Abzocke am Telefon: Nicht abheben bei „Ping Calls“

Es ist wieder soweit, in den vergangenen Wochen haben Betrüger am Niederrhein eine Welle von sogenannten „Ping Calls“ gestartet. Hinter den meist unbekannten Telefonnummern verbergen sich Computerprogramme, die über das Zufallsprinzip oder Nummern von Adresshändlern anwählen. Dabei versucht das Programm herauszufinden ob die Telefonnummer aktiv genutzt wird und will einen Rückruf erzwingen, der den Telefoninhaber dann teuer in Rechnung gestellt wird.

Region – Erneut wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Meldungen von Ping Calls bekannt die zu hohen Telefonkosten führten, denn der Rückruf kann teuer werden, die Kosten liegen bei ein bis zu drei Euro pro Minute. Deshalb warnt die Polizei immer wieder vor solchen Betrugsmaschen. Um sich zu schützen rät die Polizei die Nummer zu ignorieren, auf keinen Fall zurückzurufen und die Nummer zu blockieren. Bei einem Rückruf wir der Anrufer in eine Warteschleife geleitet oder es sind nur Hintergrundgeräusche zu hören.

Wie viele solcher Nummern täglich auftauchen, zeigt die Auflistung der Bundesnetzagentur. Hier können Betroffene solche Nummern zudem melden (bundesnetzagentur.de). Sollte die Nummer schon für die Abrechnung solcher Ping Calls gesperrt sein, kann der sich Betroffene bei entstandenen Kosten beim jeweiligen Kundenservice melden und mit etwas Glück eine Rückerstattung erwarten.

Foto: Bruno Glätsch

Die Bundesnetzagentur gibt zudem Tipps wie sich Verbraucher schützen können

Auskunftsansprüche zu Rufnummern
Jeder, der ein berechtigtes Interesse daran hat, kann in Textform von der Bundesnetzagentur Auskunft über den Namen und die ladungsfähige Anschrift desjenigen verlangen, der eine Nummer von der Bundesnetzagentur zugeteilt bekommen hat. Die Auskunftsansprüche sind in § 66i TKG geregelt.

Unklare Rechnungsposten
Häufig werden Verbraucher auf ihrer Telefonrechnung mit Rechnungsposten konfrontiert, die sie nicht zuordnen können. Möglicherweise sind solche Rechnungsposten auf eine rechtswidrige Nutzung einer Rufnummer zurückzuführen. Allgemeine Informationen über den Umgang mit unklaren Rechnungsposten und weiterführende Informationen zu Rechnungen finden Sie hier.

Beweissicherung/Screenshot
Wenn Sie vermuten, dass Sie von einem Missbrauchsfall betroffen sind, benötigen Sie und ggf. auch die Bundesnetzagentur beweissichere Unterlagen, um gegen den eventuellen Missbrauch vorgehen zu können. Sie sollten beispielsweise die Web-Seite festhalten, über die der Dialer installiert wurde. Sichern Sie diese Erkenntnis möglichst mit einem sog. „Screenshot“, einer Abbildung des Bildschirminhalts, einschließlich der dort aufgeführten Information über die anfallenden Gebühren. Informieren Sie Ihre Telefongesellschaft und fordern Sie, falls nicht im Vorfeld ein Einzelverbindungsnachweis beantragt wurde, eine nachträgliche Aufschlüsselung der Einzelverbindungen an.

Einzelverbindungsnachweis
Zur besseren Rechnungskontrolle empfiehlt Ihnen die Bundesnetzagentur die Beauftragung eines ungekürzten Einzelverbindungsnachweises (EVN) für ihre Telefonrechnung bei dem Anbieter, bei dem Sie Ihren Telefonanschluss haben. Der Einzelverbindungsnachweis ermöglicht es grundsätzlich nachzuvollziehen, welche einzelnen Rechnungsteilbeträge auf welche Verbindung Ihres Anschlusses zu welcher Rufnummer und zu welcher Zeit zurückzuführen sind. Die Einzelheiten darüber, welche Angaben in der Regel mindestens für einen Einzelverbindungsnachweis erforderlich und in welcher Form diese zumindest zu erbringen sind, regelt die Bundesnetzagentur. Weitere Informationen und Erklärungen zu Aufbau und Form des ungekürzten Einzelverbindungsnachweises finden Sie auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.

Rufnummernsperre
Neben manuellen Telefonsperren am Endgerät steht Ihnen als Verbraucher außerdem der Sperrungsanspruch nach § 45 d Abs. 2 TKG zu. Danach können Sie die Anwahl einzelner Rufnummernbereiche, z. B. (0)900 9 für Dialer, durch Ihre Telefongesellschaft sperren lassen. Dann können Sie die übrigen Leistungsangebote anderer Premium-Dienste weiter in Anspruch nehmen. ISDN-Anlagen lassen das Sperren einzelner Rufnummern bzw. ganzer Rufnummernblöcke zu. Diese können kennwortgeschützt von Ihnen selbst programmiert werden. Lesen Sie dazu die Bedienungsanleitung Ihrer Telekommunikationsanlage oder ziehen Sie Ihren Fachhändler zu Rate .

Vorbeugen gegen Rufnummern-Spam
Rufnummern-Spam ist nicht nur auf das Medium E-Mail beschränkt. Auch und gerade bei Telefaxen, Telefonanrufen und SMS spielt rechtswidrige Werbung eine Rolle. Die rechtswidrige Bewerbung dient dabei regelmäßig dem Ziel, zu einem Rückruf auf die beworbene Rufnummer zu verleiten. Oftmals handelt es sich bei den offen oder versteckt beworbenen Rufnummern um hochpreisige Rufnummern für Premium-Dienste wie z.B. (0)900er-Mehrwertdiensterufnummern. Aber auch sog. Rufnummern für Massenverkehrsdienste (Rufnummern aus dem Bereich (0)137), Rufnummern für Service-Dienste (Rufnummern aus dem Bereich (0)180) oder andere Diensterufnummern tauchen darin auf.