Annette Zimmermann zur 51. Burggräfin proklamiert

Seit 1969 ist es Usus, dass die „Historische Karnevalsgesellschaft von 1883 Ruet-Wiss Okerke“ Anfang Januar eines jeden Jahres eine/n Burggrafen/gräfin proklamiert. Diese/r sollte sich in und um Odenkirchen in vielfältiger Weise verdient gemacht haben.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach-Odenkirchen – Nach dem Einzug mit der Burggrafengarde begrüßte der Vorsitzende und Präsident Helmut Deden die in großer Anzahl erschienenen Gäste und stellte fest, dass man in Odenkirchen mit den Ruet-Wissen seit 137 Jahren Spaß und Freude habe.

Dann bat er die anwesenden 15 Burggrafen auf die Bühne, die er im Einzelnen namentlich und mit dem Proklamationsjahr vorstellte. Eine ganz besondere Freude war es, dass Dr. Markus Hardenack nach seiner längeren Krankheit wieder im Kreis der Burggrafen dabei war.

Weiter begrüßte er das Prinzen-Paar Axel und Thorsten mit Hofmarschall Guido Gauls sowie den Adjutanten Dieter Lichtenhahn und Stefan Neus. Auch das Kinderprinzenpaar Louis und Theresa mit Hofmarschall Hajo Hering und Adjutant Lukas hatten es sich nicht nehmen lassen, dieser Einladung zu folgen. Gert Kartheuser, der Vorsitzende des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes, sowie die weiteren Mitglieder des Vorstandes waren ebenfalls unter den geladenen Gästen.

Natürlich durfte auch der Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners nicht fehlen, da er Annette Zimmermann zur neuen Burggräfin „schlagen“ musste.

Zur Auflockerung des Programms tanzten dann die beiden Mariechen Anna und Joy. Diese beiden machten den Anfang einer neuen Kindertanzgruppe, die die Gesellschaft wieder auf die Beine stellen möchte.

Deden erklärte dann den Anwesenden, dass es eine besondere Auszeichnung im Gladbacher Karneval sei, Burggraf zu werden. Hierzu gelten Kriterien für die Auswahl der Persönlichkeiten, die dafür infrage kommen. Die Burggrafen und der Vorstand haben diese sehr ernst genommen, denn der Kandidat muss viel in und für Odenkirchen getan und erreicht und das Brauchtum vor allem in der fünften Jahreszeit gestärkt und unterstützt haben. Dass Annette Zimmermann diese Kriterien erfüllt bzw. überfüllt hat, liegt für jeden im Saal wohl auf der Hand.

Dann bat Deden die 50. Burggräfin Petra Heinen-Dauber an das Rednerpult, um die Laudatio auf Annette Zimmermann zu halten. Sie begann ihre Rede mit den Worten, dass Annette Zimmermann volksnah, aktiv in Odenkirchen und humorvoll sei, und es somit die richtige Wahl gewesen sei, sie in die Burggrafenriege aufzunehmen. Sie kündigte den Burggrafen an, dass jetzt geballte Frauen-Power auf sie zukäme, denn Power habe sie.

In der Familie Zimmermann spielt die 11 eine große Rolle, denn sie wurde am 11.03. und ihr Mann am 11.01. geboren und vielleicht kommt auch daher die Liebe zum Karneval.

Vor der Zeit im Karneval hat sie ganz bürgerlich ihre Leistungen unter Beweis gestellt. Annette Zimmermann stammt aus einer in Odenkirchen gut bekannten Familie. Ihr Großvater Dr. Franz Jansen, wurde 1940 Eigentümer der Stadt Apotheke. Ihr Vater, Wilhelm Jansen, übernahm die Apotheke zwei Jahre vor der Geburt seiner ältesten Tochter Annette. Einzelkind sollte Annette Zimmermann nach dem Wunsch ihrer Eltern aber nicht bleiben. Ihre Eltern sorgten schnell auch innerhalb der Familie für ‚Frauenpower‘ mit den Zwillingen Barbara und Caroline und mit der vierten Tochter Christina. Ein 4 – Mädel- Haus!

Annette Zimmermann war und ist immer eine sehr vertrauensvolle, in sich ruhende und hilfsbereite, ältere Schwester gewesen. Sie kann gut Ratschläge erteilen, die nichts verschönern und ehrlich gemeint sind.

Ihre Leidenschaft für Süßes und Lesen ist seit frühester Jugend bis heute geblieben. Ein Glas Nutella gehörte für sie aber immer bei einem guten Buch dazu. Dies scheint ein gutes Rezept für den schulischen und beruflichen Erfolg zu sein. Denn sie war eine sehr gute Schülerin. Nach ihrem Abitur am Gymnasium Odenkirchen, studierte sie erfolgreich Pharmazie in Berlin, arbeitete danach in unterschiedlichen Apotheken bis sie im Jahr 2005 die Apotheke von ihrem Vater übernahm und nun in dritter Generation weiterführt.

Sie hat jedoch nicht nur den Beruf ihres Vaters ergriffen. Auch die Bereitschaft sich für andere Menschen und das Gemeinwohl zu engagieren, hat sie von ihren Eltern übernommen. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Gremien der jetzigen Pfarre St. Laurentius, unterstützt sie mit Rat und Tat, ob im Bereich der Kindertagesstätten, in der Zusammenführung der ehemaligen selbständigen Gemeinden St. Michael, Heilig Geist und St. Laurentius oder im Rahmen des aktuellen Neubauprojektes an der Wiedemannstraße / Klinkenbergstraße.

Als Vorsitzende des Gewerbekreises Odenkirchen übernimmt sie Verantwortung und sorgt mit ihrem Team für eine Attraktivitätssteigerung des Odenkirchener Zentrums. Sie ist engagierte Ansprechpartnerin für Politik und Verwaltung im Interesse der Geschäftsleute und Odenkirchener Bürger. Der vom Gewerbekreis unter ihrem Vorsitz seit vielen Jahren veranstaltete Lichterabend ist über die Grenzen von Odenkirchen hinweg bekannt und stellt einen Höhepunkt der Odenkirchener Veranstaltungen dar.

Dass sie diesen beruflichen und ehrenamtlichen Einsatz leisten kann, beruht aber auch darauf, dass sie mit ihrem Ehemann Martin den richtigen Lebenspartner gefunden hat. Sie lebt mit ihrem Ehemann Martin und den drei Töchtern in einem familiären Zusammenhalt, der für sie höchste Priorität hat.

Die 5 Zimmermänner verbindet aber auch die Leidenschaft zum Karneval. Martin Zimmermann tanzte vor einiger Zeit noch im Männerballett von Ruet–Wiss Okerke. Und beim Straßenkarneval können wir sie seit vielen Jahren treffen. Sie hat gemeinsam mit ihren Töchtern, aber auch mit ihrer Schwester Christina und deren Kindern auf oder vor dem Ruet-Wiss-Wagen, begeisternd Kamelle geworfen. Diese Begeisterung für den Karneval ist auf jeden Fall familiär bedingt und mit der närrischen Zahl 11 zu tun haben. Die Eltern von Annette Zimmermann sind dieses Jahr 3 x 11 Jahre Mitglied bei Ruet-Wiss Okerke. Sie selbst ist am 11.11.2011 in die HKG Ruet-Wiss eingetreten und danach Ehrensenatorin geworden und wiederum an einem 11. Erfolgt dann ihre Aufnahme in den karnevalistischen Adelsstand.

Mit dieser Aufnahme tritt ein Novum in der Burggrafengesellschaft ein: mit Dr. Markus Hardenack, dem 48. Burggrafen und Schwager von Annette Zimmermann, stammen gleich zwei Burggrafen aus einer großen Familie mit viel Leidenschaft und Einsatz für den Karneval und für Odenkirchen.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der zum letzten Mal in seiner Amtszeit diese Proklamation mit dem Zeremonialschwert von Manfred Sachse durchführte, hatte leider in diesem Jahr keine Leiter zur Verfügung und so musste Annette Zimmermann sich hinknien, um die „Adelsschläge“ zu erhalten. Hierbei wurde seitens des OB genauestens darauf geachtet, dass er den Ohren nicht zu nahe kam.

Zu den ersten Gratulanten gehörten das Prinzen-Paar Axel und Thorsten sowie das Kinderprinzenpaar Louis und Theresa. Sie verliehen ihre jeweiligen Prinzenorden, wobei Axel anmerkte, dass sie verliehen werden, sie diese aber nicht zurück haben wollen.

Nachdem Gert Kartheuser ebenfalls die Glückwünsche des MKV mit Ordensübergabe überbracht hatte, sangen beide Prinzenpaare ihr gemeinsames Lied.

In ihrer Dankesrede betonte Annette Zimmermann, dass sie stolz und dankbar sei, in die illustre Runge der Burggrafen aufgenommen worden zu sein.

Sie mag Historie, auch wenn es für manche altmodisch ist. Dann auch Zukunft braucht Herkunft. Sie liebt den Karneval, denn sie ist katholisch aufgewachsen und so gehört das Feiern an den tollen Tagen zum Jahr wie auch die anschließende Fastenzeit.

Als Senatorin von Ruet-Wiss nimmt sie seit einigen Jahren begeistert an den Karnevalsumzügen teil, ganz besonders gerne in Odenkirchen. Dort findet sie den Karneval am Schönsten. Hier feiert man mit Freunden, kann nach der Sitzung zu Fuß nach Hause gehen und lernt nach dem Veedelszoch den Nachbarn ganz neu kennen.

In der heutigen schnelllebigen Zeit tut es gut, sich auch einmal die Zeit zu nehmen um zuzuhören, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen sondern das Ganze in den Blick zu nehmen. Auch ist man angewiesen auf Menschen, die mit anpacken, Zeit und Geld investieren und die nicht fragen, ob es sich am Ende lohnt und man erreicht, was man wollte.

Sie ist Odenkirchenerin und engagiert sich für diesen Ortsteil. Er ist ein lebens- und liebenswerter Stadtteil im Wandel, wie so vieles. Viele von uns leben hier schon lange, kennen sich gut aus und verbinden mit Odenkirchen so manche schöne Erinnerung. Andere sind neu zugezogen und müssen die schönen Erinnerungen erst schaffen. Da ist es gut, dass wir Vereine haben, die sich über Neuzugänge freuen, die Kirchen, die dem Stadtteil ein Gesicht geben und Anlaufstelle sind für Suchende und den Einzelhandel, der hier die Nahversorgung sichert und sich um die Attraktivität des Standortes kümmert.

Granufinken

Sie ist der festen Überzeugung, dass sich Engagement immer lohnt, weil man gemeinsam mehr schafft, weil man feststellt, dass man nicht alles selbst machen muss, weil unerwartet und ungefragt Hilfe da ist. Sie erlebt dies in der Familie, im Freundeskreis und in den Vereinen, dass es am Ende immer Grund zum Feiern gibt. Okerke Alaaf!“

Den Abschluss dieses Vormittags machte eine „Rentnerband“ und zwar die Granufinken mit alten kölschen Liedern, die von den Anwesenden kräftig mitgesungen wurden. Das Trio bestand aus Peter Kempermann, dem früheren Frontmann der Rabaue, Josef Holzapfel und Theo Lys.

v.li.: Hermann-Josef Krahwinkel (2011), Kurt Beaujean (2000), Lothar Wagner (2008), Bernd Gothe (1997), Monika Bartsch (2005), Pfr. Johannes van der Vorst (2006), Hans Segschneider (1980), Norbert Bude (2007), Annette Zimmermann (2020), davor Dr. Markus Hardenack (2017), Petra Heinen-Dauber (2019), Horst Imdahl (2018), Dietmar Wirt (2016), Wilfried Günter (2010), Günther Pilz (2002)

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