Barber Angels: Die sozial Schwachen in den Focus stellen

Mittlerweile ist die Aktion schon fast gute Tradition und die Termine sprechen sich in Mönchengladbach immer schneller herum. Am Sonntag waren die Barber Angels bereits zum fünften Mal angereist und schnitten Obdachlosen sowie Bedürftigen die Haare – von einmal Spitzen schneiden bis zum vollkommen neuen Style war alles dabei.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Mönchengladbach – Dieses Mal nicht in der Mönchengladbacher Citykirche, sondern begleitet vom Sonnenschein vor der Kirche fielen am Sonntag über mehrere Stunden hinweg die Haare zu Boden. Von den schwarzen Lederkutten, den Tätowierungen oder den Nietenarmbändern ließen sich die Gäste nicht abhalten, denn es handelt sich bei den Barber Angels Brotherhood eben nicht um eine Rockerbande, sondern eher um einen Club der Friseure auf wichtiger und friedlicher Mission. Ihre Zielgruppe sind Obdachlose und Bedürftige, denn viele haben bereits seit einigen Jahren keinen neuen Haarschnitt gehabt und durch das vorbildhafte Projekt wird ihnen nicht nur ein Stück Selbstwertgefühl zurückgegeben.

2016 wurde die Gruppe von Claus Niedermaier, einem Friseur aus Biberach, mit einem Kollegen gegründet. Ein Jahr später wurde der Verein als gemeinnützig anerkannt. Die Mitgliederzahl steigt stetig und wer dabei sein will rennt offene Türen ein. Dazu gehört aber auch ein regelmäßiger Einsatz, denn bei mittlerweile mehr als 100 Terminen in ganz Deutschland, der Schweiz oder Österreich ist viel zu tun.
Bei jedem Termin wächst so nicht nur der Bekanntheitsgrad, sondern auch die Zahl der Gäste, die den einzigartigen Service gerne wahrnehmen. Die Idee, die Barber Angels nach Mönchengladbach zu holen, hatte übrigens der Sozialdienst katholischer Frauen, deren Mitglieder auch bei diesem Termin wieder tatkräftig mit anpackten und in der Citykirche belegte Brötchen verteilten. Die große Portion Nächstenliebe, die an diesem Tag um die Citykirche wehte, legte den Grundstein für weitere Aktionen und schärfte das Bewusstsein dafür, dass es viele Menschen gibt, denen das Geld für Alltägliches wie ein Friseurbesuch fehlt. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Claudia-Isabell Schmitz