80 Kilometer in unter 24 Stunden für den guten Zweck

Schützen aus der Diözese Aachen pilgern vom Kölner zum Aachener Dom für den guten Zweck. 80 Kilometer in unter 24 Stunden. Erlös kommt dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Region Aachen zugute.

Die Pilgergruppe nach dem Segen mit Msgr. Robert Kleine vor dem Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom. – Hinweis: Alle auf den Bilder abgebildeten Personen sind geimpft bzw. getestet. – Text und Fotos: Markus Schnorrenberg

Mönchengladbach/Köln/Aachen – Können Sie sich vorstellen 80 Kilometer in 24-Stunden, ohne Schlafpause, durchzuwandern? 10 Pilger aus der Region Aachen, der Eifel und dem Kreis Heinsberg haben dies in die Tat umgesetzt und sind auf Initiative von Brudermeister Michael Müller (St. Blasius Schützenbruderschaft Kinzweiler) vom Kölner zum Aachener Dom gepilgert. Im Vorfeld, während der Wallfahrt und im Nachgang wurden bzw. werden Spenden für das Patenkind des BdSJ Diözesanverbands Aachen, dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Region Aachen, gesammelt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits rund 4.000 Euro zusammengekommen. Spenden sind aber noch weiterhin möglich.

Michael Müller: „Eigentlich wollte ich nur mit meinem Schützenbruder Stefan Doncks wandern gehen. So war der ursprüngliche Plan. Am Ende ist daraus etwas Großartiges entstanden, nämlich die jetzt vor kurzem durchgeführte 24-Stunden Benefizwallfahrt. Aber es war von Anfang an klar, wenn wir so etwas machen, muss dabei auch etwas rumkommen.“

Gesagt. Getan. Die Organisatoren Michael Müller (Brudermeister St. Blasius Kinzweiler), Stefan Doncks (stv. Diözesanbundesmeister) und Markus Schnorrenberg (Mitstreiter, früheres BdSJ DV Aachen Vorstandsmitglied) planten sehr akribisch auf Grundlage des erstellten Streckenablaufes von Müller die Route und Gegebenheiten. Stetig kamen immer mehr interessierte Schützenschwestern und Brüder hinzu.

Einen Rückschlag mussten die Organisatoren aber erleben, denn der ursprüngliche Zeitpunkt musste durch die schreckliche Flut richtigerweise abgesagt werden. So sind Ende September 12 Pilger in Aachen angekommen, statt wie ursprünglich mal 30 Personen.

Pilgersegen im Kölner Dom durch
Domdechant Msgr. Robert Kleine

Bundespräses Robert Kleine empfing die Pilgergruppe im Kölner Dom und zog mit ihnen im Rahmen der Dreikönigswallfahrt am Schrein vorbei. Vor dem Schrein spendete er den Pilgern den Pilgersegen und entsendete sie auf den Fußweg nach Aachen.

Stefan Doncks: „Es war schon etwas besonderes für mich, direkt am Schrein der Heiligen Drei Könige den herausfordernden Weg nach Aachen zu starten.“

Alle Pilger waren sich nicht sicher oder wussten nicht wie ihre Körper auf diese Herausforderung reagieren würden. Aber eines Stand fest, jeder musste es für sich selbst herausfinden und allen war klar: Wir werden an körperliche Grenzen kommen!

Markus Schnorrenberg: „Jeder Körper hat andere Stärken und Schwächen. Mir persönlich war klar, irgendwann nachts wird ein kritischer Punkt kommen. Aber auch andere Mitpilger kamen an ihre Grenzen oder sind sogar über ihre Grenzen hinaus gegangen.“

Für die Gemeinschaft war dennoch klar, jeder läuft so weit er kommt und ohne das am Ende daraus körperliche Beeinträchtigungen entstehen. Es kann aber jeder Pilger auf den zurückgelegten Weg stolz sein.

Wortgottesdienst in Ellen mit Diözesanjungschützenseelsorger Alexander Tetzlaff

Wortgottesdienst mit Diözesanjungschützenseelsorger Alexander Tetzlaff im Schützenheim Ellen.

Halbzeit war in Ellen (Niederzier), hier waren die ersten 40 Kilometer erreicht und für die Organisatoren ein passender Zeitpunkt mit Diözesanjungschützenseelsorger Alexander Tetzlaff etwas innezuhalten und einen Wortgottesdienst zu feiern. Das Schützenheim der ortsansässigen Schützenbruderschaft bot den perfekten Platz dafür.

Michael Müller: „Ich bin allen Bruderschaften (SB Buschbell, Hemmersbach, Buir, Ellen, BdSJ DV Aachen, Kinzweiler und Stolberg-Mitte) sehr dankbar, die uns unterwegs Raststation geboten und uns bestens versorgt haben. Wir sind überall so herzlich empfangen worden, dass gab von Kilometer zu Kilometer Ansporn.“

Abschluss und Empfang in Aachen

Die letzte Etappe begann in Verlautenheide. Hier stieß Barbara Ebbinghaus-Lennartz vom Hospizverein dazu und lief gemeinsam mit der Pilgergruppe die letzten Kilometer bis zum Aachener Dom. Dort wurden alle von Familienangehören sowie der Bundesministerin a.D. Ulla Schmidt, Bürgermeisterin der Stadt Aachen Hilde Scheidt sowie dem Domvikar Dr. Peter Dückers empfangen. Nachdem alle die letzten Pilgerstempel erhalten hatten, wurde in den Aachener Dom eingezogen und in der Nikolauskappelle ein kleiner Abschlusssegens-Gottesdienst gefeiert.

Abschluss am Aachener Dom. Die Pilgergruppe wurde von Domvikar Dr. Peter Dückers, Bundesministerin a.D. Ulla Schmidt, Bürgermeisterin der Stadt Aachen Hilde Scheidt und Vertreterinnen des Hospizvereines empfangen.

Stefan Doncks: „Wir haben mit einem Segen im Kölner Dom begonnen und so war es für uns als Wallfahrer auch ein schöner Abschluss das wir im Aachener Dom empfangen wurden und den Segen zum Abschluss erhielten.“

Am Ende standen 80,02 Kilometer in 23,25 Stunden zu Buche.

Michael Müller: „Es war für alle eine Herausforderung und für mich als Organisator noch einmal spannend, ob denn die Planungen am Ende auch alle so aufgingen. Aber es hat am Ende alles gut funktioniert und ich habe mich super gefreut, dass wir für die wichtige Arbeit des Hospizvereines eine stolze Summe zusammen bekommen haben. Aber es darf gern noch weiter gespendet werden.“

Bis zum 31. Oktober sind noch Spenden auf das Spendenkonto: St. Blasius Schützenbruderschaft, IBAN DE29 3936 2254 2101 4910 40, Kennwort: Benefizwallfahrt möglich.

Der Gesamtspendenbetrag wird im November offiziell dem Hospizverein übergeben werden.

Die Organisatoren der Benefizwallfahrt mit Ulla Schmidt, die auch Schirmherrin der Deutschen Hospiz- und Palliativ Stiftung ist. (v.l. Stefan Doncks, Michael Müller, Ulla Schmidt und Markus Schnorrenberg)