ASV Süchteln: Ein historischer Erfolg ist greifbar nah

Seit fast 100 Jahren (1924) wird in Süchteln Handball gespielt, aber der Erfolg, den die aktuelle B-Jugend des Vereins am heutigen Samstag, 23.03.19, um 16:30 Uhr gegen Bayer Uerdingen beim letzten Heimspiel der Saison in der Karl-Rieger-Halle erreichen kann, ist noch keinem Jugendteam aus der Irmgardisstadt zuvor geglückt.

Viersen-Süchteln – Ein einziger Punkt fehlt noch zur Niederrheinmeisterschaft. Dabei schien der Kampf um den Titel bereits früh entschieden zu sein, denn die ersten elf Spiele der Saison wurden allesamt gewonnen und selbst der Tabellenzweite aus Aldekerk wurde mit zehn Toren Differenz nach Haus geschickt. Doch mit der schweren Verletzung von Lennox Loetzke bekam die Leistungskurve eine Delle. Gegen Korschenbroich und Borken setzte es gleich zwei Niederlagen in Folge, bevor der ASV beim Bergischen HC endlich wieder einen knappen Sieg feiern konnte. Dieser Sieg sorgte, trotz weiterer Ausfälle, in den folgenden fünf Partien offensichtlich für ausreichen Selbstbewusstsein und für satte 10 Punkte. Und so beträgt der Vorsprung gegenüber dem Lokalrivalen aus Aldekerk vor der Partie gegen den Tabellenneunten aus Uerdingen sechs Punkte. Einer mehr und die Niederrheinmeisterschaft ist dem ASV nicht mehr zu nehmen.

Angefangen hat alles 2007 bei den Minis. In der Saison 2008/09 führten Swantje Gehler und Guido Justen eine wilde Horde Fünfjähriger zu den ersten Miniturnieren: Janis Pierkes, Florian Leske, Jan Thürlings und auch Lennox Loetzke waren die Ersten, die schon zu dieser Zeit für ein Handballspiel die Schippe im Sandkasten haben stecken lassen. Später kamen dann mit Jan Bolten, Ole Kaiser und Jeremy Gosch weitere Jungs dazu, die ihren ersten Handballschuh in Süchteln schnürten. Ole konnte auch seinen Bruder, der in Anrath gerade angefangen hatte, zum Wechsel in den ASV überzeugen.

v.l. Jan Bolten, Lennox Loetzke, Florian Leske, Bauke Bruurs, Ole Kaiser, Paul Mewissen, Jeremy Gosch, Lasse Kaiser, Lukas Nuerenberg, Jan Thürlings, Aaron Stapper, Janis Pierkes, Johannes Rathjens, Simeon Stolzenberg; es fehlt Philipp Pakiela. Foto: ASV Süchteln

Auf diesem Fundament bildete sich dann eine Mannschaft, die im Jahre 2011 bereits Kreismeister in der F-Jugend wurde. Auf Sandra Leske folgte auf der Trainerbank bereits 2012 der heutige Trainer Niklas Eirmbter und baute auf die Arbeit der ersten Stunde kontinuierlich auf. 2013 gelang dann erneut eine Kreismeisterschaft in der E-Jugend. Doch wer jetzt meint, dass die Truppe ein Abonnement auf Titel hatte der irrt. Zwar spielte man fast in jedem Jahr in der Spitze des starken Handballkreises mit und war auch in der Verbands- und Oberliga in C- und B-Jugend stets ein respektabler Gegner, doch dieser Titel sollte lange Zeit der letzte sein. Dennoch blieb der Kern der Mannschaft stets zusammen. Regelmäßig wurden Turniere im Umkreis besucht, um Matchpraxis gegen die besten Teams der Region zu bekommen.

Und auch wenn die Gegner stark waren, gelang der eine oder andere Turniersieg. Das dabei viele Spieler auf dem Radar der Auswahlmannschaften des Kreises und des Handballverbandes auftauchten, dürfte jedem klar sein. Janis Pierkes klopfte sogar an die Tür zur Jugendnationalmannschaft und auch wenn er nicht über die Schwelle durfte, freuten sich viele über den Erfolg des ASV-Eigengewächses. Trotzdem gelang es Übungsleiter Niklas Eirmbter nicht nur die Truppe zusammenzuhalten, sondern auch entscheidend zu verstärken. Sieben Spieler kamen im Laufe der Zeit aus unterschiedlichen Vereinen hinzu und sorgten dafür, dass die sportliche Qualität in Training und Wettkampf weiter stieg. Einer von ihnen, Bauke Bruurs, nimmt dabei sogar die Anreise aus den Niederlanden auf sich, um Teil dieser Mannschaft zu sein: „Sie kamen, um zu bleiben!“, freut sich Handballobmann Ralf Schneider und Jugendwart Martin Heck ergänzt: „In Zeiten, wo viele Spieler immer möglichst schnell einem kurzfristigen Erfolg zu Liebe den Verein wechseln, ist es schön zu sehen, dass man auch als Dorfverein mit guter, kontinuierlicher Jugendarbeit großes erreichen kann.“