Berchtesgadener Land – Erster Lockdown seit dem Frühjahr

Die bayerische Regierung hat einen Lockdown im Berchtesgadener Land verhängt. Gastronomie und Schulen müssen schließen, betroffen sind rund 100.000 Einwohner nachdem der Inzidenzwert im Landkreis auf über 272 angestiegen ist. #corona
Von RS-Redakteur Walter Henning

Corona – Nachdem der Berchtesgadener Landkreis mittlerweile die bundesweit höchsten Infektionszahlen meldet, hat die bayerische Landesregierung den ersten Lockdown seit dem Frühjahr verhängt. Ab dem heutigen Dienstagmittag, 14:00 Uhr, darf die eigene Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden. Es gibt zudem eine massive Beschränkung des öffentlichen Lebens in der Kontaktaufnahme. Betroffen sind unter anderem Freizeit-, Sport und Kultureinrichtungen, Schulen und Kita-Einrichtungen (die Organisation von Notbetreuungsprogrammen für Schul- und Kita-Kinder laufen), Hotel-, Gaststätten- und Beherbergungsbetriebe, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Altenheime. Auch wird die Maskenpflicht an öffentlichen Orten und Verkehrswegen ausgeweitet. Erlaubt sind weiterhin die Wege zur Arbeit, auch das Einkaufen für den persönlichen oder medizinischen Bedarf. Offen haben auch der Einzelhandel und die Dienstleistungsbetriebe.

Landrat Bernhard Kern: „Im engen Austausch mit der Bayerischen Staatsregierung und der Regierung von Oberbayern haben wir uns mit den Beteiligten des Corona-Krisenstabs des Landkreises abgestimmt: Eine Ausweitung des diffusen Infektionsgeschehens im gesamten Landkreis muss dringend unterbunden werden. Dieses Geschehen ist nicht auf einzelne Schwerpunkte oder Orte im Landkreis zu reduzieren. Und: Ein weiterer Anstieg ist zu befürchten.“

So habe der Landrat am Montagnachmittag in Abstimmung mit den Bayerischen Ministerinnen Melanie Huml und Michaela Kaniber sowie Regierungspräsidentin Maria Els die weitere Vorgehensweise im Landkreis festgelegt und eine Anpassung der Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht, die zunächst 14 Tage Gültigkeit haben wird. In dieser angepassten Allgemeinverfügung ist vorgesehen, dass physische Kontakte auf das Minimum reduziert werden, nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz am Montagabend bereits bei 272,8 lag. Bereits am Mittag hatte der Landkreis den bisher bundesweiten Rekord von 252 erreicht.

Als Ausgangspunkt konnte eine Party eingegrenzt werden, denn der Landkreis ist mit einer Bevölkerungsdichte von 126 Menschen pro Quadratkilometer dünn besiedelt. Landrat Bernhard Kern richtete einen dringenden Appell an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger im Berchtesgadener Land und fordert die Einhaltung der gebotenen Corona-Verhaltensregeln von allen Bewohnern des Landkreises. (wh)