Kai a mit ihren Tollitäten bereits im Kampf gegen Griesgram und Meckertum, und das sehr erfolgreich. Stets gute Laune und viel Freude sind hier zu finden“, besser ist es fast nicht zu schreiben, doch dieser Text stammt von Leo Dilikrath, dem Ehrensenator der Ki Ka Kai a. Ein Jubiläumslogo, welches an alte Traditionen anknüpft und doch modern wirkt, Geburtstage von Prinz und Prinzessin und sogar eine närrisches Zahl in den Jahren ihrer Ehe, die Gesellschaft hat eine besondere Session gefeiert. „Was Marko mit seinem Team der Ki Ka Kai a geschaffen hat, ist mehr als nur ein neuer Stil. Mit ihrem Einsatz ist die Einführung der menschlichen Existenz in das Reich des Karnevals eingezogen, einen Ausgleich zu finden, wo Jung und Alt sich in allen Formen etablieren können.“ Vielleicht ist die Gesellschaft deshalb so beliebt, die traditionsreich gerne die Veranstaltungen anderer Karnevalsvereine in den Nachbarstädten besucht.

Als nun die Gesellschaft ihren diesjährigen Galaabend feierte waren sie alle dabei und jubelten dem Boisheimer Prinzenpaar zu, das gemeinsam mit der Kindertanzgarde sichtbar den Einzug genoss. Ihnen schlossen sich die Prinzenpaare an, die den Abend in Brüggen und nicht in der Mispelstadt verbrachten. Das erste Highlight des Abends kam aus Paderborn. Pia Golüke, gerade neun Jahre alt und bekannt aus „The Voice Kids“, brachte auch ihre Eltern mit und so war schnell klar woher ihr Talent stammt, denn ihr Vater stellt seine gesanglichen Qualitäten unter anderem bei den Revueaufführungen des Schlosstheaters Fürstenberg in der Nähe von Höxter unter Beweis.

Anstrengend für die Lachmuskeln wurde es mit Toni Farello, der mit seinem Einrad atemberaubend über die Bühne rollte, während die ulkige Frau Schmidt mit drolliger Miene hinterher eilte. Das ungleiche Paar servierte herrlich temporeiche und humorvolle Darbietungen auf höchstem Niveau. Schnell, witzig und energiegeladen erklomm das vielfach international preisgekrönte Duo Treppenstufen mit dem Einrad, sprang waghalsig auf dem Trampolin herum und radelte zweistöckig über die Bühne, bevor es dann musikalisch mit der 2001 gegründeten Coverband „Sang und Klanglos“ weiterging. Als Liebhaber kölscher Musik hatten sie genau diese im Repertoire und ebneten den Weg für die große Ki Ka Kai a-Garde, die mit ihrem Tanz begeisterte.

Herr Schmitt brachte eine unterhaltsame Büttenrede aus Köln mit und war an diesem Abend der letzte Redner auf der Bühne, die nach ihm von dem Tanzkorps der Roten Husaren aus Neuenkirchen geflutet wurde. Passend zur Farbe der gastgebenden Gesellschaft brachte die 1966 gegründete Gesellschaft, die bei den Deutschen Meisterschaften brillierte, den Gardetanz nach Brüggen, bevor dann aus dem benachbarten Krefeld die Oedingsche Jonges angereist waren. Seit 1993 gibt es die Band, wenngleich nicht mehr in der ursprünglichen Formation. Heute besteht die Party- und Stimmungsband aus sechs Musikern. Allerdings sind die Oedingsche Jonges keine reine Karnevalsband, sondern auch außerhalb der 5. Jahreszeit viel unterwegs. Sie beendeten für die Ki Ka Kai a den großartigen Abend mit kölschen Liedern, bei denen keiner mehr still auf den Sitzen verbleiben konnte. (cs)

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