Am Grenzweg hielten die Königinnen charmant die Schützentraditionen hoch

Zehn Königinnen regierten am vergangenen Wochenende bei der St. Konrad Schützengilde Grenzweg e.V. Mit ihrem besonderen Charme machten sie das Schützen- und Heimatfest zu einem Erlebnis.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Das neue Königshaus steht bereits in den Startlöchern. Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen/Willich – Auch wenn kurzfristig aus den elf Königinnen zehn geworden waren (eine der Damen hatte ihre Königinnenwürde niedergelegt), das Schützenfest am Grenzweg war in diesem Jahr außergewöhnlich, denn damit die Bruderschaft nicht ein zweites Mal ohne Königshaus feiern musste gingen die Damen der Nierstalblumen einen ungewöhnlichen Weg und eroberten die Herzen wie im Flug. Vor rund einem Jahr errangen nämlich elf Königinnen den Vogel und stellten damit nicht das traditionelle Königshaus, wie es im Schützenbrauchtum bekannt ist.

Sie wurden zu einem Novum der St. Konrad Schützengilde Grenzweg e.V., und dass es funktioniert, das bewiesen die Damen in den vergangenen Tagen. Hier mischten sich die Traditionen mit den diesjährigen Besonderheiten und so trugen die Damen nicht eine große Königskette, ein sie alle erhielten eine Kette auf der stand „Eine von elf“. Auch auf den üblichen Königstanz verzichteten die Königinnen, die für diesen Abend in einheitlichen Kleidern eine Show einstudiert hatten – und damit jeden von den Stühlen rissen.

Die bordeauxrote Farbe der Kleider vermischte sich an diesem Abend mit Blumengeschenken aus Viersen, die die Weißen Husaren der St. Josefs und St. Gereon Schützenbruderschaft 1883/1710 von „einmal über die Niers“ mitgebracht hatten. Wie ein Stück Niers sah dabei das Gastgeschenk tatsächlich aus auf dem sogar die Quietscheentchen auf dem Wasser nicht fehlen durften. Eine gelungene Überraschung für die Bruderschaft, zu der aus der ganzen Region die befreundeten Schützen gerne strömten, darunter auch der Bezirksschützenprinz aus Viersen-Bockert Frederic Huberty mit seiner Königin Antonia Hüpkes – nur eines von zehn Königshäusern, die den Abend an der Niers verbrachten. Ernannt zum Oberst wurde Manfred Schrobenhäuser (bis dato Oberleutnant) und auch Fabian Abrecht durfte sich über eine Beförderung zum Leutnant freuen.

Foto: Rheinischer Spiegel

Wenn auch das Schützenfest seinen krönenden Abschluss erst am Montagabend mit dem Dorfabend fand, so gehörte doch gewohnt zu den Highlights des Wochenendes der Sturm auf die Burg. Der Schriftzug „Unkraut vergeht nicht“, der dick auf der Burg zu lesen war, wurde allerdings nicht nur angegriffen von den „Nierstalblumen Vernichtern“ – Stinkbomben, Mehlpakete und jede Menge Wasser gehörte bei diesem Ereignis dazu, wie es hier in Viersen nur am Grenzweg zu sehen ist.

Für den Bau hatten die Familien und Partner der Königinnen fleißig mit angefasst und sie hielt sich beharrlich (zumindest gute 30 Minuten), bevor das Tor nachgab und der feucht-schmutzig-fröhliche Spaß natürlich in der Niers endete. Beste Voraussetzungen für Christoph Brandt, der die kommende Königswürde für sich sichern konnte und bereits ein „alter Hase“ ist, wenn das Tambourcorps die bekannten Klänge erschallen lässt. Beim 164. Schuss holte er den Vogel herunter – an seiner Seite wird seine Königin Yvonne Christmann ebenso stehen wie Ministerin Natascha Lessner und Minister Julian Hardt. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel