Bei den Jrön-Wette Jonges startete der Alt-Vierscher Saalkarneval

Wenn nicht bei den Jrön-Wette Jonges, wo sonst soll der Saalkarneval in Alt-Viersen 2019 beginnen. In diesem Jahr erwartete die Karnevalisten eine besondere Sitzung, denn die Gesellschaft feierte 6 x 11 Jahre und damit ein närrisches Jubiläum.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Viersen – Das Jahr ist bereits einige Tage alt und die Karnevalisten haben ihr närrisches Ornat herausgelegt, um gemeinsam eine unvergessliche Session feiern zu können. In Alt-Viersen rief so am Samstagabend die KG Jrön-Wette Jonges 1953 e. V. zur ersten Veranstaltung des Sitzungskarnevals und direkt zu einem Highlight der Session mit ihrem Jubiläumsgalaabend.
Die Jrön-Wette Jonges, die 1953 ursprünglich als Karnevalsabteilung des VfL Grün-Weiß an einem Kameradschaftsabend gegründet wurde, können in diesem Jahr auf närrische 6 x 11 Jahre zurückblicken, Grund genug um „es richtig krachen“ zu lassen.

Durch den Abend führte erstmals alleine, jedoch gewohnt gekonnt Sitzungspräsident Roman Schulz. Nach 48 Jahren hatte der langjährige Sitzungspräsident Dr. Günter Weinforth mit einem lachenden und einem weinenden Auge den Ruhestand angetreten. Ein karnevalistisches Urgestein verließ damit die Bühne im Gemeindehaus, dem die Karnevalisten mehr als nur ein Mal an diesem Abend Dank sagten. Musikalisch begleitet wurde Roman Schulz von Allround-Musiker Roland Zetzen, der zunächst das Viersener Prinzenpaar einspielen durfte.
So begann der Abend mit dem Tanz des Prinzenpaares „Time of my Life“ bei dem ein Hauch der 80er Jahre durch den Saal wehte und die Viersener Tolltäten einige Minuten lang zu „Baby und Johnny“ wurden. Moderner der diesjährige Sessionstanz der Prinzengarde, die es sich nicht nehmen ließen ihre traditionelle Zugabe auf die Bühne zu bringen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Humor vom Feinsten hatten an diesem Abend Christian Pape, begleitet wurde er am Keyboard vom „Mann im Pullunder“ Dr. Stefan Bimmermann, sowie Schlabber und Latz im Gepäck, tänzerisch anspruchsvoll wurde es mit der Gruppe „Revolution Show Dance“ und dem Reitercorps Altstädter Köln 1922, für das die Bühne mit über hundert angereisten Mitgliedern zu klein war. Dennoch, mit etwas zusammenrücken begeisterte das eigene Tanzpaar nicht nur mit dem „Herzblatt-Danz“. Die Altstädter Köln 1922 eV, eines der fünf Ur-Traditionskorps im Kölner Karneval, pflegt die urkölsche Tradition und hat sich seit seiner Gründung 1922 stets seinen familiären Charakter bewahrt.
Musikalisch rundeten den Abend die beiden letzten Showacts ab. Dass der Saal bebt, begeistert tanzt und im Chor seine Stücke begleitet, das ist für Solotrompeter Lutz Kniep mittlerweile nichts besonderes mehr. Sein Name ist Programm und verspricht ein unvergessliches Erlebnis. Die wenigsten jedoch wissen, dass der Showtrompeter Absolvent der renommierten Hochschule für Musik „Franz Liszt“ ist und hier die Grundlage für die hohe Qualität seines Trompetenspiels gelegt wurde. Seine brillanten, welche mit einer ausgefallenen Lasershow für ein echtes Gänsehautgefühl sorgen, verfehlten auch im Gemeindehaus ihr Wirkung nicht.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Das i-Tüpfelchen jedoch setzten die Domstürmer dem Abend auf mit kölschen Klängen und einem „Highway to Hell-Ausreißer“ der auch den letzten Karnevalisten laut singend vom Stuhl riss. Für alle, die die Band bereits kennen und sich über die neue Zusammensetzung wunderten, Alexander Klaus (47) ist seit November vergangenen Jahres neuer Bassist der Domstürmer und zeigte direkt, warum sich die Kölner Band rund um Frontmann Micky Nauber aus zahlreichen interessanten Bewerbern für ihn entschieden hatte.
Dabei kennen sich die Musiker bereits seit einigen Jahren und schätzen sich sehr. „Das ist der Grundstein für ein vertrauensvolles und kreatives Miteinander. Darüber hinaus überzeugt Alex mit seiner Leidenschaft und unbändigen Freude an der Musik“, so Micky Nauber. Fast schon zu früh war der Abend und ein gelungener Start in die 5. Jahreszeit 2019 zu Ende, der ein buntes karnevalistisches Programm bot und Lust machte auf mehr närrische Zeit. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming