Auf dem Dülkener Mühlenfest mit himmelblauen Augen nach Mendocino

Drei Tage lang wurde gefeiert beim traditionellen Mühlenfest – beste Stimmung herrschte von der ersten Minute am Freitag an, über die Schlagerparty am Samstag bis tief in die Nacht hinein und am verkaufsoffenen Sonntag. Logisch, dass sich bereits am ersten Abend die Besucherinnen und Besucher den rund zweistündigen Auftritt von Achim Petry sowie seiner Band nicht entgehen lassen wollten.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen-Dülken – Achim Petry begrüßte das Publikum mit einem satten „Moin“ und performte dann eine Mischung aus selbst geschriebenen Songs und den bekanntesten Hits seines „Alten“, wie er liebevoll und mit Stolz selbst sagt. „Es war eine sehr schöne Veranstaltung und es hat mir großen Spaß bereitet“, berichtete Achim Petry (Sohn des durch Songs wie „Weiss der Geier“ bekannt gewordenen Sängers Wolfgang Petry) dann im Anschluss, während er noch Autogramme schrieb und sich mit wartenden Fans ablichten ließ. „Es ist mir besonders wichtig menschlich zu bleiben und mich nicht auf dem Erfolg meines Vaters auszuruhen, sondern „das Geschäft“ weiter zu führen und die Musik meines Vorbildes zu spielen.“ Schmunzelnd fügt er hinzu, wie begeistert er in der Region immer wieder aufs Neue über die „Rivalität“ verschiedener Stadtteile ist, denn auch Dülken ist zwar ein Stadtteil von Viersen, auf seine Art und Weise jedoch frei und einzigartig.

Foto: Rheinischer Spiegel

Ebenfalls einzigartig war es der Samstagabend, der tausende Zuschauer in die Dülkener Altstadt lockte, denn: Der Veranstalter versprach eine einzigartige Schlagerparty, bei der die Stimmung nur so anstieg. Neben Künstlern wie Alex Rosenrot, Marco Kloss und Mike Bauhaus, konnte die 19-jährige Celina Fabritzius, Nachwuchsschlagersängerin aus der Aachener Region, bei der Masse punkten. Bekannter wurde sie womöglich durch ihren Auftritt vor einigen Wochen im Sonntagvormittagsprogramm der ARD, in der Show „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross. Überraschend übergab sie nach ihrer Performance das Mikrofon an ihren Vater, der kurzerhand auf der Bühne seiner Ehefrau, mit einem Strauß roter und weißer Rosen, seine ungeminderte Liebe erklärte und damit großen Beifall auslösen konnte.

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Eine Reise in eine kalifornische Stadt, in der alles anders zu sein scheint, unternahm dann Michael Holm mit dem Dülkener Publikum, indem er kurzerhand seinen Hit „Mendocino“ anstimmte und Textsicherheit feststellen musste. Einige Songs auf der Bühne und einige Glas Bier in der Menge später, merkte Holm (76), der mit bürgerlichem Namen eigentlich Lothar Bernhard Walter heißt, an, dass es nur eine ehrliche Art gibt, wahre Emotionen zu zeigen. Mit „Tränen lügen nicht“ sorgte er für ein Wechselbad der Gefühle und wurde durch die Menge beinahe vom Singen abgelöst.

Ende 2005 wurde sie durch die Teilnahme und das Belegen des fünften Platzes in der dritten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt und wurde schnell zu einer großen, namhaften Künstlerin. Als Dieter Gross (Epco-Media Veranstaltungstechnik und -konzeption) sie anmoderierte, begann der Markt zu toben, kreischen und zu applaudieren – nämlich für: Anna-Maria Zimmermann. „Himmelblaue Augen“ und „1000 Träume weit“ sind Zimmermanns Songs, die die deutsche Volksmusik geprägt haben und auch die weiterhin auf den Alten Markt strömenden Menschenmassen verzauberten und für ausgelassene Stimmung und für Zufriedenheit Aller sorgten. Anna-Maria Zimmermann ist eine junge Frau, deren großes Herz sich vollkommen in der Interaktion mit dem Publikum und in ihrer lieben und sehr menschlichen Art widerspiegelt. „Es war eine tolle Veranstaltung mit vielen tollen Menschen. Die Erwachsenen hatten ihre Kinder auf den Armen und alle, egal ob jung oder alt, feierten mit“, resümierte die 30-Jährige sichtlich begeistert und glücklich im Anschluss an ihren Auftritt.

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Noch bevor das Mühlenfest am Sonntagabend zu Ende ging, zog ein verkaufsoffener Sonntag den dritten Tag viele Menschen nach Dülken. Neben der umliegenden Gastronomie, an denen zeitweise von einigen Besuchern wegen augenscheinlicher Überforderung des Personals Kritik ausgeübt wurde, konnte das Catering des ortsansässigen EDEKA Zielke unter der Leitung von Carsten Zielke mit Genuss und Vielfalt punkten. Mit einem bunten Programm neben und auf der Bühne, unter anderem mit einer Coverband des schwedischen Kultklassikers ABBA, fand das Mühlenfest 2019 einen runden Ausklang.
Völlig überwältigt, ließ Mitveranstalter Volker Diericks vom Arbeitskreis Mühlenfest, der selbst für ein paar Songs gemeinsam mit Jermaine Jakobs auf der Bühne stand, das Wochenende Revue passieren: „Es war der Wahnsinn. Alle haben friedlich und feucht-fröhlich miteinander gefeiert. So eine Veranstaltung funktioniert natürlich nur, wenn auch alle an einem Strang ziehen – Orga-Team, Technik, Security und die ganzen anderen fleißigen Helferinnen und Helfer. Da steigt die Vorfreude auf das nächste Jahr, wie immer am letzten Wochenende im August.“ Glücklich fügt er hinzu: „Wir Dülkener können halt feiern!“ (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel