Alt Viersener Senfmanufaktur: Eine Ära endet, doch der Senf bleibt erhalten

Mittlerweile seit fast 19 Jahren bietet Dietmar Päpst an der Remigiusstraße seine Senfspezialitäten an. Im Frühjahr 2020 wird er sein Geschäft schließen, zumindest für einige Sorten gibt es allerdings einen Nachfolger.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Langsam aber sicher fallen die ersten Lücken in den Regalen auf, bisher undenkbar, denn Dietmar Päpst (67) und seine Frau haben das Ladenlokal an der Remigiusstraße mit viel Liebe zum Detail gepflegt. 185 Senfsorten wurden angeboten, doch damit ist am 31. März Schluss. Das Alter und die Gesundheit sind der Grund dafür jetzt häufiger reisen zu wollen, einfach einmal den Tag etwas ruhiger angehen zu lassen.
Vom 25. Dezember bis zum 6. Februar bleibt die Alt Viersener Senfmanufaktur zunächst geschlossen, dann besteht bis zum 31. März die Möglichkeit beim Räumungsverkauf noch einmal seinen Lieblingssenf zu erhaschen.

Mittlerweile vor über 19 Jahren hat der gelernte Schau- und Werbegestalter seine Leidenschaft vor Senf entdeckt und hat angefangen eigene Rezepte zu kreieren. Erdbeer-, Mispel-, Maronensenf mit Cognac oder der Beste nach Art des Hauses entstanden und fanden weit über die Grenzen von Viersen hinweg Liebhaber und Fans. „In direkter Form und für diese Räumlichkeiten gab es keine Möglichkeit der Nachfolge“, berichtet Dietmar Päpst. „Aber es gibt ein junges Viersener Unternehmen, das hat meinen Namen und das eingetragene Warenzeichen gekauft. Auch ein Teil der Rezepturen wird übernommen.“ So wird der Senf den Viersenern teilweise erhalten bleiben, doch alles andere bleibt noch ein Geheimnis. Nach seiner Schließung wird er gemeinsam mit der nächsten Generation Senfmanufaktur alle Informationen präsentieren.

Alt Viersener Senfmanufaktur Dietmar Päpst
Zum Frühjahr des kommenden Jahres endet eine Ära, denn die Alt Viersener Senfmanufaktur schließt ihre Türen. Foto: Rheinischer Spiegel

Ein großer Teil der Gastroküche ist bereits verkauft, die Fläche ist bereits weitervermietet – hier entstehen Büroräume. Wahrscheinlich ab der zweiten Jahreshälfte werden die neuen Produkte zunächst bei Edeka in Viersen und Dülken angeboten werden und auch der Onlineshop wird übernommen.

„Der Name bleibt in Viersen erhalten“, so Dietmar Päpst. Dabei sei ihm wichtig gewesen, dass seine Rezepte in Viersen verleiben und nicht günstig irgendwo produziert werden wo die Verbindung zu seiner Heimatstadt nicht gegeben ist. Verständlich, hat er doch mit viel Leidenschaft die Alt Viersener Senfmanufaktur geschaffen, nachdem er bei der Bundeswehr im Offizierscasino die Liebe zum Kochen entdeckt hatte. Ursprünglich auf Tapeziertischen während der Marktzeiten hat Dietmar Päpst angefangen und seine Idee kam an. Die Fangemeinde wuchs, das Internet übernahm dann einen Teil des Verkaufs. Im Jahre 2000 bezog er zunächst einen Laden an der Löhstraße/Ecke Gartenstraße, bevor er an der Remigiusstraße auf über 200 Quadratmetern heimisch wurde. Bis heute ist alles echte Handarbeit und genau diese Liebe zum Senf möchte er weitergeben, damit der Vierscher Senf auch weiterhin eine Besonderheit ist. (nb)