330 Euro weniger pro Monat: Frauen beim Einkommen stark benachteiligt

Sie haben genauso lange Arbeitszeiten, sind beim Einkommen aber klar im Nachteil: Im Kreis Viersen verdienen Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, aktuell rund 330 Euro und damit zehn Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Darauf macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten aufmerksam.

Kreis Viersen – Die NGG beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt der durchschnittliche Verdienst von Beschäftigten mit voller Stundenzahl im Kreis Viersen derzeit bei 3.097 Euro im Monat. Während Männer durchschnittlich 3.190 Euro verdienen, kommen Frauen auf lediglich 2.860 Euro im Monat.

„Die Zahlen zeigen, dass es bis zu einer echten Lohngerechtigkeit noch ein weiter Weg ist. Im Verkauf einer Bäckerei oder an der Rezeption eines Hotels – also bei Tätigkeiten, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden – sind die Einkommensunterschiede besonders groß“, sagt Karim Peters, Geschäftsführer der NGG-Region Krefeld-Neuss. Das habe auch damit zu tun, dass sich Fleischereien, Bäckereien, Hotels und Gaststätten häufig nicht an Tarifverträge hielten – und viele Frauen in niedrigeren Positionen mit geringeren Löhnen abspeisten.

Hinzu komme, dass Frauen überdurchschnittlich oft in Teilzeit- und Minijobs arbeiteten. „Solche Stellen erschweren nicht nur den beruflichen Aufstieg, sie sind meistens auch deutlich schlechter bezahlt als Vollzeitarbeitsplätze. Deshalb dürfte der tatsächliche Gender-Pay-Gap, also die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern, im Kreis Viersen deutlich über zehn Prozent liegen“, betont Peters.

Die nächste Bundesregierung müsse zusätzliche gesetzliche Leitplanken für mehr Lohngerechtigkeit schaffen, fordert die NGG. Dazu gehörten ein verbindlicher Anspruch auf gleiches Geld für gleiche Arbeit und eine strukturelle Reform der Minijobs. Außerdem solle das Ehegattensplitting abgeschafft werden. „Das aktuelle Steuersystem führt dazu, dass in vielen Partnerschaften das Modell des männlichen Hauptverdieners bestehen bleibt. Wegen hoher Abzüge in der Steuerklasse 5 arbeiten Frauen oft nur wenige Wochenstunden. Im Fall einer Trennung stehen sie dann aber vor enormen finanziellen Schwierigkeiten“, so Peters. Nach einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) könnte die Aufhebung des Ehegattensplittings bis zu 500.000 zusätzliche Vollzeitstellen schaffen – vor allem für Frauen. (opm/paz)

Ein Job, zwei Löhne: Noch immer ist die Bezahlung zwischen Männern und Frauen unterschiedlich hoch.
Das kritisiert die Gewerkschaft NGG – und fordert mehr Anstrengungen für die Gleichberechtigung im Arbeitsleben.
Foto: NGG | Alireza Khalili

2 Kommentare

  1. Frauen werden hier schlimmer wie im Mittelalter behandelt, obwohl ohne Sie keine Zukunft Perspektiven mehr währen. Das wertvolle Geschlecht müsste besser gestellt werden, denn wenn eine Frau nicht mehr geschätzt wird obwohl Sie die Familie meist zusammen hält, sollte Sie eine gerechte Entlohnung bekommen. Bezahlen kann meine eine Frau nie, denn Sie hat meist 2 Jobs. Wir sollten Gott danken das wir das weibliche Geschlecht haben. Stets soll man auf Ihr stolz sein. Aber viele verkennen es.

  2. Solange es in Deutschland Regierungsparteien gibt, die nur den Blick auf Wirtschaft, Lobbyismus und eigene Taschen richten, wird es keine Veränderung geben.

    Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, unabhänging vom Geschlecht, unabhängig ob Stammbelegschaft oder Leiharbeitnehmer, sind die einzig faire Lösung.

    Dazu reichen aber keine Gesetze, denn Papier ist bekanntlich geduldig. Hier muss strenge Kontrolle her und bei Zuwiderhandlung verlangt es nach saftigen Strafen.

    Frauen und Leiharbeitnehmer dürfen nicht billiger sein als Männer oder Stammbelegschaft.

    Ehegattensplitting gehört ersatzlos in die Tonne. Stattdessen echte Familienförderung.

    Die Definition Familie muss klarer sein. Ehe ist nicht gleich Familie!
    Lebensgemeinschaften, in denen Kinder leben sind Familien. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob allein erziehend, gleichgeschlechtlich, verheiratet, unverheiratet, adoptiert oder Pflege.

    All diese Konstellationen müssen als Familie definiert werden und verdienen besonderen Schutz und steuerliche Vergünstigung.

    Eine Partnerschaft / Lebensgemeinschaft ohne Kinder benötigt keine steuerlichen Vergünstigungen.

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