Casinogarten: Im nächsten Sommer soll das Wasser fließen

Laubkörbe, nicht sprudelnde oder verdreckte Brunnen, die provisorische Sicherung an der Albert-Schweizer-Schule oder die Zukunft des Stadtgrüns, nur einige Themen die im Ausschuss für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz behandelt wurden, bei dem die CDU ihrer Richtung treu blieb und die weiteren Haushaltsplanberatungen ablehnte. Während SPD und FürVIE dafür stimmten enthielten sich alle anderen Fraktionen, machten der CDU den Weg frei.

Viersen – Nein, er lief definitiv nicht in diesem Jahr, der Brunnen im Casinogarten, denn erst nach dem Einbau wurde festgestellt, dass ein spezielles Rettungsverfahren für die Arbeit im Brunneninneren und ein besonderes Reinigungsverfahren notwendig sind. Eine kurze Information, die auf den Rängen Fragen bei den Besuchern aufwarf, die nicht beantwortet wurden. „Warum ist das Ding dann gebaut worden? Wer plant sowas? Wie viel das wieder kosten mag?“ Damit der Brunnen nun endlich zu Beginn der Saison 2018 laufen kann, wurde eine Fachfirma aus Münster gefunden, die in Zukunft die In- bzw. Außerbetriebnahme vornehmen soll, dazu gibt es spezielle Schulungen für die städtischen Mitarbeiter.

Ebenfalls Thema die Laubkörbe an der Neuwerker Straße, seit langem ein bürgerschaftliches Engagement, die nach einem Sturm nicht mehr von der Verwaltung geduldet werden, da ein Korb einen Schaden an einem Auto verursachte. Ursprünglich sollte hier über eine Unterstützung des Engagements der Bürger gesprochen werden, die Anwohner werden nun in den kommenden Tagen Post von der Verwaltung erhalten mit dem Hinweis der Nicht-Duldung.

Nur zur Kenntnis nehmen konnten die Ausschussmitglieder ebenfalls die Aussage der Verwaltung die aktuell provisorische Sicherung am der Albert-Schweitzer-Schule entfernen zu wollen, denn eine Gefahrensituation für die Kinder wäre nicht gegeben. Grundlage war der SPD-Antrag aus der provisorischen Sicherung eine bleibende Absperrung zu schaffen. Im Bereich der Schule waren aus Kostengründen die Randsträucher entfernt worden, die Bürgerinitiative Viersen-Hamm e. V. und zahlreiche Eltern kämpfen seitdem für den Schutz der Kinder, fordern die Sicherung ebenso wie eine Tempo-30-Zone im Bereich der Schule auf der Bachstraße. „Ich halte das für das falsche Signal“, so die Viersener Baudezernentin Beatrice Kamper, weil sich nur einzelne fehl verhalten würden, dies weniger die Kinder wären, mehr die Erwachsenen. Eine Meinung, die nicht von der Mehrheit der Ausschussmitglieder unterstützt wurde. So schloss sich auch die CDU der Bürgermeinung an, während die SPD ankündigte den Antrag einer bleibenden Sicherung im passenden Ausschuss erneut stellen zu wollen, der dann  Unterstützung auch andere Fraktionen erhalten wird.

Ebenfalls der Antrag der Fraktion FürVIE mit der Vermietung der Kreisverkehre im Stadtgebiet Viersen an Gärtner wurde bei der Verwaltung nicht positiv beschieden, mit dem Hinweis auf schwierige Verträge, als Ratsherr Fritz Meies das Wort ergriff, eine Aufstellung des Personals und deren Aufgaben im Bereich des Stadtgrüns forderte. „Ich bin es leid, dass gute Anträge von der Verwaltung abgelehnt werden, immer mit der Erklärung, es wäre nicht genug Personal da um das Stadtbild ordentlich zu gestalten.“

Dabei soll sich das Stadtbild zumindest im Bereich des Stadtgrüns verändern. Bereits seit über einem Jahr liegen Anträge zweier Fraktionen vor zur Erstellung eines Konzepts zur Aufwertung von städtischen Grünflächen. Biodiversität (biologische Vielfalt) heißt hierbei das Zauberwort, dass nun angegangen werden soll. Hierzu soll nun eine zeitlich befristete Stelle geschaffen werden für die Dauer von zwei Jahren um ein Handlungskonzept zu erarbeiten. Am Ende der Analysen und Betrachtungen stünde dann ein neues Leitbild „Zukunft ökologisches Stadtgrün“ im Mittelpunkt des Handelns der Verwaltung. Mit Blick auf die sich immer schneller verändernden Umweltbedingungen und dem im Zusammenhang damit aktuell festgestelltem dramatischen Rückgang von heimischen Insekten und Singvögeln „bleibt zu hoffen, dass dieser wichtige Schritt nicht im Sande verläuft“. (ik)