Aktiv für den Umwelt- und Artenschutz – Landesprogramm fördert naturnahe Streuobstwiesen

„Es ist ein tolles Gefühl, aktiv etwas für die Umwelt zu tun“, sagt Lisa, eine der freiwilligen Helfer und Helferinnen. Unter Anleitung von Karoline Cremer, Leiterin der AG Obstwiesenschutz beim NABU Krefeld/Viersen, pflanzen die Ehrenamtler insgesamt 41 neue Obstbäume in Nettetal.

Nettetal – Mit Muskelkraft heben sie Pflanzlöcher aus, setzen Bäume und rammen Stützpfähle in den Boden. Die etwa ein Hektar große Weide am Kreuzgarten in Nettetal wird somit Baum für Baum von einer reinen Mahdweide zur naturnahen Streuobstwiese.
Möglich macht dies eine neue Initiative der NRW-Landesregierung. Das Land fördert den Erhalt und die Entwicklung ländlicher Räume (ELER) und Initiativen hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Grundlage ist das Programm „Ländlicher Raum“. „Die Neuanlage von Obstwiesen wie der am Kreuzgarten ist dabei ein wichtiger Baustein“, betont Albert Erkens, zuständig für den Vertragsnaturschutz beim Kreis Viersen. Gefördert wird sowohl die Beschaffung als auch die Pflanzung von Obstbaum-Hochstämmen.

Um die Artenvielfalt zu unterstützen und altes Kulturgut zu erhalten, werden vor allem alte und regionale Apfel-, Kirsch- und Birnensorten ausgewählt. An den Bäumen in Nettetal hängen Bezeichnungen wie „Schöner von Elmpt“, „Dülmener Rosenapfel“ und „Clapps Liebling“.
Die neuen Streuobstwiesen werden in den kommenden Jahren nicht nur allerlei Früchte hervorbringen, sondern auch Lebensraum für Vögel, Insekten und Wildtiere sein. Die landwirtschaftliche Nutzung durch Mahd oder Beweidung ist dabei weiterhin möglich. Hinzu kommt der wertvolle klimawirksame Vorteil eines jeden Baumes.
Bei Schnitt und Pflege der neuen Streuobstwiesen hilft der NABU in den ersten Jahren. „Wir hoffen, dass viele gefährdete Arten wie der Steinkauz oder Fledermäuse auf dieser Obstwiese wieder Nist- und Lebensraum finden“, sagt Cremer. „Leider gibt es heute kaum noch alte Obstwiesen und darum hoffen wir, noch mehr Interessenten zu finden, die eine Streuobstwiese anlegen möchten.“

Die Nettetaler Wiese kommt jedenfalls sehr gut an. „Spaziergänger und Radfahrer freuen sich schon jetzt über die landschaftliche Veränderung“, sagt Anni Steppler-Jacobsen. Sie hat gemeinsam mit Christa Bauch das Projekt auf den Weg gebracht. Sie hoffen nun auf zahlreiche Nachahmer.
Geeignet für die Förderung sind Wiesen mit einer Größe von mindestens 1.500 Quadratmetern oder Weiden am Ortsrand sowie in der freien Landschaft. Die Streuobstwiesen müssen dauerhaft erhalten bleiben. Wer sich für das Programm interessiert, kann sich beim Kreis Viersen beraten lassen: Telefon 02162 39-1328.


Aktiv für den Artenschutz: Albert Erkens (2.v.r.), zuständig für den Vertragsnaturschutz beim Kreis Viersen, mit den Eigentümerinnen der Wiese, Anni Steppler-Jacobsen (l.) und Christa Bauch (2.v.l.), Karoline Cremer (4. v.l.), Leiterin der AG Obstwiesenschutz beim NABU Krefeld/Viersen, und weiteren Helfern bei der Streuobstwiesenaktion in Nettetal. Foto: Kreis Viersen