Berger: Einführung des Digital Euro kein Nebenjob, EZB muss alle Hebel in Bewegung setzen

Heute, am 14. Juli, hat die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, die nächste Projektphase für die Einführung eines digitalen Euros einzuleiten.

Wirtschaft – Der Europaabgeordnete Dr. Stefan Berger (CDU NRW) begrüßt die Ankündigung der EZB. „Es ist begrüßenswert, dass Eckpunkte wie die Privatsphäre der Verbraucher bei der Gestaltung des Digital Euro im Zentrum stehen. Kein Digital Euro ohne Datenschutz“, so Berger.

„Jedoch ist auch wichtig, dass wir die Geschäftsbanken bei dem Vorhaben nicht zurücklassen, denn Sie haben eine tragende Rolle in unserem Finanzsystem. Eine indirekte Lösung, bei der der Digital Euro über die Geschäftsbanken an die Kunden emittiert wird, erachte ich als richtigen Weg. Hier stellt sich allerdings die zentrale Frage der Handhabung von „Wallets“, digitale Brieftaschen, auf denen das Digitalgeld gespeichert werden könnte. Der digitale europäische Identitätsnachweis hätte hier eine Schlüsselfunktion und muss dringend ins Leben gerufen werden. Die EU-Kommission sollte sich der Thematik schnellstmöglich annehmen.

Im weiteren Schritt untersucht die EZB, wie ein digitaler Euro konkret aussehen könnte. Die Untersuchungsphase wird im Oktober 2021 beginnen und etwa zwei Jahre andauern. Anschließend wird sich eine etwa dreijährige Testphase erwartet. Berger weist darauf hin, dass Zentralbanken weltweit sich im Wettrennen um CBDC befinden und „die EZB ist gerade dabei, ihre Laufschuhe aus dem Schrank zu suchen“. Er fordert, die Einführung des Digital Euro solle für Europa keine Nebentätigkeit, sondern eine Priorität sein. Es ginge schließlich „um nichts Geringeres als Europas digitale Souveränität“. Ein Digital Euro würde verhindern, dass Europa von digitalen Zahlungsmitteln und -systemen abhängig wird, die in Staaten jenseits des Euroraums ausgegeben und kontrolliert werden. (opm/paz)

Foto: Dr. Stefan Berger, Mitglied des Europäischen Parlaments