Angebot für alle Altersstufen – Beim Sommerleseclub geht es um Lesespaß ohne Leistungsdruck

Seit 2007 ist die Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek Jahr für Jahr dabei, wenn die öffentlichen Büchereien bundesweit zum „Sommerleseclub“ einladen. Vom 23. Juni 2020 bis zum 15. August reicht der Aktionszeitraum.
Corona-bedingt haben sich die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek einige Neuerungen einfallen lassen. Im Mittelpunkt bleibt das Ziel, den Spaß am Lesen zu fördern.

Viersen – Der Sommerleseclub sei ein „schönes Freizeitangebot in den Ferien“, sagte die für die Stadtbibliothek zuständige Beigeordnete Cigdem Bern. Hier werde das Interesse an Texten, Sprachen und Lesen geweckt, ohne zugleich den mit Schule verbundenen Leistungsdruck auszubauen. Alle Teilnehmenden können „auf spielerische Art und Weise Lese-Erfahrung sammeln“. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit des Projektes dankte sie den Sponsoren, die langfristige und zuverlässige Partner seien.

Ein Ball, den Günter Neumann von der Volksbank Viersen gerne aufnahm. Es gebe, sagte er, „nichts Wichtigeres, als Kinder frühzeitig und mit Spaß ans Lesen heranzuführen“. Ähnlich sieht das Patrick Beckers, der den zweiten Sponsor NEW vertrat: „Wir unterstützen den Sommerleseclub nicht nur aus Tradition, sondern auch weil wir die Aktion für überaus sinnvoll halten.“

(von links): Natali Ochmann, Christiane Wetter, Günter Neumann, Patrick Beckers und Cigdem Bern – Foto: Stadt Viersen

Die Leiterin der Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek Viersen, Christiane Wetter, erinnerte daran, dass Bildungsarbeit und Leseförderung seit Jahrzehnten Ziel der Bücherei seien. Ihre Stellvertreterin Marianne Bartsch, die die Veranstaltungen der Bibliothek koordiniert, ergänzte, dass sich das Leseverhalten gerade von Kindern und Jugendlichen stark verändere. Manche Kinder erlebten das Medium Buch nur noch in der Form des Schulbuchs.

Der Sommerleseclub reagiert darauf beispielsweise damit, dass das Lese-Logbuch nun auch in einer digitalen Version zur Verfügung steht. Ziel bleibe es aber, den Blick auf das gedruckte Buch zu lenken. Mit der seit dem vergangenen Jahr praktizierten Öffnung des Teilnehmendenkreises auf alle Altersgruppen setzte der Sommerleseclub zudem einen neuen Akzent auf Lesen als Gemeinschaftserlebnis.

Die Voraussetzungen für Mitmachwillige sind denkbar klein: Für die Zeit des Sommerleseclubs gibt es einen kostenfreien Leseausweis. Der ermöglicht zum Beispiel den Zugriff auf mit Hilfe der Sponsoren angeschaffte aktuelle Neuerscheinungen. Bedauerlich sei, dass wegen der Corona-Pandemie die üblichen Gemeinschaftsveranstaltungen des Clubs in diesem Jahr ausfallen.

Dass das Organisationsteam sich Alternativen ausgedacht hat, berichtete Natali Ochmann, Projektkoordinatoren in der Stadtbibliothek Viersen. In jeder der acht Wochen des Clubsommers gebe es Mitmachtipps. Diese werden wahlweise online präsentiert oder analog als „Wundertüten“ zum Abholen an einem der drei Standorte der Viersener Bücherei bereitgehalten.

Mit einem vielfältigen Medienangebot wolle man Teams, aber auch Einzelpersonen, zur Teilnahme motivieren. Das Lese-Logbuch biete viel Platz für eigene Ideen – und die Chance, am Ende einen „Lese-Oskar“ zu gewinnen. Eine Teilnahmeurkunde für alle, die mitmachen, gibt es ohnehin.
Besonders gespannt sind alle auf die Antworten zu einer speziellen Frage im Logbuch: „Wie sieht der coolste Leseplatz dieses Sommers aus?“

Der Sommerleseclub läuft vom 23. Juni bis 15. August 2020. Das Projekt wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft das Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und vom Kultursekretariat NRW Gütersloh betreut. Teilnehmen können Menschen aller Altersgruppen einzeln oder Teams bis zu 5 Personen. Die Teilnahme ist kostenlos.