35 Jahre stets zur Stelle: Rahser Sappeure feiern Jubiläum

Mehrfach stellte der Sappeur-Corps Viersen-Rahser den Bruderschaftskönig. Immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird, führt die Gruppe ein reges Vereinsleben. Ihre Feste sind zu einem festen Bestandteil im Terminplan der Bruderschaft geworden.

Viersen-Rahser – Als Fritz Häming im Jahre 1982 eine Gruppierung gründete, die von ihrer Form nur im Düsseldorfer und Neusser Raum bekannt war, ging ein Raunen durch die Bruderschaft. Gläserbürsten kannte man nur in der Spüle einer Theke, aber als Kopfschmuck auf einem Tschako, einem Beil statt einem Gewehr und blaue Uniform, statt grün war eine revolutionäre Entscheidung.

Diese Gruppierung ist nun ein Aushängeschild in der St. Notburga-Schützenbruderschaft. Wo immer man mit Muskelkraft gebraucht wird, die Sappeure stehen sofort bereit. Daher ist die Bruderschaft stolz auf ihre Truppe, die natürlich das gesellige Dasein und das familiäre Miteinander in den Vordergrund des jährlichen Treibens stellt. Schützenfest, Gruppenkönigsschiessen und das traditionelle Grillen um den 1. Mai sind die Höhepunkte im Schützenjahr, aber die vielen Treffen untereinander machen deutlich, dass hier die Freunde nicht auf der Strecke bleiben. Hier hilft man sich gegenseitig und versucht das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Die Zahl der aktiven Mitglieder beläuft sich zurzeit auf die eher närrische Zahl elf, daneben stehen jedoch zudem die passiven Mitglieder immer zur Seite, die fest in das Vereinsleben mit eingebunden sind. Neue Mitglieder sind zudem gerne gesehen, um sich der 35-jährigen Historie anzuschließen, die mit vielen bekannten Viersener Persönlichkeiten verbunden ist. Reinschnuppern lohnt sich hier auf jeden Fall, Ansprechpartner für Interessierte ist der Major der Sappeure Fritz Häming, Sittarder Straße 93, 41748 Viersen, Telefon: 02162/23996, Mail: M.Haeming@gmx.de.

Wenn auch nicht in Viersen, reicht die Geschichte der Sappeure zurück bis in das 18. und 19. Jahrhundert. Schon damals waren sie immer hilfreich zur Stelle. Der Lageraufbau, das Fällen von Bäumen, der Bau von Annäherungsgräben oder die Beseitigung von Hindernissen – sie bereiteten der nachrückenden Infanterie den Weg, marschierten stets an der Spitze der Truppe. Auf ihrer Bärenfellmütze prangte damals wie heute der Pützer, eine Art Bürste aus Federn (heute aus Kunststoffasern). Immer dabei trugen sie eine langstielige Zimmermannsaxt. Ebenfalls die Farbe der Uniform ist geblieben: Das Königsblau sticht bei jedem Schützenfest heraus und ist seit 35 Jahren eine Zier in der Rahser Bruderschaft.

Foto: Sappeur-Corps Viersen-Rahser