Besserer Schutz von Unfallopfern und „Downblousing“ – Fotografierende Gaffer werden härter bestraft

Wer Fotos oder Videos von Todesopfern bei Unfällen macht oder verbreitet, soll künftig bestraft werden. Auch das unbefugte Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt wird unter Strafe gestellt. Mit der Anpassung des Strafgesetzbuches reagiert die Bundesregierung und verbessert den Persönlichkeitsschutz bei Bildaufnahmen. 

Deutschland – Dank integrierter Handy-Kamera kann jeder Smartphone-Nutzer ganz einfach Fotos machen – hochauflösend, unauffällig und jederzeit. Die Folge: Immer häufiger werden die Rechte der fotografierten Personen nicht beachtet. Ein entsprechendes Gesetz zur Eindämmung wurde nun vom Bundestag beschlossen. Das Strafgesetzbuch wird angepasst.

Mit der Anpassung des Strafgesetzbuches werden Schaulustige in den Blick genommen, die bei Unfällen oder Unglücksfällen Fotos oder Videos von den Unfallopfern machen und verbreiten. Bisher waren lediglich lebende Personen vor solchen Aufnahmen geschützt. Zukünftig soll es auch strafbar sein, wenn Gaffer Fotos und Videos verstorbener Personen machen und beispielsweise über soziale Netzwerke verbreiten.

Darüber hinaus geht die Bundesregierung gegen die Verletzung der Intimsphäre durch das sogenannte „Upskirting“ oder „Downblousing“ vor. Dabei geht es um unbefugte und meistens heimliche Bildaufnahmen, die den Blick unter das Kleid oder in den Ausschnitt einer anderen Person zeigen. Oft entstehen solche Fotos oder Videos im öffentlichen Raum, beispielsweise auf einer Rolltreppe, und werden anschließend in Chatgruppen geteilt oder sogar verkauft. Bislang sind solche Aufnahmen lediglich verboten, wenn diese in einer Wohnung oder etwa einer Umkleidekabine gemacht werden.

Ebenfalls ist das Herstellen solcher Aufnahmen strafbar. Auch das Nutzen und Verbreiten solcher Bildaufnahmen gegenüber Dritten, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken, wird sanktioniert. Dazu wird das Strafgesetzbuch um den Schutz vor bloßstellenden Aufnahmen verstorbener Personen sowie vor unbefugten Aufnahmen, die die Intimsphäre der fotografierten Person betreffen, ergänzt. Wer gegen das Gesetz verstößt, dem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren, mindestens jedoch eine Geldstrafe.

Quelle: Bundesregierung.de

„Nur“ eine Puppe – Unfallopfer werden nun besser geschützt. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ein Kommentar

  1. Zunächst einmal ist zu sagen, diese Entscheidung ist richtig und gut. Einen bitteren Beigeschmack hat dies für mich jedoch, wenn ich betrachte, wie schnell hier über härte Strafen etc. entschieden wurde.
    Über eine Verschärfung des Strafrechts bezüglich diverser „Vergehen und Delikte“ gegen Kinder wird seit jahrzehnten diskutiert und erst jetzt zeichnet sich eine Änderung ab.
    Irgendwann wird dann hoffentlich auch mal über eine allgemeine Strafrechtsreform diskutiert, damit Straftaten gegen Leib, Leben und auch psychische Unversehrtheit eine abgemessene Würdigung finden.

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