Bäcker-Innung ließ Christstollen unter Corona-Bedingungen prüfen

Durch Corona war diesmal einiges anders bei der jährlichen Stollenprüfung der Niederrheinischen Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss. Nicht geändert hat sich jedoch die hohe Qualität der handwerklich hergestellten Produkte.

Niederrhein – Die Stollenprüfung fand diesmal nicht öffentlich, sondern unter Einhaltung der Corona-Regeln in der Backstube der Bäckerei Weißert in Krefeld-Forstwald statt. Auch die sonst von der Innung angebotene Verköstigung für interessierte Zuschauer musste entfallen. Der einzige, der die Stollen und das Weihnachtsgebäck probieren durfte, war Karl-Ernst Schmalz, Prüfer des Deutschen Brotinstituts. Organisiert hatte die Prüfung, wie jedes Jahr seit 1992, Obermeister Rudolf Weißert.

15 Innungsbetriebe haben diesmal insgesamt 81 Proben angeliefert. Geprüft werden an diesem November-Samstag Christ- und Butterstollen, Schokostollen sowie der „Rheinische Altbierstollen“, den der Obermeister in Zusammenarbeit mit der Krefelder Brauerei Königshof vor 13 Jahren kreiert hat. Geprüft wird aber auch Weihnachtsgebäck, wie Spekulatius, Printen, Zimtsterne oder Florentiner. Das alles nach einem strengen und detaillierten Kriterienkatalog, wobei der Geschmack das wichtigste Kriterium ist. Und in regelmäßigen Abständen nimmt Prüfer Karl-Ernst Schmalz einen Schluck Tee zu sich – seine Geschmacksnerven brauchen das. Die Proben sind wie immer anonymisiert: Schmalz hat nur Nummern an den Proben, nicht die Namen des jeweiligen Betriebes.

So weiß er auch nicht, welche Proben Caroline Puppe mitgebracht hat. Die 26-jährige Bäckermeisterin ist die amtierende rheinisch-westfälische Brotkönigin. „Ich bin jetzt im zweiten von drei Amtsjahren und mit diesem Amt auch ,zuständig´ für die Stollenprüfungen. Corona-bedingt fallen zurzeit natürlich viele Termine und Veranstaltungen aus. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, das Handwerk zu repräsentieren so wie heute, dann tue ich das“, erläutert sie. Der Betrieb Puppe ist sowohl in der Düsseldorfer als auch in der Niederrheinischen Bäcker-Innung vertreten.

„Die Kunden legen immer mehr Wert auf hohe Qualität“, sagt Innungs-Obermeister Rudolf Weißert. Die Prämierung bei der Stollenprüfung sei ein zählbarer Erfolg für die Teilnehmer. „Die Kunden sehen die Auszeichnungen im Geschäft“, betont der Obermeister. Ein guter Stollen zeichne sich durch hochwertige Zutaten, viele Früchte und handwerkliches Können aus.

Nur ein Produkt mit der maximalen Punktzahl von 100 bekommt die Auszeichnung „sehr gut“. Zwischen 90 und 99 Punkte ergeben ein „gut“. Darunter wird nicht prämiert. Erreicht ein Produkt drei Jahre hintereinander ein „sehr gut“, erhält es zusätzlich das Prädikat „Gold“. In diesem Jahr nahmen 15 Bäcker-Betriebe teil, die alle für mindestens ein Produkt ausgezeichnet wurden. Dies waren die Bäckereien Christel & Wilhelm Esser; Greis; Gruyters; Lomme; Michael Fox; Otten, Inh. Frank Rettler; Sommer; Thomas Spitz; Weißert GmbH; Cafe Franken, Inh. F. Junglas; Erich Lehnen; Heinrich Poeth; Josef Wilhelm Bölte; Stinges & Söhne; Puppe.

Mmh, lecker: Gute Laune bei der Stollenprüfung hatten Brotkönigin Caroline Puppe, Prüfer Karl-Ernst Schmalz (r.), Obermeister Rudolf Weißert (2. v. r.) und dessen Stellvertreter Erich Lehnen. Foto: Kreishandwerkerschaft / Prümen