ACE-Schlaglochmelder: Zunehmende Schäden und zu wenig Investitionen

Damit Straßenschäden möglichst rasch behoben werden, betreibt der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, seit 2008 seinen Schlaglochmeldedienst. Damit Schlaglöcher repariert werden können, müssen sie allerdings auch gemeldet werden.

Deutschland – Über 18.000 Straßenschäden konnten aufgrund dieser Initiative bereits repariert werden. Gleichzeitig geben die Aktivitäten des Schlaglochmelders einen Überblick über den Zustand des deutschen Straßennetzes. Dabei lebt der Schlaglochmeldedienst wie der Name schon sagt von den Schlaglochmeldungen und hier ist jeder Einzelne gefragt.

Harald Kraus, der den Schlaglochmelder für den ACE betreut, sieht bei der Auswertung der Schadenmeldungen eine rasante Tendenz zum Vermögenssubstanzverlust im deutschen Straßennetz. Bei der Bearbeitung der Schäden zieht Kraus eine positive Zwischenbilanz: „Die Straßenbaulastträger reagieren überwiegend konstruktiv auf die per Mail übermittelten Schadensmeldungen. Nicht selten wird der gemeldete Schaden innerhalb von ein bis zwei Tagen behoben. Dies ist in Stuttgart und München regelmäßig der Fall.“ Mit der Qualität der Ausbesserungen ist der ACE-Experte allerdings nicht immer zufrieden. „Statt die Straßen großflächig und effizient zu sanieren, werden oft nur die vorhandenen Löcher mit Kaltasphalt verfüllt. Das hilft zwar sofort, ist aber keine Baumaßnahme zum nachhaltigen Straßenerhalt.“

Nach wie vor sieht der ACE, dass in Deutschland jahrelang zu wenig Geld in den Erhalt der Verkehrswege investiert worden sei. Deutlich ist dabei deutschlandweit ein gigantischer Sanierungsbedarf vor allem im kommunalen Straßennetz. Die Politik müsse sich dieses Problem entschiedener annehmen, als es bisher der Fall gewesen sei.
Bei den letzten Meldungen kamen von über 800 Meldungen alleine 228 aus Nordrhein-Westfalen. Dies entspricht einem Anteil von 28,5 Prozent. Relativ gut kam die Bundeshauptstadt Berlin weg, auf die nur 12 der 800 Meldungen entfielen. „Früher war die Bundeshauptstadt auch gleichzeitig Schlagloch-Hauptstadt, hier hat sich doch anscheinend einiges getan“, so Kraus.

Foto: Rheinischer Spiegel