600 Jahre St. Vitus-Laurentius Bruderschaft Mönchengladbach

Die St. Vitus-Laurentius Schützenbruderschaft Mönchengladbach-Stadtmitte blickt in diesem Jahr auf ihr 600jähriges Bestehen zurück. Das Jubiläum wird mit einem viertägigen Fest vom 15. bis 18.September 2022 gefeiert.

Text: Eva Weingärtner / Fotos: Bruderschaft

Mönchengladbach – „Wir begehen die 600 Jahr-Feier und damit die Gründung im Jahr 1442 und erinnern uns so an die lange wechselvolle Geschichte“, sagt Eberhard Boekers, Präsident der St. Vitus-Laurentius Bruderschaft Mönchengladbach-Stadtmitte.

Eigentlich sei die St. Vitus-Laurentius Bruderschaft Mönchengladbach Stadtmitte ein Zusammenschluss aus drei ehemals eigenständigen Bruderschaften – der St. Vitus Männerbruderschaft, der St. Laurentius Junggesellenbruderschaft und der St. Josef Pfarrbruderschaft 1871 Mönchengladbach-Hermges.

Während wenig über die Laurentiusbruderschaft bekannt sei, fänden sich für die St. Vitusbruderschaft viele historische Belege, so Archivar und Vizepräsident Willi Kempers. „Erstmals wird sie in einer Urkunde aus dem Jahre 1475 erwähnt.“ Vermutet werde jedoch trotz fehlender Gründungsurkunde, dass die Gründung im Jahr 1422 erfolgte. Der Name St. Vitusbruderschaft fällt in Aufzeichnungen aus den Jahren 1506, 1605 und 1809. Aus Schriften geht hervor, dass die Vitusbruderschaft 1867 den neuen Hochaltar für die Münsterkirche stiftete.

„Vom 1. bis zum 3. Juli 1922 beging die Bruderschaft das 500jährige Bestehen mit einem Festzug, an dem sich laut dem Festbuch 27 Bruderschaften beteiligten“, er-zählt Boekers. Für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg fänden sich viele Belege. So fand beispielsweise die erste Generalversammlung nach dem Krieg am 10. April 1949 statt. Als Tag des Vogelschusses wurde der 15. Mai 1949 festgelegt.

Belegt ist, dass bereits ab dem Jahr 1955 die Beteiligung älterer Mitglieder an Veranstaltungen nicht groß war, so dass es Überlegungen gab, die Aufzüge fallen zu lassen. Dennoch fanden 1956 und 1958 Vogelschuss und Kirmesfeierlichkeiten statt. Ein Jahr später gab es keine Prunkfeierlichkeiten mehr. Die Generalversammlungen und eine Beteiligung an der Fronleichnamsprozession wurden jedoch beibehalten.

Der Versuch im Jahr 1961 junge Leute für die Mitarbeit zu gewinnen scheiterte, so dass aufgrund der geringen Mitgliederzahl bei der Mitgliederversammlung am 15. April 1962 der Schützenkönig sowie seine Minister gewählt statt durch Vogelschuss ermittelt wurden. Aufgrund eines knappen Kassenstandes gab es auch keinen öffentlichen Aufzug. Dieser entfiel ebenfalls im Jahr 1964.

Nach achtjähriger Pause wurde 1967 wieder ein Schützenkönig durch Vogelschuss ermittelt und ein Jahr später am 15. und 16. Juni mit dem sogenannten Vitusfest eine Prunk gefeiert. Im Jahr 1972 beging die Bruderschaft ihr 550-jähriges und 1997 ihr 575-jähriges Bestehen. Schwierig geblieben ist bis heute die Mitgliedergewinnung.

Derzeit zählt die Bruderschaft 100 Aktive und Passive. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Präsident Eberhard Boekers, Vizepräsident Willi Kempers, Schatz-meister Andreas Knobloch, Schriftführer Erwin Hermanns sowie dem stellvertretenden Schatzmeister Detlev Robens, der stellvertretenden Schriftführerin Yvonne Delevieleuse und den kooptierten Mitgliedern Raphaela Linssen und Rudolf Thönnißen.