Affenhaus Krefeld: Nach dem katastrophalen Brand wurden Spendenaufrufe gestartet

Nach dem verheerenden Feuer in der Silvesternacht, bei dem mehr als dreißig Tiere ums Leben gekommen sind, wurden mittlerweile Spendenaufrufe gestartet. Der Bau des Affenhauses hatte rund zwei Millionen D-Mark gekostet, nach heutigen Standards muss eher von einer doppelstelligen Millionensumme ausgegangen werden, um weiterhin den Artenschutz von Krefeld aus unterstützen zu können.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Krefeld – In der Nacht zum ersten Januar hatten um kurz nach halb Eins Anwohner die Feuerwehr über den furchtbaren Brand im Krefelder Zoo informiert. Beim Eintreffen der Rettungskräfte stand das Affenhaus bereits im Vollbrand, ein Übergreifen auf andere Zoogebäude konnte verhindert werden. Über dreißig Tiere starben in dieser Nacht durch das Feuer, was nach ersten Hinweisen durch chinesische Himmelslaternen in Brand geraten sein könnte. Nach ersten Ermittlungen waren drei dieser in NRW verbotenen Himmelslaternen am Brandort gefunden worden.
Unter den mehr als dreißig Tieren auch ein Schimpanse, fünf Organg-Utans und zwei Gorillas – darunter ein 45 Jahre alter Gorilla, der zu den ältesten seiner Art in Europa zählte, teilte der Zoo Krefeld mit.

Foto: Routenwechsel/Pixelio

Heute, einen Tag später, laufen die Ermittlungen weiter, mittlerweile haben sich Verdächtige bei der Polizei gemeldet, während viele Zoofreunde die Tragödie immer noch nicht fassen können. Über den gestrigen Tag sind bereits zahlreiche Hilfsangebote und Spenden eingegangen, eine wichtige Hilfe für den Zoo, denn die Finanzierung eines neuen Affenhauses wird kostspielig. In Diskussionen wird dabei immer wieder auf die Feuerversicherung verwiesen, doch was diese zahlen wird, wird sich erst in den kommenden Tagen entscheiden, zudem werden die Bauten meist nach dem ursprünglichen Bauwert versichert von dem ein Neubau nicht möglich sein wird. Rund zwei Millionen D-Mark hatte das Affenhaus gekostet, ein Neubau wird nach aktuellen Angaben eher im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Deshalb bitten ebenfalls die Zoofreunde Krefeld um Unterstützung, die aktuell für die Errichtung einer Außenanlage des Affenhauseses gesammelt hatten und mit dem der Artenschutz weiter unterstützt werden sollte. Bereits seit Jahrzehnten setzt sich der Zoo Krefeld für den Artenschutz mit seinen Projekten nicht nur in Krefeld, sondern auch in Afrika, Papua-Neuguinea oder Südamerika ein. In dem 2.000 m² Affentropenhaus, welches 1975 errichtet wurde, wurde nicht nur der Schutz der gefährdeten Tiere möglich, mit den Zuchtprogrammen trug der Zoo zum Artenerhalt bei.

Eine Spendenmöglichkeit ist direkt auf der Seite der Zoofreunde Krefeld zu finden (www.zookrefeld.de), ein Spendenkonto wurde bei der Sparkasse Krefeld (IBAN DE42 3205 0000 0000 3177 43, BIC: SPKRDE33) eingerichtet. (dt)