Aktionskünstler Jan Philipp Scheibe schuf eine temporäre Künstlerheimat

„Shouldered street light“ heißt die Performance des Künstlers Jan Philip Scheibe, mit der er bereits seit 2011 durch die Welt reist und den Begriff „Laternenumzug“ völlig neu definiert.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken – Vier Tage lang trug ein Mann in einem grauen Anzug eine rund 11 kg schwere Laterne und einen benzinbetriebenen 800 Watt-Stromgenerator durch die vier Stadtteile, blieb hin und wieder stehen, verweilte ein wenig.
Das ungewöhnliche Bild, dem zudem interessierte Zuschauer folgten, war Teil einer „Stadtbesetzung“ des Kultursekretariates NRW Gütersloh an der sich die Städtische Galerie im Park beteiligte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Bereits seit 2011 reist der Aktionskünstler Jan Philip Scheibe durch das Land, immer mit seiner Laterne, die er gekonnt über der Schulter trägt. Die Kunstaktion mit Laterne – Performance „Shouldered street light“ brachte Energiequelle einerseits und Lichtquelle andererseits. Immer wenn die Last zu schwer werden schien schuf er mit einer Pause einen tagsüber fast übersehenen Raum, leuchtete diesen aus. So wurde jeder Ort zu einer temporären Künstlerheimat, rückte den Bereich in ein neues Licht und schuf eine völlig neue Definition eines „Laternenumzuges“.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Rund dreißig Personen begleiteten ihn bei seiner Reise durch Dülken am vergangenen Sonntag, wo sein Weg durch die Stadtteile mit einem Mispellikör endete. Ein Ziel von vielen, denn Jan Philip Scheibe trug seine Lampe bereits von Hamburg aus durch den Ostseeraum, auf die Bergmaninsel Fårö, nach Schwedisch-Lappland, ins schwedische Fjällgebiet und über Südfinnland nach Spiekeroog. Jeweils zur blauen Stunde schlossen sich die Zuschauer an und folgten dem Künstler, dessen künstlerische Arbeit im Wesentlichen von Installationen und Performances im öffentlichen Stadtgebiet sowie in der offenen Landschaft geprägt ist.
Seine Werke und Performances wurden bereits im In- und Ausland unter anderem in der Kunsthalle Recklinghausen, der Skulpturbiennale Münsterland und dem Skulpturenpark Köln präsentiert. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming