Störche am Niederrhein: Meister Adebar freut sich über Nachwuchs an der Clörather Mühle

Vor über 100 Jahren fühlten sich die Störche am Niederrhein wohl. Rund 60 Storchenpaare waren hier beheimatet. Dann wurde es lange still um Meister Adebar, der allerdings in den letzten zehn Jahren immer häufiger wieder umrahmt von Weiden und Niers hier auf Nachwuchs hofft. An der Clörather Mühle kann er nun gut geschützt seinen Nachwuchs aufziehen. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Die Nisthilfe an der Clörather Mühle ist wieder besetzt und Meister Adebar fleißig auf der Suche nach passendem Material für das Nest, in welchem bereits seine Gattin wartet, die drei Jungtiere zu versorgen hat. Vor zehn Jahren nistete dort nach über 100 Jahren erstmals wieder ein Storchenpaar, welches in der Folgezeit jedoch nicht in jedem Jahr zurückkehrte.

Der Herr des Dreamteams an der Clörather Mühle hatte, nach den ersten Erkenntnissen der Ringnummern, bereits 2018 und 2019 in den Kreis Viersen zurückgefunden – in 2018 wurden sogar stolze dreißig Storchenpaare am Niederrhein gezählt. Doch sie sind nicht die einzigen Exemplare, die momentan hier einen Zwischenstopp einlegen oder sogar heimisch werden wollen. Eine Vierergruppe konnte in den vergangenen Wochen ebenfalls von der Notfelle-Niederrhein-Tierschützerin Nadine Ehms beobachtet werden.

Foto: Rheinischer Spiegel/Nadine Ehms

Besten Blick auf das Liebespaar an der Clörather Mühle bietet der Aussichtspunkt südlich der Mühle am Clörather Weg. Ein Fernglas ist allerdings hilfreich, denn schließlich soll das junge Glück ungestört auf dem neun Meter hohen Telegraphenmast den Nachwuchs aufziehen können.

Der Weißstorch gilt in Deutschland als gefährdete Art und steht auf der Roten Liste der Brutvögel, in Nordrhein-Westfalen gilt er als vom Aussterben bedroht. Bejagung, Dürreperioden, Opfer durch elektrische Freileitungen oder Gefahren auf dem Zugweg haben das Vorkommen stark dezimiert. Der Weißstorch ist Glücksbringer, Fabeltier oder Märchenfigur und verbringt als Zugvogel den Winter im Süden. Ein langer Weg, teilweise bis hin nach Südafrika, der mit zahlreichen Gefahren verbunden ist. Um den Zugweg und den Verbleib der Vögel verfolgen zu können, erhalten die Störche einen Kennzeichnungsring, mit welchem auch der aktuelle Storch an der Clörather Mühle identifiziert werden konnte. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Nadine Ehms