Almut Grytzmann–Meister: Seit 25 Jahren ehrenamtlich für den Natur-, Umwelt- und Tierschutz aktiv

Almut Grytzmann-Meister ist mit Herz und Seele eine Natur-, Umwelt- und Tierschützerin – aus Liebe zur Natur und zu allen Lebewesen. Sie hat sich deshalb schon lange vor ihrer Mitgliedschaft im BUND zum ehrenamtlichen Anwalt von bedrohten oder verfolgten Lebewesen gemacht und sich damit verpflichtet, Natur und Tiere gegen jegliche Angriffe und von außen zu schützen.

Viersen/Kreis Viersen – Almut Grytzmann-Meister hat sehr früh erkannt, dass sie mit ihrem Dauereinsatz für Natur und Tiere einen Großteil der Arbeit jener erledigt, die eigentlich dafür bezahlt werden: Nämlich die Behörden und Teile der Politik in Stadt und Land.

Almut Grytzmann wurde vor 25 Jahren zunächst als Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe Viersen und danach auch Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Viersen gewählt. Zu ihrem Einstieg in die BUND-Arbeit hatten sie und ihr Mann Horst Meister den damaligen BUND-Bundesvorsitzenden Hubert Weinzierl zu einer Veranstaltung nach Viersen eingeladen, bei der es um den Erhalt und Schutz von Bäumen ging. Mit Hubert Weinzierl verbindet das Künstlerehepaar Grytzmann und Meister eine jahrelange Freundschaft, so haben sie vor ihrer Zeit in Viersen u. a. gemeinsam erfolgreich gegen die damals geplante atomare Wiederaufbereitungs- Anlage in Schwandorf (Niederbayern) protestiert.

„Der Kreis Viersen ist von einer industriellen Landwirtschaft geprägt, in der aufgrund der jahrzehnte-langen Nutzungen die Natur: Bäume, geschützte Landschaftsteile, geschützte Arten und Biotope Mangelware sind. Und zudem ist der Kreis umringt von Industrie-Standorten des Ruhrgebietes und – bis zum heutigen Tag – vom RWE-Braunkohleabbau Garzweiler“, so Almut Grytzmann-Meister. „Und Garzweiler hat nicht nur mit seiner CO2-haltigen schlechten Luft, sondern auch mit seiner Grundwasser-Absenkung entscheidenden Einfluss auf die sowieso schon geschundene Landschaft des Kreises Viersen. Leider ist auch hier festzustellen, dass man zwar die großen Defizite erkannt hat, aber keiner der Entscheidungsträger in Behörde und Politik etwas Entscheidendes dagegen tut.“

Foto: Rheinischer Spiegel/hm

Bäume sind für Almut Grytzmann-Meister und Horst Meister zu einem bleibenden Symbol für die Art und Weise geworden, wie Menschen hierzulande mit Natur und allen übrigen Lebewesen umgehen. Beide haben in diesen 25 Jahren – Almut Grytzmann-Meister vor allem in Stadt und Kreis Viersen, Horst Meister für fast 13 Jahre im Landesvorstand des BUND NRW, im Landestierschutzbeirat und im Naturschutzbeirat Kreis Viersen, den Schutz der Natur und der Tiere und auch der Rote-Listen-Arten sehr wörtlich genommen. Sowohl in ihrem persönlichen Umfeld, wie auch in der Region haben die Ehrenamtler ohne Scheu vor einem Gegenüber: Ob Bürger, Beamter oder Minister, mit ihrem Einsatz versucht, die bestehenden Konflikte zugunsten der Natur zu lösen.

Mancher Einzelbaum oder manche Baumgruppe konnte dank der oft sehr nachdrücklichen und fachlich überzeugenden Einsprüche des BUND vor der Säge gerettet werden. „Allerdings zeigte sich auch, dass Baum- Rettungsaktionen, wie das Beispiel der 350-jährigen Eiche auf dem Gelände des Gewerbe-Parks VENETE in Nettetal belegt, am Ende doch nur falsche Versprechungen der Verwaltung waren. So ließ die damalige Nettetaler Baudezernentin Fritzsche (jetzt Viersen) kurzerhand diese – auch vom Umweltministerium als schützenswert bezeichnete – uralte und gesunde Eiche für einen Investor einfach fällen“, erinnert sich Almut Grytzmann-Meister.
Baumschutz durchzieht wie ein roter Faden die ehrenamtliche Arbeit im BUND Viersen, ob es um behördliche oder private Fällungen von Bäumen geht. Besonders bitter war für Almut Grytzmann-Meister der Beschluss des Viersener Rates im Jahr 2000 die Viersener Baumschutzsatzung abzuschaffen. „Angeblich weil sie die Freiheit der Entscheidung für die Bürger beeinträchtigt hatte. Jeder in Viersen weiß, dass seither regelmäßig nicht nur private, sondern auch städtische Großfäll-Aktionen ungehindert stattfinden können – so mussten auch die über 350 ausgewachsenen Bäume entlang des neuen Josefs-Rings weichen“, ergänzt die BUND-Vorsitzende. „Ein weiterer Schwerpunkt der ehrenamtlichen Natur- und Umweltschutzarbeit des BUND ist die auch im Kreis Viersen massiv betriebene Schweine- und Rindermast und ihre negativen Folgen für Menschen, Tiere und Natur – und das mit noch immer ansteigender Tendenz. Die von diesen landwirtschaftlichen Betrieben ausgehenden Gefahren für Menschen, Tiere und Natur werden zwar inzwischen öffentlich diskutiert – in der Praxis aber steigen die Nitratwerte im Grundwasser und die Vergiftungen der Böden besonders im Kreis Viersen weiter an. Die neuerliche Blockade von effektiven Kontrollen durch die NRW-Landwirtschaftsministerin zeigt, dass man hier in unverantwortlicher Weise – statt die Bürger davor zu schützen – weiter nur die eigene Wähler-Klientel bedient.

Die Gruppe der aktiv und ehrenamtlich arbeitenden BUND-Mitglieder im Kreis Viersen ist dagegen sehr effektiv. So betreuen unsere ehrenamtlichen Mitglieder seit über einem Jahrzehnt Jahr für Jahr im Fritzbruch und in Clörath die Krötenwanderungen. Oder sie sammeln seit Jahren den achtlos weggeworfenen Plastikmüll entlang der Nierswege in Süchteln ein.“ Und auch in den anderen Gemeinden des Kreises finden sich immer wieder Freiwillige zum aktiven Einsatz für den Schutz der Natur, der Tiere und der Umwelt. Hier im Kreis Viersen hat sich das jahrelange Engagement der Aktiven nicht nur in den Presseberichten, sondern auch auf die hohe Zahl der Mitgliedschaften positiv ausgewirkt.

„Die Liste unserer BUND-Aktivitäten ist in den 25 Jahren nicht mehr überschaubar: Ob es sich um geplante Katzenkastrationen handelte, um eine Aktion gegen McDonalds, weil in Viersen nachweislich Igel in den weggeworfenen Plastikbechern des Fast-food Konzerns erstickt sind. Oder ob wir in Willich-Anrath eine uralte Blutbuche gerettet haben oder am dortigen Bahnhof einer Bürgerinitiative halfen, etliche Kastanien vor der Säge zu schützen. Ob wir in Niederkrüchten mit anderen zusammen einen Supermarkt auf der grünen Wiese verhindern konnten oder ob wir in Kaldenkirchen eine innerstädtische Baumallee gerettet haben. Oder ob wir gegen die Planung der Stadt Nettetal protestieren, den sogenannten Kletterwald nun – nachdem er auf den Viersen-Süchtelner Höhen viele zerstörte Bäume hinterlassen hat – künftig in einem Nettetaler Wald anzusiedeln.“

25 Jahre Umweltschutz, Tierschutz, Naturschutz und immer wieder: Schutz der Bäume vor drohenden Kahlschlägen in unserer Niederrheinischen Landschaft, aber auch mangelnde Pflege und viel Gleichgültigkeit und Unwissenheit – damit wird sich der BUND leider auch in Zukunft immer wieder beschäftigen müssen.

„Wir werden sehr darauf achten, dass die jetzige Ausrufung eines sogenannten Klimanotstandes durch den Kreis Viersen – und eventuell auch in anderen Kommunen im Kreis – nicht wieder nur ein weiteres Lippenbekenntnis für ineffektiven und unzulänglichen Natur-, Tier- und Umweltschutz sind. Auch hier werden wir – wie in den zurückliegenden 25 Jahren – mit allen unseren BUND-Aktiven am Ball bleiben …“ (hm/cs)