„Betrachtet die Blumen eines Gartens“: Ökumenische Andacht in der Viersener Moschee

Unser gesellschaftlicher Frieden scheint mehr denn je gefährdet. Wir erleben einen Anstieg von Extremismus und Radikalismus in vielen Bereichen. Umso wichtiger ist es, sich auf die konkreten Ebenen des menschlichen Miteinanders zu konzentrieren. Zum Tag des Flüchtlings kamen Interessierte in der Viersener Moschee zur ökumenischen Andacht zusammen, um gemeinsam zu beten und um die Wurzeln einer guten Nachbarschaft zu stärken.

Viersen – Bereits zum vierten Mal luden die Integrationsagentur der Diakonie, das Südstadtbüro und weitere Partner zu einer ökumenischen Andacht während der interkulturellen Woche und zudem am Tag des Flüchtlings ein, die in diesem Jahr in der Viersener Moschee angeboten wurde. In der gut einstündigen Veranstaltung wechselten sich die Gebete und Religionen ab, verflossen ineinander, stärkten ihre Verbundenheit, besannen sich nicht nur auf den gemeinsamen Stammvater Abraham. Zu den  abrahamitischen Religionen gesellte sich die Sikh-Religion, eine im 15. Jahrhundert n. Chr. entstandene monotheistische Religion, die auf den Wanderprediger Guru Nanak zurückgeht und das Bahaitum, eine weltweit verbreitete Religion mit rund acht Millionen Anhängern, die sich auf die Lehren des Religionsstifters Bahāʾullāh (1817–1892) berufen und nach ihm als Bahai[bezeichnet werden. 

Für die kath. Gemeinde St. Remigius sprach die Gemeindereferentin Claudia Meuser, der Imam der Viersener DITIP Moschee an der Süchtelner Straße zitierte Suren aus dem Koran. Für die Bahai war Georg Meyers zu Gast, der aus den Schriften von Abdul-Bahá rezitierte, die die Einheit der Menschheit in ihrer Mannigfaltigkeit enthielten, die orthodoxe Kirche vertrat Angeliki Asimakopoulou und für die Sikh sprach Patricia Jessen, bevor die Teilnehmer bei einem gemeinsamen Miteinander bei Tee und Gebäck den Abend ausklingen ließen.

»Betrachtet die Blumen eines Gartens.

Obwohl sie nach Art, Farbe, Form und Gestalt verschieden sind, werden sie doch vom Wasser einer Quelle erfrischt, vom selben Windhauch belebt, von den Strahlen einer Sonne gestärkt. So erhöht die Vielfalt ihren Reiz und steigert ihre Schönheit. Wenn die vereinende Kraft, der durchdringende Einfluss von Gottes Wort dergestalt wirkt, verschönern die unterschiedlichen Gebräuche, Verhaltensweisen, Ideen, Ansichten und Veranlagungen die Menschenwelt. Diese Vielfalt, dieser Unterschied entspricht der naturgeschaffenen Ungleichheit und Vielfalt der Glieder und Organe des Menschenleibs; denn jedes trägt zur Schönheit, Wirksamkeit und Vollkommenheit des Ganzen bei …« (Abdul-Bahá – Briefe und Botschaften 225/24)