Arbeitslosigkeit sinkt auch im November: Weiterhin aufnahmefähiger Arbeitsmarkt

Erfreulich stabil und aufnahmefähig zeigt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld auch im November dieses Jahres.

Kreis Viersen/Krefeld – Aktuell sind 20.641 Menschen in Krefeld und dem Kreis Viersen ohne Arbeit. Damit verringerte sich ihre Zahl gegenüber dem Vormonat um 452 (minus 2,1 Prozent) und liegt weiter deutlich unter dem Vorjahresniveau (minus 1.165 oder minus 5,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vorjahr somit um 0,5 Prozentpunkte gefallen und liegt aktuell bei 7,3 Prozent (Oktober: 7,4%).

In Betreuung der Agentur für Arbeit sind 6.316 Menschen ohne Arbeit, das sind 160 weniger als im Vormonat und 532 weniger als im Vorjahr. Die Jobcenter in Krefeld und im Kreis Viersen betreuen in der Grundsicherung (SGB II) 14.325 Arbeitslose, 292 weniger als im Oktober dieses Jahres und 633 weniger als im Vorjahr.

Von links: Wera Windmüller (Mitarbeiterin Team Reha Agentur für Arbeit Krefeld), Andreas Kulle (Personalleiter Hospital zum Heiligen Geist), Dr. Bettina Rademacher-Bensing (Leiterin der Agentur für Arbeit Krefeld / Kreis Viersen) und Thomas Paßers (Geschäftsführer Hospital zum Heiligen Geist).
Foto: Agentur für Arbeit

Die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt sich auch im Stadtgebiet Krefeld – die Arbeitslosenquote sinkt um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und weist aktuell 9,7 Prozent aus (Oktober: 9,9%). Im Kreis Viersen liegt die Arbeitslosenquote bei aktuell 5,5 Prozent (Oktober: 5,6%), gegenüber dem Vorjahr sank sie um 0,6 Prozentpunkte.

Im Geschäftsstellenbezirk Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst) beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 4,5 Prozent (Oktober: 4,6 Prozent), im Geschäftsstellenbezirk Nettetal (Nettetal, Brüggen) 5,7 Prozent (Oktober 5,9 Prozent) und im Geschäftsstellenbezirk Viersen (Stadt Viersen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Willich) 5,9 Prozent (Oktober: 6,0 Prozent).

Die Kräftenachfrage liegt aktuell bei 5.118 zur Besetzung gemeldeten Arbeitsstellen. Gute Chancen für qualifizierte Arbeitskräfte gibt es weiterhin im Baugewerbe, in der Logistik und in den Verkaufsberufen. Auch das Gesundheitswesen bietet gute Perspektiven.

„In diesem Monat konnten im Vergleich zum Vorjahr wieder fast alle Personengruppen von der positiven Entwicklung profitieren“, schaut Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Leiterin der Agentur für Arbeit Krefeld, detailliert auf die Entwicklungen. Lediglich bei den Menschen mit Behinderung stagniert die Entwicklung. Dieser Personenkreis sollte daher verstärkt in den Fokus genommen werden. „Gerade unter der Gruppe der arbeitslos gemeldeten Menschen mit Behinderung ist das Qualifikationsniveau hoch. Hier müssen wir noch Vorbehalte der Arbeitgeber abbauen. Daran werden wir in der nächsten Zeit weiterhin intensiv arbeiten“.

Aktuell gibt es in Krefeld und im Kreis Viersen 1.695 arbeitslose schwerbehinderte Menschen (Krefeld: 866, Kreis Viersen: 829), 1 Person weniger als vor einem Jahr. Damit macht dieser Personenkreis einen Anteil von 8,2 Prozent an allen arbeitslosen Menschen aus.

Menschen mit Behinderung verfügen in der Regel über höhere berufliche Kompetenzen und Qualifikationen als Menschen ohne Behinderung. Dennoch ist der Einstieg für Menschen mit Handicaps in den regulären Arbeitsmarkt oft schwieriger.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat deshalb vom 03. bis 07. Dezember zum achten Mal eine bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung gestartet. Fachkräfte der Arbeitsagenturen werben zum Beispiel in Gesprächen mit Arbeitgebern für mehr Inklusion im Arbeitsleben.

„Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Rademacher-Bensing, „vor allem auch die Integration in den Arbeitsmarkt ist da ein besonders wichtiger Baustein. Auf der Basis ihrer guten Qualifikationen sind Menschen mit Behinderung in der Regel hochmotiviert. Insbesondere angesichts des Fachkräftebedarfs und der Demographie benötigen wir ihre Kompetenzen.“

Die Agentur für Arbeit unterstützt die Inklusion mit einer Vielzahl von Dienstleistungen und Programmen. Von der Berufsorientierung für Jugendliche über die Beratung von Unternehmen bis hin zu passgenauen finanziellen Hilfen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber leistet sie einen großen Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt.

„Bei uns haben wir ein eigenes Team mit Beratungs- und Vermittlungsfachkräften, die sich um die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen kümmern. Für Arbeitgeberfragen rund um das Thema der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung haben wir Experten, die mit den Arbeitgebern individuelle Lösungen bei speziellen Fragen erarbeiten. Es gibt eine ganze Reihe von Fördermöglichkeiten, um die Einarbeitung und Beschäftigung zu unterstützen. Das geht von finanziellen Zuschüssen bis hin zu Umbauten am Arbeitsplatz, die mit Hilfe unserer technischen Berater konzipiert werden. Arbeitgeber sollten deshalb keine Hemmungen haben, diesen Personenkreis bei Stellenbesetzungen einzubeziehen“, erläutert Rademacher-Bensing

Auch Thomas Paßers, Geschäftsführer des Hospitals zum Heiligen Geist in Kempen, berichtet von positiven Erfahrungen: „Wir haben motivierte und zuverlässige Mitarbeiter dazugewonnen. Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit verläuft sehr gut und unbürokratisch. Offene Fragen werden umgehend geklärt. Für uns als Unternehmen ist es eine Selbstverständlichkeit, Menschen mit einer Schwerbehinderung einzustellen. Für uns stehen reibungslose Arbeitsprozesse im Vordergrund und dafür benötigt man Menschen mit einer positiven und handlungsorientierten Arbeitseinstellung. Eine Behinderung spielt dabei keine Rolle.“

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