In Syke lockt das Forum Gesseler Goldhort mit einem der größten mitteleuropäischen Goldfunde der Bronzezeit

Ein neuer Platz für einen sehr alten Schatz: Der Gesseler Goldhort ist einer der größten mitteleuropäische Goldfunde der Bronzezeit und gilt als archäologische Sensation. Seinen Namen verdankt er seinem Fundort im gleichnamigen Ortsteil von Syke. Die 117 Einzelstücke bilden nun das Herzstück einer umfangreichen Ausstellung im Museumsneubau.

Syke/Niedersachsen – Besucher*innen können dort bis Ende März 2021 den vollständigen Original-Schatz sehen. Ab April 2021 bleiben drei wechselnde Originalstücke zusammen mit hochwertigen Repliken als Dauerleihgabe in Syke.

Die besondere Architektur des neuen Museums erlaubt es, den Schatz auf besondere Weise in Szene zu setzen: Über dem Ausstellungsraum erhebt sich eine zwölf Meter hohe pyramidale Decke, die sich in ein Oberlicht öffnet. Direkt unter dem Oberlicht ist die Vitrine des Goldhorts positioniert. „Der Gesseler Goldhort strahlt in seiner Bedeutung weit über den Landkreis hinaus. Uns ist es daher wichtig, sowohl mit dem Museumsgebäude selbst als auch durch die Inhalte der Ausstellung einen neuen Akzent für unsere Region zu setzen“, so Landrat Cord Bockhop.

Der Museumsanbau wurde vom Büro Freitag Hartmann Architekten aus Berlin entworfen. Die Bauleitung wurde vom Architektenbüro Jürgen Schlake aus Syke übernommen. Archäologe Herwig Kenzler hat die Ausstellung konzipiert und kuratiert. Die Ausstellungsgestaltung erfolgte durch neo.studio neumann schneider architekten aus Berlin.

Die Ausgrabung des prähistorischen Schatzes im April 2011 ermöglichte Expert*innen unerwartete Einsichten etwa zur Entwicklungsgeschichte Norddeutschlands, zur Bronzezeit im Landkreis Diepholz und zu weltweiten Handelswegen lange vor der Globalisierung. Dafür benutzten die Archäolog*innen modernste Ausgrabungstechniken. Dieses Wissen erschließen sich Besucher*innen des Forums Gesseler Goldhort interaktiv in verschiedenen Themenwelten. Ein zentrales Element der Ausstellung ist das Mitmach-Labor im Erdgeschoss des Museumsneubaus. An sechs professionell ausgestatteten Labortischen lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie archäologisch geforscht, dokumentiert und restauriert wird. „Wir möchten den Besucher*innen nicht nur die historischen Dimensionen des Goldfundes nahebringen, sondern auch Bezüge zu unserer Gegenwart verdeutlichen“, so Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding zum Ausstellungskonzept. Am Eröffnungswochenende steht die Ausstellung vorrangig den Menschen aus der Region offen (entsprechende Infektionsschutzmaßnahmen finden sich auf der Website www.forum-gesseler-goldhort.de).

Foto: Kreismuseum Syke/Mareike Rein