Besetzung der Beigeordnetenstelle – Bürgermeisterin unterliegt bei Abstimmung

Für die Öffentlichkeit überraschend, war die 42-jährige Beigeordnete Cigdem Bern in der vergangenen Woche nach gerade einmal eineinhalb Jahren Dienst bei der Stadt Viersen in Krefeld zur neuen Beigeordneten gewählt worden. Die neue Ausschreibung wollte die Viersener SPD-Bürgermeisterin noch vor der Kommunalwahl anstoßen. Die Vorlage fand keine Mehrheit im Ausschuss.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Eine teils hitzige Diskussion entbrannte im Haupt- und Finanzausschuss um den neu hinzugefügten Tagesordnungspunkt der nun vakanten Beigeordnetenstelle. In seiner Sitzung vom 20. August hatte der Krefelder Stadtrat Cigdem Bern einstimmig die gebürtige Türkin gewählt, die zukünftig den Geschäftsbereich III – Innere Verwaltung, Bürgerservice und Feuerwehr – verantworten wird. Bern war erst im Februar 2019 nach Viersen gewechselt, war zuvor als Erste Beigeordnete in Bad Honnef tätig. In Viersen für das Dezernat für Bildung, Kultur, Sport, Kinder, Jugend, Familie, Soziales und Wohnen zuständig, ist nun davon auszugehen, dass sie innerhalb der nächsten sechs Monate nach Krefeld wechseln wird.

Gerne hätte die Viersener Bürgermeisterin die Stelle so bald wie möglich neu ausgeschrieben, wenn auch nur wenige Wochen vor der Kommunalwahl und einer eventuellen Neubesetzung in Viersen. Die Verwaltungsvorlage jedoch stieß im Haupt- und Finanzausschuss nicht auf eine breite Gegenliebe und wurde mit den Stimmen der CDU, FDP und Grünen abgelehnt, die sich einig waren den neuen Stadtrat nicht mit den Entscheidungen der aktuellen Besetzung belasten zu wollen. Rund 45 Minuten dauerte die Diskussion, bei der ebenfalls der Kompromissvorschlag der Bürgermeisterin, die Entscheidung in die Ratssitzung zu bringen, kein Fundament fand. Bei der Abstimmung der ursprünglichen Verwaltungsvorlage stimmte die Mehrheit gegen den Wunsch der SPD-Bürgermeisterin und unterstrich, dass man dem neuen Stadtrat die Möglichkeit einer eigenen Wahl überlassen möchte, mit wem die politischen Vertreter in den kommenden Jahren zukunftsweisende Entscheidungen für Viersen treffen möchten. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel