Bernd Gothe mit Rheinlandtaler ausgezeichnet

Die Verleihung dieses Preises konnte aufgrund der Corona-Bestimmungen leider nur im kleinen Kreis im Kaisersaal des Hauses Erholung stattfinden, obwohl Bernd Gothe es verdient gehabt hätte, viele seiner Wegbegleiter treffen zu dürfen.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners als Hausherr des Hauses Erholung begrüßte zu dieser besonderen Feierstunde als erstes natürlich den Auszuzeichnenden Bernd Gothe sowie den stellvertretenden Vorsitzenden des LVR (Landschaftverband Rheinland), Bernd Krebs.

Für die auswärtigen Gäste stellte der OB die Stadt Mönchengladbach in vielen Einzelheiten vor.

OB Hans Wilhelm Reiners

Dann wechselte er zum Preisträger. Hier im Rheinland ist Karneval ein besonderes Gefühl und ausschlaggebend für die Region und Gothe ist dieser Fels in der Brandung. Weiter zählte er die Auszeichnungen auf, die Gothe im Karneval erhielt.

Dann wechselte Reiners zum Schloss Rheydt. Dieses wäre beinahe zu Ende gewesen, wenn man 1988 nicht den Verein „Rettet Schloss Rheydt“ gegründet hätte und dessen 2. Vorsitzender Bernd Gothe war. In 10 Jahren kamen 1,7 MIO-DM zusammen und das Schloss konnte gerettet werden.

Beruflich ist Gothe Unternehmer und er sucht immer wieder die lebendige Gemeinschaft, die auch sein Leben prägt.

Bevor Bernd Krebs vom LVR zu seiner Laudatio kam, begrüßte er alle namhaften Persönlichkeiten im Saal und fügte hinzu, dass die Stadt sich glücklich schätzen könne, wenn sich ein Bürger für die Belange der Stadt so einsetze.

Seine Laudatio begann mit den Worten, dass es stets ein besonderes Anliegen sei, Persönlichkeiten für ihr bürgerschaftliches und gemeinnütziges Engagement in der Region zu würdigen und mit dem Rheinlandtaler auszuzeichnen.

Bernd Krebs, LVR

Mit Gothe wurde eine leidenschaftlich engagierte Persönlichkeit geehrt, die ihre besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse immer wieder dazu einsetzt, um Menschen zusammen zu bringen und das Allgemeinwohl in den Mittelpunkt zu stellen.

Seit mehr als 50 Jahren steht Gothe an der Spitze eines agierenden Stahlunternehmens, welches er von seinem Vater übernommen hat. Sein Vater stellte ihn damals vor die Alternative, sich weiter politisch zu betätigen oder aber die Leitung des Familienunternehmens zu übernehmen. Er entschied sich für die Familie und die Firma.

Weiter ging Krebs auf die Initiative Gothes bezüglich Schloss Rheydt ein. Das Schloss war so marode, dass man daran dachte, es aufzugeben. Aber unter der Führung des damaligen Oberbürgermeisters Heinz Feldhege und Gothe wurde dann 1988 der Verein „Rettet Schloss Rheydt“ gegründet, dessen 2. Vorsitzender Gothe war.

Die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung und der außergewöhnliche Einsatz des Vereins überzeugten schließlich das Land NRW, sich mit Zuschüssen wesentlich an den Sanierungskosten zu beteiligen. Auch die Stadt Mönchengladbach legte einen beträchtlichen Eigenanteil hinzu.

Bernd Gothe

Mit der Wiedereröffnung von Schloss Rheydt am 30. Juli 1994 präsentierten sich Schloss und Museum nach 6-jähriger Bauzeit frisch restauriert und saniert.

Die Rettung des Schlosses war durch das Engagement und die Tatkraft von Gothe geglückt und bis zur Auflösung des Vereins im Jahr 1997 sammelte er Spenden in Höhe von 1,7 MIO-DM.

Auch das Heimatgefühl lebt Gothe in besonderem Maße als engagierter und aktiver Unterstützer des rheinischen Karnevals aus. Dabei ist es ihm wichtig auf die vielfältigen Aspekte aufmerksam zu machen. Es ist nicht nur jahrhundertelanges Brauchtum, Karneval ist auch eine feierliche Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben und Zusammenhalt zu schaffen.

Dabei kam Gothe erst relativ spät zum Karneval. Bis zum Jahr 1985 als Prinz der Stadt war er zwar Mitglied einer Karnevalsgesellschaft, ohne jedoch weitere Funktionen auszuüben.

Mitte der 1980-er Jahre wurde Gothe dann zum Vorsitzenden des Mönchengladbach Karnevalsverbandes gewählt und blieb dieses bis zum Jahr 2018.

Der ausgezeichnete Bernd Gothe

In dieser Zeit hat er eine Fülle von Ideen für den Bestand und die Weiterentwicklung des Karnevals angestoßen und umgesetzt. Ganz besonders hervorzuheben ist, dass Gothe in Kooperation mit dem LVR seit 2016 eine Blindenreportage während des Veilchendienstagszuges initiiert.

Für Gothe ist es ein Herzensanliegen, dass sich von den Veranstaltungen rund um den Karneval möglichst viele Menschen angesprochen fühlen, dass ein Programm attraktiv ist für die Jungen genauso wie die nicht mehr ganz so Jungen. Weiter macht Gothe mit großer Leidenschaft und Herzenswäre deutlich, dass durch Weltoffenheit, Frohsinn und friedliche Gemeinschaft Barrieren zwischen Menschen und Kulturen überwunden werden können.

Auch wenn Gothe vor zwei Jahren den Staffelstab als Boss des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes an seinen Nachfolger Gert Kartheuser abgegeben hat, so bleibt sein Engagement für die Menschen in der Stadt nachhaltig in Erinnerung.

Wie umfassend Gothes Einsatz für seine Heimatstadt ist, zeigt zudem die Stiftung verschiedener Objekte. Zum 111-jährigen Bestehen der KG Ruet-Wiss Okerke stiftete er eine Edelstahlsäule, die vor dem Rathaus Odenkirchen aufgestellt ist. Als Dank dafür wurde er, der zugleich Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Stadtplakette Mönchengladbach ist, sogar zum „Burggraf von Odenkirchen“ ernannt.

Dann zitierte Krebs einen der Wahlsprüche von Gothe und zwar „Nach meiner Überzeugung hat nur der wirklich gelebt, der in seinem Leben namhafte Taten vollbracht hat“. Diesen Wahlspruch hat der ehemalige Schlossherr Otto von Bylandt an der reich gestalteten Fassade zum Innenhof von Schloss Rheydt anbringen lassen.

Dann wurde Gothe durch Krebs der Rheinlandtaler als Ausdruck des Dankes für das langjährige ehrenamtliche Engagement und für seine Verdienste um die rheinische Kultur überreicht sowie die dazu gehörige Urkunde vorgelesen.

Bernd Gothe, ein Mann der „kurzen“ Reden, bedankte sich für die Worte und führte weiter aus, er habe viel dazu gelernt, was er bisher nicht wusste.

Er hat mit vielen Freunden gemeinsam für die Stadt gearbeitet und er kann mit Genugtuung sagen, dass er das Herz immer auf dem rechten Fleck hat.

Bernd Gothe mit seiner Gaby

Auch Schloss Rheydt gehört zu seinen Arbeiten, aber ganz entscheidend hat Hermann Jansen die Türen geöffnet. Bei diesem spielte der Nachname keine Rolle, jeder sprach ihn nur mit Hermann an.

Heute kann Gothe nur sagen, dass es sich gelohnt hat, was damals für Schloss Rheydt gemacht wurde. Auch der moderne Aufzug gehört dazu. Für Gothe ist es auch belebend, den Menschen etwas zu schenken.

Weiter führte Gothe aus, dass er erst als Prinz Gladbacher geworden sei, denn er war ein Ur-Rheydter und mittlerweile sind wir eine Stadt.

Früher gab es diverse Aufführungen am Schloss Rheydt auf dem Wasser, heute haben wir Strandkörbe im Hockey-Park und nicht an der See. Und die Künstler, die dort auftreten, kommen gerne nach Mönchengladbach wegen des tollen Publikums.

MKV-Ehrenvorsitzender mit dem amtierenden Prinzen-Paar und MKV Vorsitzender

Gothe ist für alles offen, ob Fußball, Tennis oder Hockey, aber das Letztere liegt ihm heute noch besonders am Herzen.

Weiter ging sein Dank an seine Tochter Beate, die mit ihm gemeinsam in der Lage ist, ein solches Unternehmen zu führen. Er möchte Arbeitsplätze geben und dass sie auch angenommen werden. Für ihn war es damals auch richtig, das Familienunternehmen weiter zu führen und auf die Politik zu verzichten.

Einen kleinen Einblick in sein Karnevalsengagement gab er auch noch. Als er einmal bei der Großen Rheydter Prinzengarde auf der Bühne stand, sollte er einen Orden verleihen. Er bat eine Frau aus dem Publikum nach oben und überreichte ihr diesen. Sein Wahlspruch lautet auch, man soll auf die Menschen zugehen und man muss zusammen halten.

Zum Schluss dankte er allen, die mit ihm gemeinsam diesen Weg gegangen waren.