Bauern trafen sich in Grefrath zur Mahnwache

Landwirte aus dem Kreis Viersen haben an diesem Wochenende erneut gegen das Agrarpaket der Bundesregierung protestiert. Die Kälte hielt die Teilnehmer nicht ab, die sich um ein großes Feuer versammelten um auf die Bedrohung ihrer Lebensgrundlage aufmerksam zu machen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Grefrath – Unübersehbar war die Mahnwache der Bauern aus dem Kreis Viersen, die am Samstagabend in Grefrath zusammengekommen waren um gegen das Agrarpaket der Bundesregierung zu demonstrieren. Die Traktoren reihten sich dicht an dicht und das Feuer loderte hell – ein Licht, welches bisher von der Bundesregierung übersehen wird.

Doch die Landwirte werden weiter demonstrieren und auf das massive Höfe-Sterben aufmerksam machen, welches mit dem Anfang September durch das Bundesministerium für Landwirtschaft gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium verabschiedete Agrarpaket befürchtet wird.
Die Mahnwachen sollen auf die Folgen des verabschiedeten Agrarpakets und die sowieso schon schlechte Lage der Landwirtschaft hinweisen, denn seit der Entscheidung geht in vielen landwirtschaftlichen Betrieben die Angst um, dass damit jegliche Produktion auf dem Acker und im Stall erschwert, in Einzelfällen sogar nahezu unmöglich gemacht wird.

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz

Die Maßnahmen greifen massiv in die Eigentumswerte der Landwirte ein, einzelne Flächen würden wertlos und könnten nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. Die Folge: Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert, ohne Rücksicht darauf, wie sie dort erzeugt wurde. Das dies nicht im Sinne des Verbrauchers sein kann, da sind sich die Landwirte einig, hatten zuvor bereits grüne Kreuze als mahnende Zeichen aufgestellt, denn durch die Einschränkungen der aktuellen Agrar- und Umweltpolitik sehen viele Landwirte ihre Lebensgrundlage bedroht.

Das Agrarpaket war dabei der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Zunehmend versuchen traditionelle Landwirte, dieser Entwicklung durch eine Umstellung auf biologische Landwirtschaft zu begegnen. Hierdurch entsteht ein Überangebot mit einem gewaltigen Preisdruck, der das Höfe-Sterben begünstigt. Es gehe nicht darum, dass die Landwirte mehr Geld wollen, es gehe darum, dass die Bewirtschaftung von Äckern und Grünland immer weiter erschwert wird durch die Problematik im Pflanzenschutzbereich und die Mehrarbeit, die die neuen Verordnungen mit sich bringen. Doch die Mehrarbeit will kein Verbraucher an der Kasse bezahlen.

Die Landwirte wollen auf die tatsächliche Wirklichkeit fern der bürokratischen Darstellungen des Agrarpakets aufmerksam machen und ihre Botschaft in die Gesellschaft tragen: Wenn die Agrar- und Umweltpolitik die Landwirte weiterhin durch politisch gutaussehende, aber realitätsfremde Vorgaben weiter einschränkt, dann werden immer mehr kleine und mittlere Betriebe ihre Arbeit einstellen – Großbetriebe werden immer weiter wachsen und immer mehr Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert werden müssen. Umso wichtiger ist es, sich der heimischen Landwirtschaft bewusst zu werden – auch mit Blick auf den so viel diskutierten Klimawandel. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Rita Stertz