Afrikanische Schweinepest: Merkblätter hängen auch im Stadtgebiet Viersen aus

Nachdem die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Belgien nachgewiesen wurde, etwa 60 km von der deutschen Grenze entfernt, hängen nun auch im Stadtgebiet Viersen unter anderem am Elkanweg und der Krefelder Straße Hinweise für Wanderer und Pilzsammler.

Viersen – In Belgien breitet sich die Afrikanische Schweinepest unter Wildschweinen aus und damit wächst die Gefahr einer Einschleppung nach Deutschland. Mittlerweile wird auf Merkblättern auch im Stadtgebiet Viersen gewarnt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Was tun, wenn man ein totes Wildschwein entdeckt?
Die Früherkennung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Seuche. Tote Wildschweine sollen daher so schnell wie möglich auf ASP untersucht werden.

Wenn Sie beim Waldspaziergang oder beim Pilze sammeln ein totes Wildschwein entdecken:
Bitte nichts anfassen! Wenn Sie Kontakt mit dem Kadaver hatten, reinigen Sie alles so gründlich wie möglich, um eine Verbreitung zu vermeiden!
Melden Sie diesen Fund bitte umgehend beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) unter der Telefonnummer 0049 (0)201 / 714488. Der Bereitschaftsdienst des LANUV kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.

Um das Risiko eines Eintrags in Hausschweinbestände zu minimieren, rät das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz zu folgenden Maßnahmen: Alle Einrichtungen zur Reinigung und Desinfektion von Personen, Fahrzeugen und Gegenständen müssen einwandfrei funktionieren, um die Vorschriften der Schweinehaltungshygiene-Verordnung einzuhalten. Unbefugten sollte kein Zutritt gestattet werden. Für saubere Schleusenbereiche mit betriebseigener Schutzkleidung ist zu sorgen.
Alle Ställe oder Ausläufe müssen so geschützt sein, dass keine Wildschweine eindringen können. Bei Schweine-Freilandhaltung sind doppelte Zäune vorgeschrieben, so dass kein Kontakt zu Wildschweinen möglich ist.
Küchen- oder Speiseabfälle dürfen grundsätzlich nicht verfüttert werden.
Sind Reisen in betroffene Gebiete unumgänglich, müssen alle mitgenommenen oder mitgebrachten Gegenstände gründlich desinfiziert werden.
Einstreu und Futtermittel müssen vor Wildschweinen sicher gelagert werden.
Wenn Gastarbeiter aus osteuropäischen Ländern beschäftigt werden, ist auf mitgebrachte Lebensmittel tierischer Herkunft zu achten. Sollten solche Lebensmittel gefunden werden, ist das zuständige Veterinäramt zu informieren. Dieses veranlasst weitere Maßnahmen.
Bei unklarem Krankheitsgeschehen sollte frühzeitig eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden, um Proben zu nehmen. Mögliche Symptome der ASP sind hohes Fieber, Mattigkeit, Futterverweigerung, Bindehautentzündungen, Bewegungsstörungen, (blutiger) Durchfall, erhöhte Atemfrequenz, Verferkeln, Nasenbluten, Unterhautblutungen u.v.a.
Da solche Symptome bei verschiedenen Krankheiten auftreten können, ist eine frühzeitige Ausschlussdiagnostik im Sinne der Seuchenbekämpfung sehr wichtig!
Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ist in der Umwelt äußerst langlebig und kann auch über kontaminierte Futtermittel in Ihren Stall gelangen. So sind Futter-Importe aus Ausbruchsgebieten, insbesondere aus dem osteuropäischen Raum, zu vermeiden. Futtermittel-Lieferungen über mehrere Händler sind schwer auf ihren Ursprung zu überprüfen. Auch Heulieferungen für andere Tiere in der Nachbarschaft eines Schweinestalles können ein Risiko darstellen. Sofern möglich, lassen Sie sich ein Herkunfts-Zertifikat vorlegen.

Foto: Andreas Lischka