Am Vierscher Stadthaus kämpften die Jecken gegen die Möhnen und den Amtsschimmel

Liebe Leserinnen, liebe Leser, ich stehe hier am Vierscher Stadthaus, wo die Jecken mit geballter Kraft versuchen die letzte verbliebende Festung der Bürokratie am Altweiberdonnerstag einzunehmen. Leicht scheint es nicht zu sein, doch in den anderen Stadtteilen siegte bereits die 5. Jahreszeit. Damit ebenfalls in Viersen der Amtsschimmel niedergerungen werden kann, sind zudem die Prinzenpaare aufgestockt worden.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Meine Damen und Herren, vor dem Stadthaus und der Verwaltung steht erneut in diesem Jahr eine starke Front von Karnevalisten, die sich bereits um 15:00 Uhr am Remigiusbrunnen getroffen hatten um mit dem Regimentszug der Prinzengarde ein starkes Zeichen bei ihrem Zug durch die Fußgängerzone zu setzen. Kampfgeist und Siegeswille waren bei jedem Schritt zu spüren, die Jecken sind sich sicher, der Stadtschlüssel wird ihre Trophäe sein.

Prinzengarde, Viersener Festausschuss, Prinzenpaare und zahlreiche Verein kamen in Viersen zusammen zum Sturm auf das Stadthaus und gegen die Abwehr der Möhne. Foto: Rheinischer Spiegel

Die Ankunft am Stadthaus wurde mit viel Beifall und Unterstützung aus der Bürgerschaft gefeiert, Senatspräsident Frank Schiffers konnte mit Freude die große Zusammenkunft auf dem Rathausmarkt begrüßen. Die Aufmerksamkeit nutzte er für eine Pause zwischen dem närrischen Treiben, denn als er um eine Schweigeminute nach dem aktuellen Anschlag in Hanaus bat, waren plötzlich hunderte von Menschen still.

Die Möhne konterten mit Tanz und Musik, bedienten sich zudem immer der Hilfe aus den angreifenden Reihen. Foto: Rheinischer Spiegel

Den ersten Angriff starteten die Glühwürmchen der Tanzschule Behneke, bevor dann die Roahser Möhne als Rollergang und Abwehr für den Amtsschimmel auftraten. Dafür hatten sich die Vereine zusammengetan um die Mauern des Stadthauses zum Bersten zu bringen. Den zweiten Angriff leitete das Kinderprinzenpaar mit seiner Garde, doch das Stadthaus hielt auch dem ersten Böllerschuss der Prinzengarde stand – Zeit endlich ernst zu machen. Die Mädels der Blau-Wette-Jonges gaben ihr Bestes, doch erneut stellten sich Möhne, dieses Mal die Möhne Alt-Viersen gegen die Karnevalisten.

Zwei weitere Böllerschüsse der Prinzengarde sollten den Kampfgeist der Jecken unterstreichen, die vom Viersener Kinderprinzenpaar ausgelöst werden durften. So langsam aber sicher bröckelte die Abwehr, mittlerweile hatten sich zu den Vierscher Tollitäten zudem weitere Prinzenpaare gesellt. Der Tanz der Prinzengarde, natürlich mit der legendären Zugabe und unterstützt von den Tollitäten, drei weitere Böllerschüsse und eine Aufgabe für das Viersener Prinzenpaar beendeten den Kampf, bei dem sich nach fast eineinhalb Stunden Sturm das Stadthaus geschlagen geben musste. (dt)

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Ebenfalls das Viersener Kinderprinzenpaar durfte die Kanone zünden. Foto: Rheinischer Spiegel
Foto: Rheinischer Spiegel
Foto: Rheinischer Spiegel
Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller – fototeam-viersen.de

Ein Kommentar

  1. Es ist traurig, daß seit die Bürgermeisterin im Amt ist die Möhnentradition mit Füßen getreten wird. Die Möhnen veteidigen nicht die Rathäuser sie sollen mahnen und die Macht übernehmen. Ich bin seit vierzig Jahren Möhne.

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