Benzinpreise: Wenn ein Hurrikan Viersen erreicht

Die aktuellen Benzin- und Dieselpreise zeigen weiterhin eine steigende Tendenz, viele Verbraucher sind verunsichert und der Preisanstieg macht sich nicht wenig in den Geldbeuteln bemerkbar. Selten haben Autofahrer nach einer Naturkatastrophe so sehr die Auswirkungen ebenfalls in der Region rund um Viersen gespürt.

Viersen – Die Gerüchte um die teuren Spritpreise ziehen bereits die Runden durch soziale Netzwerke und an Stammtischen, während die einen den Tankstellenbesitzern den „schwarzen Peter“ zuschieben wollen, andere dagegen von gezielten Analysen zum Tankverhalten sprechen. Dabei war bereits Anfang des Monats vorauszusehen, dass sich die Viersener auf einen intensiven Preisvergleich einstellen müssen.

Anfang September kam der Anstieg schleichend, irgendwann war er nicht mehr zu übersehen. „Diese enorme Preiserhöhung ist nicht nur auf die höheren Rohölpreise zu schieben“, so ein Viersener Tankstellenbesitzer. „Es muss auch der Vergleich zum US-Dollar und dem Euro-Kurs gezogen werden. Vor allen Dingen aber spüren wir hier in Viersen gerade wie sehr sich die Zerstörung unserer Natur und die daraus entstehenden Folgen auf unser Leben auswirken. Es macht mir sicherlich keinen Spaß die Preise aus Jux und Dollerei so hoch zu setzen und mich von Kunden beim Bezahlen als ‚Verbrecher‘ betiteln zu lassen.“

Tatsächlich sprechen die verschiedenen Quellen, darunter der ADAC oder Mineralölwirtschaftsverband (MWV) eine einheitliche Sprache, weisen auf die verheerenden Verwüstungen hin, die der Hurrikan „Harvey“ Ende August/Anfang September in den Bundesstaaten Texas und Louisiana angerichtet hatte und weshalb Raffinerien an der Golfküste der USA stillgelegt wurden. Wer bereits im letzten Winter die wirtschaftliche Entwicklung verfolgt hat, der wird zudem auf eine Einigung des Opec-Kartells stoßen, bei der vereinbart wurde erstmals seit 2008 die Fördermengen zu drosseln um der Ölschwemme des Marktes weltweit zu begegnen. Das neue Opec-Limit sollte bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen, 1,2 Millionen Barrel wurden weniger produziert.

Diese Vereinbarungen und Stilllegungen haben aktuell einen enormen Einfluss auf unsere Kraftstoffpreise, weshalb Verbraucher mehr denn je nicht nur vor dem Tanken die Preise vergleichen sollten um hierdurch den günstigsten Anbieter wählen zu können. Die gibt es nämlich trotz Hurrikan und Rohölpreisen, wie das auf dem Markt eben mit allen Produkten üblich ist und auch der richtige Zeitpunkt hilft dem Geldbeutel. Wer zum kommenden Wochenende hin also sparen möchte, der sollte den späten Nachmittag oder die Abendstunden zum Tanken in den Blick nehmen, an denen erfahrungsgemäß die Preise immer etwas niedriger sind.

Schon Anfang Februar 2017 sprach die Marktransparenzstelle Kraftstolle beim Bundesamt in seinem Jahresbericht von Preisschwankungen eines Tages innerhalb einer Stadt von bis zu 30 Cent. Wer günstig Tanken will, für den gibt es unter anderen den Spritpreismonitor, täglich aktuelle Infos bei clever-tanken.de oder beim ADAC. Mittlerweile haben sich auch Apps für Smartphone oder Tablet bewährt. (pl)

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