Alter Tierpark Süchteln: Viersener Grüne beantragen „Generationenpark“

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt, die vorliegenden Planungen zur Umgestaltung des Alten Tierpark in Süchteln zu modifizieren.

Viersen-Süchteln – Mit einem aktuellen Antrag versuchen die Viersener Grünen die bisherige Planung zur Umgestaltung des Alten Tierparks in Süchteln zu ändern. Hierbei stellen sie den Erhalt, die Sanierung und Wiederherstellung der Funktionalität der vorhandenen Gestaltungselemente (Pergolen und Wasserbecken) ebenso heraus, wie die vollständige Erhaltung des vorhandenen Baumbestands oder eine stärkere Ausrichtung als „Generationenpark“ auf Menschen aller Altersgruppen mit Elementen wie Boulebahn, Kinderspielplatz, weiteren Sitzgelegenheiten und einem Bewegungsparcours bestehend aus hochwertigen Fitnessgeräten.

Ebenso den Verzicht auf neue, wassergebundene Wegdecken sowie die Sanierung der vorhandenen oder neuen versickerungsfähigen Pflasterung aus wasserdurchlässigem Material oder die Unterschutzstellung der landschaftsarchitektonischen Elemente als Baudenkmale im öffentlichen Raum sprechen sie an.
„Die geplante Neugestaltung der historischen Grünanlagen des Alten Tierparks in Süchteln bietet die für Süchteln einmalige Möglichkeit, mit geringem Aufwand aus Vorhandenem eine Begegnungsstätte und einen Erholungsraum für alle Generationen und gleichzeitig eine wertvolle natürliche Klimaanlage mit bewegten Wasserelementen zu schaffen“, so Grünen-Sprecherin Maja Roth-Schmidt. „Die traditionsreiche Parkanlage – ehemals ein kleiner Botanischer Garten mit Tierpark – verfügt über einen reichen, schattenspendenden Bestand großer alter Bäume und bietet mit dem Ensemble von Pergolen und Wasserbecken einen weiteren Schatz der Landschaftsarchitektur, den zu erhalten es sich lohnt.“

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Der Entwurf dazu stammt aus dem Architekturbüro Georg Penker (Neuss), einem der bedeutendsten deutschen Landschaftsarchitekten mit prominentem Werkverzeichnis wie etwa der Grünanlagen-Konzeption der Universitäten Düsseldorf und Bochum sowie der olympischen Regattastrecke in München. Wieder instandgesetzt, wird die Anlage aus den 1970er Jahren die Attraktivität des Parks steigern, sind sich die Grünen sicher.
Insbesondere für Familien mit Kindern könnten die Wasserspiele – in Verbindung mit Spielgeräten und Sitzgelegenheiten – zu einem echten Anziehungspunkt werden, der in Hitzesommern für Abkühlung sorgt.

In unmittelbarer Nachbarschaft der von Georg Penker gestalteten Anlage sei der Pavillon am Süchtelner Busbahnhof ein weiteres unterschätztes architektonisches Highlight, das genau wie die Pergolenanlage aus den 1970er Jahren stammt und seinerzeit den ersten Preis eines Architektenwettbewerbs gewonnen hat.
„Dieser korrespondiert in seiner hexagonalen Gestaltungsweise eindeutig mit den Pergolen im angrenzenden Park. Beide Anlagen können sich in ästhetischer und funktionaler Hinsicht mit Blick auf die zukünftige Gestaltung und Nutzung des Busbahnhofs ergänzen“, so Ratsherr Peter Breidenbach. „Der Alte Tierpark eignet sich wie kaum ein zweiter Platz in Süchteln dazu, einen Mehrgenerationenpark anzulegen. Hier gehört ein Kinderspielplatz hin, ebenso ist er prädestiniert für eine Boulebahn, die sicher insbesondere von älteren Mitbürger*innen gerne genutzt würde. Dazu passen auch die von der Verwaltung vorgeschlagenen Sportgeräte. Diese sollten allerdings durchgehend hochwertig, barrierearm und für Menschen unterschiedlicher Körpergrößen gut handhabbar sein. Unabhängig vom eigenen Fitnesslevel, sollten sie dazu einladen, auf spielerische Art und Weise möglichst alle Körperzonen zu trainieren.“

Infotafeln mit Nutzungs- und Sicherheitshinweisen sollen nach Planung der Grünen die Hauptfunktionen erläutern. Würde der Alte Tiergarten auf diese Weise saniert und weiterentwickelt, müsse kein gesunder Baum für den geplanten Multifunktionsplatz gefällt werden. „Um das subjektive Sicherheitsgefühl der Nutzer*innen zu verbessern, wird das verbesserte Beleuchtungskonzept ausreichen – insbesondere, wenn sich die Nutzungsfrequenz durch die Anwohnerschaft mit der Umgestaltung deutlich erhöht“, erklärt Sprecher Jörg Eirmbter-König. „Die Restaurierung und Wiederinbetriebnahme des Gesamtensembles, bestehend aus fünf (ursprünglich wohl sechs) Metallpergolen mit Holzeinfassung sowie zwei Wasserbecken mit kleinem Wasserfall und Springbrunnen, könnten ggf. aus den in Aussicht stehenden Mitteln des NRW-Förderprogramms „Aktive Zentren“ finanziert werden. Durch die beschriebene behutsame Sanierung der Parkanlage würde nicht nur in erheblichem Umfang die Immission des Treibhausgases CO2 eingespart werden, das durch den Abriss, die Abfuhr und die Neuerstellung der Anlage anfallen würde, sondern auch öffentliche Gelder, die an anderer Stelle besser und sinnvoller verwendet werden könnten.“

Fördermittel aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept für den Ortsteil Süchteln, die für den Alten Tierpark nicht in Anspruch genommen würden, könnten dagegen in angrenzende Bereiche, wie etwa die zentrale Grünanlage an der Vereinsstraße oder den Verbindungsweg entlang der Turnhalle investiert werden. Hier hätten Anwohner erheblichen Verbesserungsbedarf angemeldet.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist sich sicher: Der Verzicht auf eine Neugestaltung der Wegeverbindung mit wassergebundenen Deckschichten und die Wahl einer versickerungsfähigen Pflasterung berücksichtigt vor allem die Bedürfnisse der anliegenden Johannes-Kepler-Realschule, deren Schüler*innen den Park auf dem Weg vom und zum Busbahnhof regelmäßig benutzen. Wassergebundene Wegdecken würden zu einem erheblichen Mehraufwand für die Reinigungskräfte führen. Mit einer behutsamen und bewahrenden („konservativen“!) Sanierung des Süchtelner Alten Tierparks, die vorhandene Elemente einbezieht und wieder in Wert setzt, wäre für die Anwohner*innen und alle Süchtelner Bürger*innen in Hinsicht auf die Anpassung an den Klimawandel wie auch den sozialen Zusammenhalt viel gewonnen. Bezüglich des Umganges mit zunehmend knapper werdenden öffentlichen Finanzmitteln – Stichworte Corona-Krise und Bewältigung der Hochwasser-Katastrophe – könnte hier also auch ein vorbildliches Zeichen für die effiziente Führung der öffentlichen Haushalte gesetzt werden. (opm/Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

6 Kommentare

  1. Genau so muss es sein!
    Nicht abreißen, vernichten und modernste, kalte Neugestaltung.

    E rhalt, S anierung, S chutz, E rholung, N atur =
    E S S E N, statt FRESSEN !!!!!

  2. Wenn man das Bild hier anschaut, dann sieht man doch sofort dieses „wunderschöne“ grüne und schattige Plätzchen und fragt sich, warum nicht eine Aufhübschung reichen würde. Insofern haben die Grünen recht. Was wir haben nicht brauchen, ist eine Boulebahn oder Fitnessparcour. Das ist Verschwendung von Steuergeldern. Diese Dinge werden im Alltäglichen von den Menschen wenig bis gar nicht genutzt, aber sicherlich wieder beschädigt, zerstört, verschmutzt. Dies kann man ja Allerorten beobachten. Lieber ein Standplatz für mehrere Foodtrucks einrichten, um ein Käffchen zum klönen oder einen leckeren Burger o.ä. kaufen zu können. Das gesparte Geld dann lieber der Realschule geben, damit dort der Weg zur Digitalisierung fortschreitet.
    PS: im Gegensatz zur Redaktion habe ich hier bewußt auf den *innen-Blödsinn verzichtet, da ich für mich im Gegensatz zur autoritären MInderheit der Woke-Bewegung nicht in Anspruch nehme, eine höhere Form von Bewusstsein in Bezug auf den prekären Zustand der Welt zu haben, zumal Wokeness ein amorphes, von Befindlichkeiten gesteuertes Gebilde ist. Parknutzer sind für mich alle Menschen und Tiere, so auch alle Redaktionsmitarbeiter des RS durchs männl., weibl. oder was weiß ich noch sein können 😉

    1. @Don Draper
      Einen oder mehrere Stellplätze für Foodtrucks brauchen wir im Alten Tiergarten mit Sicherheit NICHT!
      Die Gebäude am Bussbahnhof stehen leer, warum nicht dort Angebote zum Erwerb von Käffchen oder meinetwegen auch Burger entstehen lassen!?
      Durch ihre so genannten Foodtrucks holen wir uns nur wieder unnötig Müll und Verschmutzung in den Park!
      Wir brauchen KEINE Eventzene im Park! Der Park soll zur Erholung aller Generation dienen!
      Sehen Sie sich doch gerne mal den Artikel aus der Rheinischen Post an,
      über die Verschmutzung entlang der Niers zwischen Süchteln und Grefrath, durch die
      Eventtouren auf der Niers.

      1. @ Far Darrig
        Wenn Sie meine früheren Einlassungen zum Thema hier gelesen hätten,dann wäre ihnen klar gewesen,dass ich in der Sache immer ganz bei Ihnen war. Aber leider schlagen ja selbst die Grünen immer wieder diese Event- und/oder Turnflächen vor. Und auch leider!! wird das leerstehende Gebäude am Busbahnhof in keinem Konzeptvorschlag erwähnt,was mir ehrlich gesagt auch völlig unverständlich ist. Deshalb mein Vorschlag zu den Foodtrucks,welche noch andere Vorzüge ggü. einer stationären Gastronomie haben. Sie sind mobil,können also durch andere Anbieter ersetzt werden,was das gastronomische Angebot enorm flexibel und vielfältig erweitert. Sie könnten ihren Aufstellort im Bereich frei wählen und damit ihr Angebot besser zu den Kunden bringen. Zerstörung und Vermüllung lässt sich nie vermeiden,auch nicht bei einer Gastronomie im Gebäude. In unserer Gesellschafsform,welche das völlig ungehemmte Ausleben der Ichlinge so extrem fördert und Fehlverhalten so extrem lasch bestraft, ist leider keine japanische Disziplin und Sauberkeit zu erwarten.

  3. @Grüne, Opi, Don, RS:
    Ihr habt es gut ausgedrückt. Hoffentlich veröffentlich die Stadt bald das Ergebnis der Online-Bürgerbeteilung.
    Dann sehen wir weiter.
    Und als Frau mal zum *innen in Wort und Schrift:
    Das grundlegende Argument gegen gendergerechte Sprache ist nämlich, dass das Geschlecht in der Sprache (der Genus) nichts zu tun hat mit dem Geschlecht eines Menschen (dem Sexus).
    Das Mädchen. Die Frau. Der blonde Engel: ein Beispiel wo der Sexus 3x weiblich ist, der Genus aber jede der drei möglichen Formen annehmen kann. Nochmal: Sexus und Genus haben nichts miteinander zu tun. 😉😉
    Also bitte RS: 2 Drittel lehnen dieses Woke_Schreiben ab. Bleibt ein Medium der Mehrheit.

    1. Liebe Ladyfitz, es handelt sich um eine Pressemitteilung der Grünen. Diese Meldungen werden am Ende mit (opm/…) gekennzeichnet. Wir selbst gendern nicht (siehe unseren Redaktionshinweis: Aus Gründen der Lesbarkeit wird als Fundament auf dieser Webseite die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Personen aller Geschlechter.). Wir ändern aber auch Pressemeldungen nicht ab, wenn dies vom Versender so gewünscht wird.

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