Baulandpreis im Kreis Viersen konstant bis steigend

Die Baulandpreise für den individuellen Wohnungsbau im Kreis Viersen entwickeln sich konstant bis steigend. Im Jahr 2020 nahm der Preis in Teilen von Nettetal, Niederkrüchten, Brüggen, Grefrath sowie Kempen, Tönisvorst und Willich zwischen drei und zehn Prozent zu. Im übrigen Kreisgebiet blieben die Preise auf dem Niveau des Vorjahres.

Kreis Viersen – Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Viersen hervor. „Die höchsten Baulandpreise für den Wohnungsbau werden nach wie vor in Kempen und Tönisvorst-St-Tönis erzielt“, beschreibt die Vorsitzende und Geschäftsführerin des Gutachterausschusses, Claudia Ziemer, die Lage. „In guten Wohnlagen sind in den Städten allgemein 230 bis 330 Euro pro Quadratmeter und in den Gemeinden 170 bis 260 Euro pro Quadratmeter gezahlt worden. Bei den mittleren Wohnlagen liegt die Spanne zwischen 155 Euro und 310 Euro im gesamten Kreisgebiet.“

Bei den Ein- und Zweifamilienhäuser ist das Preisgefälle zwischen Ost- und Westkreis weiterhin konstant. Die deutlich höchsten Kaufpreise sind in Kempen und Willich geflossen. In den Gemeinden Brüggen, Grefrath, Niederkrüchten und Schwalmtal sowie in der Stadt Nettetal sind die Durchschnittspreise am niedrigsten.
Kreisweit haben die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser eine steigende Tendenz. Gleiches gilt für die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen – wobei die Anzahl der Käufe 2020 leicht gesunken ist (im Marktsegment der Ein- und Zweifamilienhäuser um vier Prozent auf 1036 Kauffälle, im Bereich der Eigentumswohnungen um 1,3 Prozent auf 598 Fälle).

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Die Preise für gewerbliche Bauflächen sind im Wesentlichen konstant geblieben. Jedoch hat sich der Flächenumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent auf 7 Hektar gemindert, der Geldumsatz ist um 77 Prozent auf 4,7 Mio. Euro zurückgegangen.
Mit den Ausnahmen von Nettetal, Niederkrüchten und Schwalmtal blieben die Preise beim Ackerland stabil. Wie in den Vorjahren liegen die höchsten Ackerlandrichtwerte in Kempen und Willich bei 8,00 Euro pro Quadratmeter. Der Flächen- und Geldumsatz von landwirtschaftlich genutzten Flächen nahm um jeweils acht Prozent auf 122,4 Hektar beziehungsweise 14,5 Mio. Euro zu.

„Bei einem leichten Rückgang der Verkaufszahlen in Verbindung mit den konstanten bis leicht steigenden Preisentwicklungen in allen drei Teilmärkten – dem Wohnungsbauland, dem Gewerbebauland und den landwirtschaftlichen Nutzflächen – kann weiterhin von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ausgegangen werden. Das spricht für die Attraktivität des Kreises insgesamt“, resümiert Andreas Budde, Planungs-, Bau- und Umweltdezernent.

Der Grundstücksmarktbericht gibt eine Übersicht über die Umsatz- und Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt des Kreises Viersen und soll der Markttransparenz dienen. Der Bericht wendet sich einerseits an Bewertungssachverständige, Banken, Versicherungen und sonstige Stellen der freien Wirtschaft, die an besonderen Marktdaten interessiert sind, andererseits an die Öffentlichkeit als Hilfe für Entscheidungen.
Der Marktbericht steht ab sofort im Internet unter www.boris.nrw.de und www.kreis-viersen.de/gutachterausschuss kostenfrei zur Verfügung. Die Bodenrichtwerte werden kostenfrei digital unter www.boris.nrw.de veröffentlicht.

Die Grünlandpreise sind im Jahr 2020 von 4,80 Euro auf 5,00 pro Quadratmeter erneut um 20 Cent gestiegen. Der Richtwert für forstwirtschaftliche Nutzflächen wird aufgrund der Grundsteuerreform erstmalig ohne aufstehenden Baumbestand veröffentlicht, er liegt nun bei 0,60 Euro pro Quadratmeter.
Der höchste Geldumsatz mit 71 Prozent des Gesamtumsatzes wurde wieder beim Verkauf bebauter Grundstücke erzielt – davon 88 Prozent Wohnen, sieben Prozent Gewerbe und fünf Prozent sonstige Immobilien. 13 Prozent des Umsatzes entfallen auf unbebaute Grundstücke und 16 Prozent auf den Verkauf von Wohnungs- und Teileigentum.
Die Anzahl der Zwangsversteigerungen ist gegenüber dem Vorjahr gesunken. Bekannt wurden 21 Fälle (Vorjahr: 37). Sie machen insgesamt ein Volumen von ca. 0,4 Prozent des Geldumsatzes des gesamten Grundstücksmarktes aus. (opm)