Ausverkaufte Vorstellungen bei „Nix förr onjott“

Der Beifall nahm fast kein Ende, denn die aktuelle Komödie der Volksbühne Viersen zog trotz tiefstem Vierscher Platt nicht nur ein paar, nein eine ganze Menge Besucher in den ausverkauften Veranstaltungsraum der Villa Marx. 

Viersen – Die von Maximilian Vitus geschriebene Komödie, die ursprünglich „Paraplü und Perpendikel“ hieß und von Hilde Götzen ins Vierscher Platt übersetzt wurde geht in die letzte Phase.

Nachdem alle Vorstellungen in der Villa Marx ausverkauft sind, wurde nach kurzer Überlegung ein Zusatztermin vereinbart. Am 19.11. um 15:00 Uhr findet eine weitere Aufführung statt. Karten können unter der Service-Nr. 0160-92298849 bestellt werden. Aber auch weitere Karten für den 25.11 in Kaldenkirchen (20:00 Uhr) sind noch erhältlich.

„Ich freue mich auf dieses Stück, weil es seit 12 Jahren  in meiner Schublade liegt“, so Regisseurin Waltraud Reimelt. Ein plattdeutsches Stück ist natürlich für alle eine Herausforderung, nicht nur für die Schauspieler/innen, sondern natürlich auch für die zahlreichen Zuschauer. Die Geschichte ist schnell erzählt. Uhrmachermeister Nikolaus Sommer (gespielt von Stefan Holzapfel) wird von seiner Schwester Katrin (Marlies Sommer) betüdelt und versorgt. Als faul würde ihn seine Schwester bezeichnen, die ihn das gesamte Stück über aufs Feinste beschimpften und gängeln darf. Bis eines Tages die verwahrloste und misshandelte 22-jährige Gunda (Luisa Stevens) vor der Türe steht.

Sie hat Angst vor ihrem rabiaten, betrunkenen Vater Hans (Thomas Meuser), weil sie seine Uhr beschädigt hat. Denn ohne Uhr kann sie nicht mehr nach Hause kommen. Uhrmachermeister Sommer nimmt das Mädchen bei sich auf, bis dann der Vater erscheint. Ein halbes Jahr ist bis dahin vergangen, das „Kind“ hat viel gelernt. Die Beschimpfungen kommentiert er mit „Nix förr onjoot! Ich hab et nich so gemeent!“, animiert zu einem Lacher nach dem anderen im Publijum. Der Gehilfe Karl (Dieter Götzen) und der verliebte Michael (Frank Leetz) runden eine gelungene Mischung aus Alltag und Lustigen ab. Irgendwann ändert ein Kuss alles, doch Michael kann sich nicht gegen den Vater durchsetzen, wodurch das Ende des Schwank-haften Stücks wieder offen ist.

Foto: K. Lentz, Text: FJM