Auswirkungen der Corona-Krise werden auf dem Arbeitsmarkt sichtbar

Steigende Arbeitslosenzahlen und hohe Anzahl von Anzeigen zur Kurzarbeit in Krefeld und im Kreis Viersen
„Mit den Aprildaten werden die ersten Auswirkungen der Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Gegenüber dem Vormonat gibt es knapp 2.000 Arbeitslose mehr.“

Region – „Diese Entwicklung wird sich in den Folgemonaten fortsetzen. Wichtige Gründe für den Anstieg arbeitslos gemeldeter Menschen sind die gestiegenen Zugangszahlen und das Ausbleiben der Frühjahrsbelebung“, äußert sich Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, über die aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Nach zunächst vorsichtigen Schätzungen liegen jetzt erste belastbare Zahlen vor, wie stark die Unternehmen im Agenturbezirk das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um in der Coronakrise ihre Mitarbeiter zu binden.

4.494 neue Anzeigen sind bei der Agentur für Arbeit Krefeld im März und April 2020 eingegangen. Betriebe haben nach der Anzeige drei Monate Zeit, um ihre Abrechnungen einzureichen. Erst dann lässt sich erkennen, wieviel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Es ist eine gute Botschaft, dass viele Unternehmen in der Region dieses Angebot nutzen und damit verhindern, dass Menschen arbeitslos werden. Insgesamt gilt: Wir sind weiter für unsere Kunden da, ob Arbeitslose, Unternehmen oder Jugendliche! So werden wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerade auch in dieser Krise gerecht“, so Rademacher-Bensing weiter.

Der April zeigte mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 1.973 (oder plus 9,5 Prozent) gegenüber dem Vormonat die ersten Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt. Gegenüber dem April des Vorjahres liegt die Arbeitslosigkeit um 2.058 Personen höher. Die Arbeitslosenquote im Bezirk beträgt nun 8,0 Prozent (März: 7,3 %; Vorjahr: 7,3%).

Im März und April wurden 4.494 Anzeigen auf Kurzarbeit im Agenturbezirk gestellt, davon waren 61.063 Personen betroffen. In der Stadt Krefeld waren dies 1.968 Anzeigen und 26.365 Personen, im Kreis Viersen 2.526 Anzeigen und 34.698 Personen.

Insgesamt waren in Krefeld und im Kreis Viersen im April 22.829 Männer und Frauen arbeitslos. Davon werden 7.879 Männer und Frauen durch die Agentur für Arbeit Krefeld betreut (das sind 1.458 mehr als im Vorjahr), 14.950 Personen (600 mehr als im Vorjahr) sind in Betreuung der Jobcenter in Krefeld und im Kreis Viersen.
Die Arbeitslosenquote liegt in der Stadt Krefeld mit 13.321 Menschen ohne Arbeit bei 10,9 Prozent (10,0% im Vormonat, 10,0 % im April 2019). Im Kreis Viersen beträgt die Arbeitslosenquote bei 9.508 Menschen ohne Arbeit 5,8 Prozent (5,3% im Vormonat / 5,3% im April 2019).

Die Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen im Kreisgebiet:

Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst): 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,3%)
Nettetal (Nettetal, Brüggen): 6,1 Prozent (Vorjahr: 5,7%)
Viersen (Stadt Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal): 6,4 Prozent (Vorjahr: 5,7%)

Auch die Stellenseite (396 sozialversicherungspflichtigen Stellen im Zugang) zeigt sich insgesamt stark beeinträchtigt. „Insgesamt wurden mehr als 50 Prozent weniger Stellen in einem April gemeldet als sonst üblich. Das zeigt die Auswirkungen der Krise auf fast alle Branchen. In einigen Branchen, etwa im Lebensmitteleinzelhandel, im Gesundheitswesen oder dem Bau, wird aber auch aktuell Personal gesucht“, so Rademacher-Bensing.

Aktuell sind auf dem Ausbildungsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld 2.864 junge Menschen als Bewerberinnen und Bewerber um einen betrieblichen Ausbildungsplatz in der Berufsberatung gemeldet, denen bisher 2.901 angebotene Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen. „Auch und vor allem in der Coronakrise ist es wichtig, dass die Unternehmen weiter ausbilden. Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen – das gilt auch in diesen Zeiten. Für die Jugendlichen gilt: Wir sind weiter für Euch da! Telefonische Beratung und E-Mail stellen den Kontakt zur Berufsberatung sicher und ermöglichen Antworten auf die drängenden Fragen zur beruflichen Zukunft. Die verschiedenen Online-Angebote der Bundesagentur für Arbeit bilden dabei eine perfekte Hilfestellung und Vorbereitung auf das Beratungsgespräch“, erläutert Rademacher-Bensing.