Alles „Kengerkroam“: Niederrheinisches Freilichtmuseum und AWO-Kindergarten starten Kooperation

„Wir haben Kühe gemolken und daraus Butter gemacht. Ich wusste vorher gar nicht, wie das geht.“ (Tobias) „Ich finde den Hof und das Haus toll. Zu Hause haben wir nämlich ein Bild von dem Haus hängen“ (Henry) „Wir haben da ein Feuer gemacht und Waffeln darauf gebacken. Das hat großen Spaß gemacht.“ (Lenyo)

Grefrath – Die Holzschuhe sitzen noch ein bisschen unbequem und klappern über den Steinboden. Die Kappe rutscht ab und an ins Gesicht. Doch das ist spätestens vergessen, als es mit Möhren zu den Kaltblutpferden geht. Für die Mädchen und Jungen des AWO-Kindergartens an der Dorenburg hat der „Kengerkroam“ begonnen. „Kengerkroam im Museum – Geschichte spielerisch entdecken“ – unter diesem Motto haben das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen und der Grefrather Kindergarten zunächst für ein Jahr eine Kooperation geschlossen.

Start für das neue Projekt „Kengerkroam“ im Niederrheinischen Freilichtmuseum: Museumspädagoge Kevin Gröwig (hinten Mitte) sowie die Erzierherinnen Janine Schulze (r.) und Kerstin Brunner (l.) mit den Kindern aus dem AWO-Kindergarten an der Dorenburg, die regelmäßig das Museum besuchen. Foto: Niederrheinisches Freilichtmuseum

„Kengerkroam ist ein tolles Projekt, bei dem es nur Gewinner gibt: Wir erreichen mit unseren Themen die Jüngsten und die Kinder haben einen spannenden und lehrreichen Anlaufpunkt außerhalb der Kita-Räume“, sagt Ingo Schabrich, Kultur- und Bildungsdezernent des Kreises Viersen. Ein- bis zweimal pro Woche geht es für bis zu 20 Kinder ins Museum. „Sie lernen hier etwas über das bäuerliche Leben auf dem Land, über Martins- und Weihnachtsbräuche und etwas zur Kulturlandschaft am Niederrhein“, sagt Museumspädagoge Kevin Gröwig.
Die Kinder sollen mit anpacken und die Pferde füttern, Butter herstellen und mit Zuber und Waschbrett waschen. Sie sollen die Geschichte selbst erleben. Verschiedene Thementage und -wochen zur regionalen Geschichte runden das Angebot ab. Ein Outfit mit Klompen, den niederrheinischen Holzschuhen, sowie Weste und Kappe für die Jungen und Haube und Schürze für die Mädchen gehört dazu.

Im Vorfeld hat der Museumspädagoge die Erzieherinnen geschult. Sie vermitteln bei diesem Projekt das Wissen kindgerecht an den Nachwuchs und planen die Aktionstage. „Ein wirklich tolles Projekt. Die Kinder lernen hier so viele Sachen, die auch bei uns manchmal in Vergessenheit geraten. Da wird einem bewusst, wie einfach das Leben früher war und wie viel Fortschritt unser heutiges Leben beeinflusst“, sagt Erzieherin Janine Schulze. Das Amt für Schulen, Jugend und Familie des Kreises Viersen ist in die Kooperation mit eingebunden, hat den Kontakt hergestellt und stellt die Ausrüstung für die Kinder.

Im AWO-Kindergarten „An der Dorenburg“ sind ca. 40 Mädchen und Jungen im Alter von 2 bis 6 Jahren. Der vom Landessportbund zertifizierte Bewegungskindergarten fördert die Kinder individuell in allen Lern- und Lebensbereichen. Die Philosophie des Kindergartens ist es, den Kindern eine Umgebung zu bieten, die zum Ausprobieren, Entdecken und Handeln einlädt.
Das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen, Am Freilichtmuseum 1 in Grefrath, ist ein volkskundliches Regionalmuseum in historischer Kulturlandschaft. Die Authentizität der musealen Sammlung zeichnet für den Besucher ein stimmiges Geschichtsbild und soll die historische Kulturlandschaft des Niederrheins für nachfolgende Generationen erhalten. Im Rahmen der zielgruppenorientierten Bildungsarbeit richtet sich das Museum als außerschulischer Lernort insbesondere an allgemeinbildende Schulen und Kindertagesstätten im regionalen und überregionalen Umfeld.