„Alibi-Blühstreifen“ reichen nicht zur Insektenrettung

Der CDU Bezirk Alt-Viersen hat eine Veranstaltung mit zahlreichen Mitgliedern bei dem Viersener Imker Leo Dörenkamp abgehalten. Dabei ging es unter anderem um die Fragestellung, ob die Bürgermeisterin richtig liegt, wenn ein paar „Alibi-Blühstreifen“ in Viersen angelegt werden und die Stadt damit Gutes für die Insekten tut. „Um es kurz zu machen: Nein“, so das Resümee aus dem informativen Abend. 

Viersen – Warum nicht? Die Blühstreifen müssen auf tief gepflügtem Boden angelegt werden, damit die Grasnarbe abstirbt und die blühenden Blumen und Kräuter sich gut entwickeln können und nicht durch das Gras verdrängt werden. Bei Betrachtung der angelegten Blühstreifen zum Beispiel in der Nähe des Stadthauses dürfe bezweifelt werden, ob da alles richtig gemacht wurde, so die Informationen des Abends. Außerdem benötigen Insekten, Bienen und vor allen Dingen Wildbienen zusammenhängende, vernetzte Biotope und keine Inseln, da Wildbienen und Schmetterlinge nur bestimmte Flugstrecken zurücklegen können. So ist eine blühende Verkehrsinsel in Viersen wenig sinnvoll, weil keine anderen Blühflächen in der Nähe sind und so ein genetischer Austausch nicht stattfindet. „Außerdem ist auch die Größe der für Insekten und Wildbienen bestellten Fläche von Bedeutung: Je größer je besser! Da würden sich in Viersen anbieten, die „Eh-da“-Flächen entsprechend zu bestellen und anzulegen. „Eh-da“-Flächen sind unbebaute Grundstücke am Erschließungsring, wo wir immer noch auf das Hotel für Viersen warten“, so die CDU Alt-Viersen. „Solange die Grundstücke brach liegen, könnte man dort Lebensraum für Insekten schaffen. Denn Blühstreifen entlang von Straßen unter Straßenlaternen sind das Gegenteil von gut gemacht, denn die Beleuchtung der Lebensräume in der Nacht sind für Nachtfalter, Hornissen und Wespen nicht sinnvoll, da der Tag-Nacht-Rhythmus der Tiere gestört wird und zum schnelleren Tod führt.“

Was kann jeder Viersener tun erklärte Leo Dörenkamp gerne, der seinen Besuchern einen runden und interessanten Info-Abend bot: „Auf dem Balkon: Raus mit den Geranien! Her mit den Kräutern! Gut wäre es, wenn Küchenkräuter wir Lavendel, Bohnenkraut, Thymian, Minze, Basilikum, Küchen-Salbei, Schnittlauch, Ysop und Zitronenmelisse Platz auf unseren Balkonen fänden, dann da haben Mensch und Biene etwas davon. Für die Gärten, natürlich auch für die Vorgärten, bietet sich Dauer- statt Wechselbepflanzung an, wie Stauden und Blühgehölze. Zudem sollten Pflanzen mit verschiedenen Blühterminen gewählt werden, damit das Nahrungsangebot ständig gewährleistet ist.“

Foto: CDU Viersen