Bei der Historischen KG von 1883 Ruet-Wiss-Okerke, Burggrafengesellschaft, ist es schon immer so gewesen, (1. Burggraf Franz Otten 1969), dass der neue Burggraf bzw. Burggräfin der Presse im Burgturm zu Odenkirchen vor der beginnenden Session vorgestellt wird.

Mönchengladbach – Helmut Deden, Präsident und Vorsitzender der Gesellschaft, begrüßte die anwesenden Gäste, ganz besonders aber die Burggrafen mit ihrem Sprecher Hermann-Josef Krahwinkel, Petra Heinen-Dauber, Horst Imdahl, Dietmar Wirt, Wilfried Günter, Günther Pilz, Bernd Thiel und Kurt Beaujean.

Wie in jedem Jahr haben sich die Burggrafen und der Vorstand mit großer Sorgfalt und Mühe an die Auswahl des Burggrafen gemacht und dabei strenge Maßstäbe angelegt. Burggraf kann nur werden, wer besondere Verdienste um die Stadt Mönchengladbach und insbesondere um den Stadtteil Odenkirchen, Verdienste bei der Förderung und Erhaltung des heimatlichen Brauchtums und natürlich ganz besonders auch Verdienste um die KG Ruet-Wiss Okerke erworben hat.

Diese Kriterien wurden ernst genommen und so kam man schnell auf Annette Zimmermann. Sie ist ein „Okerker Mädche“ und in ganz Odenkirchen bekannt. Sie ist tief mit dem Stadtteil verwurzelt, viele kennen sie persönlich, schätzen ihr Engagement für Odenkirchen und schätzen ihren Rat und ihre Expertise nicht zuletzt auch in ihrem Job.

Geboren wurde sie in Rheydt, groß geworden aber in Odenkirchen. Sie machte ihr Abitur am dortigen Gymnasium und studierte anschließend Pharmazie in Berlin. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete sie bei verschiedenen Apotheken, bevor sie Anfang 2005 die elterliche Stadt-Apotheke übernahm. Ihr blieb wohl nichts anderes übrig, denn ihr Vater wollte als passionierter Segler mit seiner Frau einmal die Welt umsegeln, was dann auch nur sechs Jahre dauerte.

Annette Zimmermann ist mit Martin, der auch erfolgreich im Männerballett von Ruet-Wiss Okerke mitgetanzt hatte, verheiratet und hat drei Töchter. Als Vorsitzende des Gewerbekreises Odenkirchen sorgt sie mit dafür, dass Odenkirchen schöner wird. Sie bringt sich aktiv ein und engagiert sich, wenn es um die Weihnachtsbeleuchtung des Zentrums geht oder um die Neugestaltung des Martin-Luther-Platzes.

Mit dem Lichterabend hat sie ein Event geschaffen, das Gewerbe und Bürger des Stadtteils zusammenbringt. Auch im Kirchenvorstand der Pfarre St. Michael ist sie immer da, wenn eine helfende Hand oder Sachverstand gebraucht wird.

Karnevalistisch brauchte sie aber eine gewisse Anlaufzeit. Sie hat zwar auch früher schon gerne Karneval gefeiert, sich aber noch nicht aktiv in die Gesellschaft eingebracht. Das hat sich dann am 11.11.2011 geändert, als sie an diesem Tag in die Gesellschaft eintrat. Sie wurde Ehrensenatorin und wird die zukünftige Burggräfin sein (4. Frau).

Damit gibt es ein Novum bei den Burggrafen: erstmals sind mit Dr. Markus Hardenack, dem 48. Burggrafen, und Annette, seiner Schwägerin, zwei Burggrafen in einer Familie.

Wann immer Ruet-Wiss feiert ist sie dabei und am Veedels- und Veilchendienstagszug nimmt sie immer mit viel Spaß teil, weil es einfach so schön ist.

Bei diesem Engagement für das karnevalistische Brauchtum und für Ruet-Wiss war es klar, dass sie die Kriterien für die 51. Burggräfin mehr als erfüllte.

Als ihr dieses Amt durch den Burggrafensprecher Hermann Josef Krahwinkel und Helmut Deden angetragen wurde, hat sie spontan zugesagt. Damit ist klar, dass sie am 11. Januar 2020 in den karnevalistischen Adelsstand von Odenkirchen erhoben wird. Durch sie wird die Frauenquote bei den Burggrafen deutlich erhöht und der Altersdurchschnitt gesenkt werden.

Helmut Deden, Annette Zimmermann, Hermann Josef Krahwinkel. Vorne: Tanzmariechen Anna.

Annette Zimmermann dankte für die Worte. Als man sie bat dieses Amt zu übernehmen, hat sie sich sehr gefreut und fühlte sich auch geehrt, mit dieser besonderen Auszeichnung in den erlauchten Kreis aufgenommen zu werden.

Odenkirchen liegt ihr sehr am Herzen. Hier hat sie eine wunderschöne Kindheit verbracht und für sie ist das ein lebendiger Stadtteil. Alle Bürger dieses Stadtteils ziehen an einem Strang und sie ist stolz auf das schöne Centrum. Auch wenn sie erst spät zu Ruet-Wiss hinzugekommen ist, freut sie sich jedes Jahr auf die Umzüge. Das ist für sie immer eine feine Sache.

Deden beendete den offiziellen Teil mit seinem Dank an Hillu Heffels und Michael Wagner für das Catering und wünschte den Anwesenden noch einen schönen Abend bei guten Gesprächen.              (Text: Marlene Katz)