AWO-Kreisverband Viersen: Vorstandmitglied verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen

Ende Februar ist ein 70-jähriger Rentner und Vorstandsmitglied des AWO-Kreisverbandes Viersen zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Zahlung von Schmerzensgeld wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen verurteilt worden. Der Bild-Zeitung gegenüber sieht Kreisgeschäftsführer Bernd Bedronka wenig Handhabe, weil der Ehrenamtler auf drei Jahre gewählt wurde und dieser selber nicht zurücktreten wolle. 

Foto: Rheinischer Spiegel

Kreis Viersen – Schnell und unbürokratisch helfen ist das Leitmotiv der Arbeiterwohlfahrt als Selbsthilfeorganisation seit ihrer Gründung im Jahr 1919. Sie war Teil der Arbeiterbewegung und ist auch heute noch fest mit der SPD verbunden. Höhen und Tiefen gehörten seit den fast hundert Jahren ihres Bestehen dazu, nun überschattet ein Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen den AWO-Kreisverband Viersen.

Vor dem Jugendschöffengericht Mönchengladbach wurde ein Vorstandsmitglied des AWO-Kreisverbandes am 26. Februar 2018 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen verurteilt. Der durch einen Gerichtssprecher unserer Redaktion bestätigte Urteilsspruch, der mittlerweile rechtskräftig ist, beinhaltet eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung und einem Schmerzensgeld von 8.000 Euro gegen den 70-jährigen Rentner.

Die Bild-Zeitung sprach mit AWO-Kreisgeschäftsführer und stellv. Fraktions- sowie Parteivorsitzenden der SPD-Grefrath Bernd Bedronka, der wenig Handhabe gegen das Vorstandsmitglied sieht. Der verurteilte Rentner ist für drei Jahr auf sein Ehrenamt gewählt. Ebenfalls der Verurteilte sähe keinen Grund zurückzutreten, so die Bild-Zeitung. Ein AWO-Mitglied aus Viersen wandte sich dazu an unsere Redaktion mit einem verärgerten Leserbrief und kündigte ihren Austritt aus der AWO sowie der SPD an. „Wir planen viele Veranstaltungen mit der AWO für Familien und Kinder, es kann nicht sein, dass ein solches Vorstandsmitglied geduldet wird. Ich bin mein Leben lang SPDler in und meine Mutter hat schon in der AWO aktiv mitgearbeitet. Wenn die Satzung nicht zulässt, dass in einem solchen Fall ein Mitglied gekündigt werden kann, dann gehe ich selber. Alleine das Wissen um das Urteil ohne tätig zu werden kann ich nicht mit tragen.“ (nb)