ADFC-Fahrradklima-Test 2020: Gerade einmal ein Ausreichend für Viersen

Die Gewinner und Verlierer des ADFC-Fahrradklima-Tests 2020 stehen fest – oder die, bei denen sich nichts spürbar geändert hat. So zumindest haben die Teilnehmer für die Stadt Viersen abgestimmt.

Viersen – Der Fahrradclub ADFC und das Bundesverkehrsministerium rufen Länder und Kommunen auf, jetzt zügig das Geld aus dem „Sonderprogramm Stadt und Land“ und aus dem Förderprogramm „Radnetz Deutschland“ für den flächendeckenden Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zu nutzen, schließlich bleibt auch bei dem neuen ADFC-Fahrradklima-Test die Zufriedenheit der Radfahrenden mit einer Schulnote von 3,9 bleibt auf niedrigem Niveau. 80 Prozent der Befragten finden die Radwege zu schmal, für 75 Prozent sind mangelnde Falschparker-Kontrollen auf Radwegen ein Problem und 69 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher.

Wer dabei seinen Blick nach Viersen lenkt stellt schnell fest: Viel hat sich nach Ansicht der Radfahrer nicht getan. Für Viersen vergaben die Teilnehmer eine Note von 4,29. Für Willich gab es eine 3,85, in Kempen eine 3,70, in Tönisvorst eine 4,09 – während Grefrath mit einer 3,49 punkten konnte.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Das Fahrrad ist so viel mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Ich will, dass Radfahren wieder viel öfter Energie, Genuss, Lebensfreude wird. Deutschland Fahrradland ist keine Phantasie, sondern wird immer mehr zur Realität. Mit unserer Radverkehrsoffensive unterstützen wir die Länder und Kommunen dabei, den Radverkehr spürbar zu verbessern. Das ist eine Riesenchance und der Fahrradklimatest zeigt, dass wir sie schnellstmöglich ergreifen sollten. Das Geld ist da: Bis 2023 stellen wir die Rekordsumme von 1,46 Milliarden Euro bereit. Mit unserem Sonderprogramm Stadt und Land unterstützen wir die Länder und Kommunen z.B. beim Bau von Radwegen, Radwegebrücken, Unterführungen und fahrradfreundlichen Kreuzungen, damit Radfahren sicher und entspannt möglich ist. Unsere Stiftungsprofessuren sollen außerdem helfen, dass wir mehr Radexperten bekommen – auch bei den dringend benötigten Verkehrsplanern.“

ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters ergänzt: „Seit Corona ist überdeutlich geworden: Die Menschen in Deutschland wollen mehr Radfahren – und zwar auf guten, breiten Radwegen. Häufige Alltagserfahrung ist aber immer noch: Radwege sind zu schmal, zugeparkt oder durch Baustellen unterbrochen. Dass Städte nicht Jahrzehnte brauchen, sondern auch schnell fahrradfreundlicher werden können, zeigen Frankfurt am Main, Berlin und Düsseldorf. Wir brauchen jetzt flächendeckende Radwegenetze im ganzen Land. Das Fenster der Gelegenheit ist sperrangelweit offen!“

Quelle: ADFC/dt