Ausschuss beauftragt Detailkonzept für eine Eisbahn in Viersen – für 2021

Erstmalig könnte es möglich sein vier bis sechs Wochen in der Viersener Innenstadt über eine Eisfläche zu gleiten – in eineinhalb Jahren. Die Planungen starten allerdings bereits in diesem Sommer und die Entscheidung zu einem Detailkonzept war umstritten.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Ein weihnachtliches Freizeitangebot schwebt der Stadt Viersen vor, die nun von dem Wirtschaftsförderungsausschuss beauftragt wurde ein Detailkonzept für das Projekt „Eisbahn“ zu erstellen. Hiermit sollen die Viersener in der Innenstadt rund vier bis sechs Wochen lang die Möglichkeit erhalten eine Eisfläche zu nutzen, mit der sich die Verwaltung zudem mehr Besucher in der Fußgängerzone erhofft. Die Idee wurde zunächst kritisch diskutiert.

Erste Angebote wurden allerdings bereits eingeholt und die Planer haben sich mit anderen Städten, die diese Idee bereits länger verfolgen, ausgetauscht. Aktuell im Fokus steht zudem eine Kunststoffeisbahn, die weder Strom noch Wasser erfordert und die als Einzige von der Fraktion Die Grünen in Betracht käme. Gebaut werden soll nach dem Wunsch der Verwaltung die kalte Freizeitbeschäftigung im Casinogarten, welcher vom Citymanagement favorisiert wird. Die unmittelbare Nähe zur Innenstadt böte die Chance den Handel, die Gastronomie und die Dienstleistung einzubeziehen.

Ergänzt werden soll das Angebot mit einem Rahmenprogramm und Kooperationen mit Schulen, Kindergärten sowie Vereinen – möglich ist zudem die Umsetzung von kleineren Events, Eis-Disco und Weihnachtsfeiern. Günstig ist die Idee allerdings nicht, denn alleine die Eisbahn fordert einen ungefähren Mietwert von 60.000 Euro für sechs Wochen, hinzu kommen Kosten für Beleuchtung, Beschallung, Dekoration, Strom, Wasser, Personal, Toiletten und viele weitere benötigte Leistungen. Getragen werden sollen diese Kosten über Sponsoring, Einnahmen könnten durch Eintritt, den Verleih von Schlittschuhen oder Standgebühren generiert werden.

Simone Gartz (CDU) sprach offen ihr Unverständnis an, warum die Eisbahn in Viersen aufgestellt werden soll und warum keine Flächen auch in Dülken oder Süchteln gesucht worden seien. Zudem seien die Adventswochenenden hart umkämpft und bei den parallelen Veranstaltungen in den anderen Stadtteilen würde es zu einer Wettbewerbssituation kommen – schließlich würde das gleiche Zielpublikum angesprochen. Durch die Ausführungen der Bürgermeisterin, dass sich bei solchen ganztägigen Angeboten das Publikum verteilen würde, wurden die Bedenken der Dülkener Ortsbürgermeisterin nicht zerstreut, die eine flammende Rede für das ehrenamtliche Engagement in den anderen Stadtteilen hielt. Mit der Frage nach anderen Stadtteilen blieb sie nicht alleine, weshalb in die Planungen nun die Möglichkeit eines Standortwechsels einfließt.

Unterstützung gab es durch die Fraktion der Grünen, die bereits in dem gewählten Standort Casinogarten ein Problem sahen. Ebenfalls Alt-Viersen als Mittelpunkt wurde kritisch gesehen und auch die fehlenden Informationen zu dem Kostenapparat und die daraus resultierenden Fragen durch Ratsfrau Angelique Vootz, die gerade erst frisch zu den Grünen gewechselt war, konnten nicht zufriedenstellend beantwortet werden.

Eine Entscheidung aufgrund der Vorlage der Stadt fand keine Mehrheit, der Beschlussvorschlag wurde dahingehend geändert, dass in ein nun zu erstellendes Detailkonzept die Anmerkungen der Politiker zu der möglichen 300 qm großen Eisfläche aufgenommen werden sollen. Simone Gartz enthielt sich bei der Abstimmung, die Grünen stimmten gegen eine weitere Planung. Es bleibt abzuwarten, ob das genauere Konzept in einer der nächsten Sitzungen erneut die Zustimmung der verantwortlichen Ausschüsse finden wird. (dt)