An der Großen Bruchstraße verschmolz moderne Grillkunst mit traditionellem Mezcal

Viersens Mezcaleria an der Großen Bruchstraße feierte den Fußball-Sieg Mexikos gegen die deutsche Mannschaft mit einem Pulq-Day und bot seinen Gästen ein besonderes Grill-Event.

Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – Die historische Pleite, die Deutschland beim WM-Auftaktspiel zu verkraften hatte, verfolgten Deutsche und Mexikaner im Mexican-Restaurant gemeinsam. Wie gut, dass Inhaber Ioannis Panagou dabei zu einem Pulq-Day einlud, der die deutsche Niederlage nicht ganz so schmerzhaft machte. Bereits seit den Mittagsstunden war hierzu das Don Carne BBQ Team vor Ort und zauberte gekonnt Burger, Salsa-Rip Sliders oder Entrana mit Guacamole und sikilpa’k für die Gäste. Das Grill-Team, das mittlerweile auch bei Grillwettkämpfen erfolgreich antritt, kommt aus der Region und bewies: Die Niederrheiner kennen sich aus mit der hohen Grillkunst. Vier Mitglieder des neunköpfigen Grillteams zeigten am WM-Spieltag Deutschland/Mexiko worauf es zu achten gilt und wie mit Leidenschaft und Zeit das Fleisch geschmacklich erblüht.

Fizzle und Sia aus Waldniel, Olli aus Süchteln und Tobias aus Viersen grillen seit rund einem Jahr im Team und leben ihr gemeinsames Hobby am Grill oder Smoker gemeinsam aus. Für die Gäste des Mexican-Restaurants ein Highlight, denn wann sonst bekommt man so hautnah die Top-Tipps der Profis – und die fingen schon bei der Kohle an. Nicht 0-8-15, sondern nachhaltig und ökologisch verwendeten sie OlioBrics, einer der aktuellen Geheimtipps der Grillszene. Briketts aus zu 100% recycelter Olive und mittlerweile in vielen Märkten der Region erhältlich. Dazu konnte Ioannis Panagou einen besonderen Gast aus Mexiko begrüßen und dieser ließ sich nicht lange bitten mit seinem umfassenden Wissen rund um den Mezcal die Grillspezialitäten abzurunden.

Foto: Rheinischer Spiegel

Zu Besuch in Deutschland ist aktuell Marco Mendez aus Mexico City, einer der ersten Mezcaliere (ähnlich dem hier bekannten Sommelier) weltweit. Mendez, der ursprünglich Philosophie und traditionelle, aztekische Tänze studierte, verbindet heute sein Wissen rund um die vielfältige mexikanische Geschichte mit der langen Tradition des Mezcaldestillierens. Er berichtete den interessierten Gästen von den verschiedenen Agaven und seiner Herstellung am Beispiel des direkt von einer zapotekischen Familie mit eigenen Agavenfeldern destillierten Mezcal Los Javis, der im Mexican Viersen erhältlich und zu kosten ist.

Während der Mezcal in Viersen meist noch unbekannt ist, haben ihn die In-Bars in Düsseldorf oder Köln schon lange entdeckt, löst er doch immer mehr den Tequila ab, der übrigens ebenfalls eine Form des Mezcal ist. Während sich Tequila auf die Weber-Agave beschränkt, punktet der Mezcal mit verschiedenen, auch wilden Agavensorten – erhält so seinen typischen Geschmack, der je nach Lagerung einen Hauch von Schokolade, Kräutern oder Zitrusfrüchten vermittelt. Für die Gäste an diesem Tag fast eine Reise nach Mexico ohne die eigene Heimat verlassen zu müssen und Grund genug beim nächsten Pulq-Event wieder dabei sein zu wollen. (wh)