140 Erzieherinnen und Erzieher auf dem Weg zu neuen Räumen in der Offenen Arbeit

„Der Raum als dritter Erzieher“ heißt es im reformpädagogischen Ansatz der Reggio-Pädagogik. 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Horizonte Kitas aus Viersen, Kempen und Krefeld/Meerbusch setzten sich an ihrem ersten Mitarbeitertag im Hugo-Junkers-Hangar in Mönchengladbach intensiv mit dem Thema Raumgestaltung in der Offenen Kindergartenarbeit auseinander.

Foto: Horizonte GmbH

Region – Unterstützung erhielten sie hierbei von der Expertin Angelika von der Beek, die ihr Hamburger Raumgestaltungskonzept vorstellte.
Räume flexibel und anders denken als im üblichen Kindergartenalltag war Thema des Mitarbeitertages der Horizonte GmbH. Wie kann die Gestaltung eines Raumes die Entwicklung unserer Kinder in der Offenen Arbeit positiv fördern? Welche Räume brauchen wir dafür in unserer Kita? Und wie muss ein solcher Raum aussehen? Kann ich mich in einem solchen Raum auch mit meinem pädagogischen Auftrag wiederfinden?

Viele Fragen und auch eine gehörige Portion Neugier brachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Trägers für katholische Kindertageseinrichtungen zu ihrem ersten Mitarbeitertag in den Hugo-Junkers-Hangar nach Mönchengladbach mit. Bei strahlendem Sonnenschein versprach es, ein verheißungsvoller Tag zu werden.

„In der Fachöffentlichkeit ist die Offene Arbeit zunehmend ein Thema, weil sie von Trägern und Kita-Teams, oft ambivalent, aber zur Kenntnis genommen und an vielen Stellen ausprobiert wird. Dieses Innovationsinteresse der PraktikerInnen gilt es anzuerkennen und dadurch zu unterstützen, dass ihnen vielfältige Möglichkeiten des Nachdenkens über ihre Praxis geboten werden.“, referierte Frau von der Beek in ihrem Vortrag vor den 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Und dieses Innovationsinteresse war in den zwei folgenden Workshops deutlich zu spüren.

In den ersten, gemischten Arbeitsgruppen am Vormittag tauschten sich die Erzieherinnen und Erzieher allgemein über ihre unterschiedlichen Erfahrungen in der Offenen Arbeit aus. Kreativ wurde es dann in den zweiten Arbeitsgruppen nach der Mittagspause: Die Aufgabe war einen imaginären Raum der offenen Arbeit zu gestalten. Hier konnten die Fachleute ihren Ideen und ihrem Know How freien Lauf lassen. Es wurde geplant, gemalt, gebastelt und geklebt. Und die Ergebnisse, die sie im Plenum präsentierten, waren beeindruckend. Man spürte bei allen Gruppen den Willen und das Können, neue pädagogische Wege zu gehen.

„Es war ein toller Tag und eine sehr gute Stimmung! Wir haben einen intensiven Austausch gehabt und viele neue Ideen entwickelt.“, resümierte die Geschäftsführerin Hildegard Trosky-Michalek zum Abschluss der Veranstaltung. Zwar konnten längst nicht alle Fragen an diesem einen Tag geklärt werden und viele neue kamen dazu, aber dass macht nichts: „Wir werden ab jetzt jedes Jahr einen Mitarbeitertag machen!“ versprach Frau Trosky-Michalek. Und alle stimmten dem mit großem Beifall zu.

Am späten Nachmittag endete der fachliche Teil und der gemütliche Austausch begann. Die „Tante Ju“, die groß und silberglänzend im Hangar steht, wurde von innen besichtigt. Das ausgefallene Buffet mit Köstlichkeiten wie „Pulled Turkey Burgern“ und Currywurst „Kette und Schuss“ ließen sich alle schmecken und das traumhafte Wetter lud zu einem gemütlichen Plausch auf der Terrasse ein. Ein rundum gelungener Tag endete und wir freuen uns auf unseren nächsten Mitarbeitertag.

Die Kitas der Horizonte GmbH haben sich schon vor einiger Zeit auf den Weg gemacht, die Offene Arbeit in den Einrichtungen zu etablieren. Ziel der Offenen Arbeit ist es, dass sich die Kita allen Kindern öffnet und ihre individuellen Bedürfnisse und ihren Entwicklungsstand im Blick hat. Statt starre Programme und Pläne abzuarbeiten, wird auf die auf die unterschiedlichen Lebensumstände der Kinder und Familien mit differenzierter Arbeit reagiert und das Selbstbestimmungsrecht der Kinder gestärkt. (vgl. Lill, Gerlinde; Was Sie schon immer über offene Arbeit wissen wollten…; S. 9 ff.; Weimar, Berlin 2012). Kern der Offenen Arbeit ist das aufmerksame Beobachten kindlichen Tuns und die innere und äußere Möglichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, flexibel und pädagogisch sinnvoll auf sie reagieren zu können.

Der nach Außen offensichtlichste Aspekt der Offene Arbeit ist die flexible Gestaltung der Gruppenräume und die gemeinsame Nutzung von materiellen und personellen Ressourcen. Das Bedürfnis der Kinder nach Bewegung ist elementar und kann beispielsweise in Bewegungsräumen mit speziellen Angeboten begegnet werden. Auch für naturwissenschaftlichen Experimenten oder Rollenspiel finden die Kinder entsprechenden Räume, Materialien und fachlich versierten Erzieherinnen, die sie begleiten und fördern.

Es gibt nicht „die eine“ Offene Arbeit, sondern es ist ein Prozess der Öffnung und Flexibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der räumlichen Strukturen, der immer weiter optimiert werden muss. Und in diesem Prozess befinden sich die Kitas der Horizonte GmbH. Das Tempo der Umsetzung bestimmen die Einrichtungen selbst.