Bahnhof Viersen – Kein Kauf durch die Stadt

Nachdem der Viersener Hauptbahnhof seit einiger Zeit zum Verkauf steht, hatte die Fraktion der Linken beantragt diesen durch die Stadt selbst oder eine Tochtergesellschaft zu erwerben.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Erste Interessenten für den unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof Viersen von 1917 gibt es bereits. Rund 600 qm sind aktuell vermietet, 700 qm frei, dazu bietet das Bahnhofsgebäude weitere Ausbaureserven an – die ersten Mieter haben gerade erst von alleine ihre Verträge verlängert. Als denkmalgeschütztes Gebäude besteht zudem die Möglichkeit von hohen Sonderabschreibungen, wenn man es denn für die 1,3 Millionen erwerben möchte, für die der Bahnhof aktuell zum Kauf angeboten wird.

Die Partei die Linke hatte den Antrag gestellt, die Stadt Viersen solle das Gebäude zurückkaufen. Diese hatte durch die städtische Entwicklungsgesellschaft 2006 den Bahnhof von einer Tochter der Deutschen Bahn erworben. 369.000 Euro verließen damals die Kasse des städtischen Ablegers, damit der Bahnhof nicht an einen unbekannten Investor fiel. Die Kosten für die Viersener Investorengemeinschaft lagen dagegen niedriger, die dann in das Gebäude finanzstark investierte.

Ob ein Kauf für die Stadt Viersen überhaupt in Frage kommt oder finanziell möglich ist, darüber diskutierte am Montagabend dieser Woche der Haupt- und Finanzausschuss. Dabei besteht auf Seiten der Stadt weder ein vertragliches noch ein gesetzliches Vorkaufsrecht, aber das wird auch nicht benötigt, denn die Fraktionen folgten der Meinung der Linken nicht, dass das Bahnhofsgebäude in öffentliche Hand gehört. Tatsächlich sind allerdings zahlreiche Bahnhofsgebäude bundesweit mittlerweile in privater oder unternehmerischer Hand. Lediglich zwei Ausschussmitglieder stimmten für den Antrag, der mit einer Mehrheit von 18 Stimmen abgelehnt wurde. (nb)

Der Viersener Bahnhof bei seiner Neueröffnung nach Sanierung. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming