Beziehung: Tipps für das Zusammenleben unter einem Dach 

Prognostisch sinkt die Anzahl der Einwohner des Kreises Viersen in den kommenden Jahren. Das bedeutet jedoch nicht, dass es auf dem Immobilienmarkt keine Bewegung gibt. Jedes Jahr ziehen in Viersen, Nettetal, Brüggen und anderen Gemeinden innerhalb des Landkreises Paare zum ersten Mal zusammen. Das kann Spannungen mit sich bringen und Konfliktpotenzial bergen. Wie es dennoch mit der Harmonie unter einem Dach klappt, zeigt dieser Artikel.

Service – Eigene Freiräume schaffen und bewahren
Ganz egal, in welcher Stadt innerhalb des Landkreises ein Paar zum ersten Mal gemeinsam wohnen wird, handelt es sich oft nicht um besonders großzügige Wohnungen. Zwei oder auch drei Zimmer reichen Pärchen für gewöhnlich aus, um sich zusammen niederzulassen. Im Vergleich zur vorherigen, voneinander getrennten Wohnsituation rücken beide Partner deutlich zusammen. Dies mag sich in den ersten Monaten goldrichtig anfühlen, kann jedoch langfristig einengend wirken.

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Daher ist es wichtig, dass sich Partner innerhalb der eigenen vier Wände jeweils Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Zusammen zu leben, bedeutet schließlich nicht, alles gemeinsam machen und jede Minute des Tages in Anwesenheit des anderen verbringen zu müssen. Vor allem im Streit kann es sehr sinnvoll sein, wenn sich Partner eine Weile lang aus dem Wege gehen und sich beruhigen können.

Das Verfolgen eigener Interessen sollte auch unabhängig von der derzeitigen Gemütslage besondere Priorität genießen. Verbringt der eine beispielsweise gerade seine Zeit mit und Games oder Serien schauen, muss das Gegenüber nicht zwangsweise mitspielen. Obwohl gerade das Streamen von Filmen und Serien oder auch das Zocken von Videospielen häufig gemeinsame Erlebnisse sein können. Besonders spannende und herausfordernde Online Beschäftigungen, wie die Angebote in Online Spielbanken oder auch knifflige Strategiespiele können zu zweit Freude bereiten. Geteilte Siege und Niederlagen stärken das Gemeinschaftsgefühl.

Doch manchmal braucht jeder ein wenig Zeit für sich. Und nicht alle Paare teilen ihre Hobbies und Vorlieben. Zu Aktivitäten, die Partner unabhängig voneinander nachgehen können, gehören dann zum Beispiel

  • Lesen
  • Fernsehen
  • Sport
  • Malen oder Zeichnen
  • Backen
  • und Musizieren.

Wer Schwierigkeiten hat, die räumliche Trennung zu realisieren, kann über verschiedene Einrichtungs-Kniffe nachdenken. In den Bau- und Möbelmärkten rund um Viersen finden sich beispielsweise stilvolle Raumteiler, mit denen Schreibtische abgetrennt oder Räume hälftig unterteilt werden können. Auch Schienensysteme mit Vorhängen eignen sich für diesen Zweck gut und ermöglichen ein Öffnen des Raums bei Bedarf.

Klare Regeln schützen vor Streit
Etwas mehr als 1.770 Paare gaben sich im Landkreis Viersen 2018 das Ja-Wort. Sie alle dürften bereits wissen, wie wichtig sinnvolle Regeln und Absprachen für das Gelingen einer Beziehung sind. Wer gerade erst zusammenzieht, denkt oft nicht darüber nach, dass nach einigen Monaten oder spätestens Jahren der Alltag einkehrt.

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Mit ihm kommen dann häufig all die lästigen Gewohnheiten, außergewöhnlichen Bedürfnisse und Schrulligkeiten der Partner wie unter einer Lupe zum Vorschein. Sich schon ganz zu Beginn auf bestimmte Dinge zu einigen, ist deshalb klug. So vermeiden Paare, später heftige Konflikte austragen zu müssen. Unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse können dazu dienen, einen kleinen Regelkatalog aufzustellen, an den sich beide Partner halten. Inhalt dieses Regelwerks können beispielsweise bestimmte Rahmenbedingungen rund um

  • die Reinigung der Wohnung
  • Besuch
  • die sonstige Aufgabenverteilung
  • und Ordnung im Allgemeinen

sein.

Da der Kreis Viersen in seinem Kreismonitoring eine Zunahme der Ein-bis-zwei-Personen-Haushalte prognostiziert und dieser Trend vor allem auch von der immer älteren Bevölkerung in den Gemeinden vorangetrieben wird, ist die Idee eines Regelwerks auch für alternative Wohnformen empfehlenswert. Beispielsweise dürfte mit steigenden Mieten und Wohnraumknappheit in manchen Stadtteilen auch das Interesse an Mehrgenerationen- oder Senioren-WGs steigen. Auch hier können Vereinbarungen vor der Gründung der Gemeinschaft vor Konflikten schützen.

Rechtzeitig über den Umgang mit gemeinsamen Kosten sprechen
Beim Wohnen entstehen Kosten. Nicht nur für die Miete, sondern auch für Strom, Heizung, Müllabfuhr und Co. müssen Bewohner zahlen. Wie der Mietspiegel der Stadt Viersen verrät, hängt die durchschnittliche Kaltmiete unter anderem vom Baujahr einer Immobilie ab. Für eine 2010 errichtete Wohnung liegt der Mietmittelwert derzeit bei rund 8,35 € je Quadratmeter. Je nach Ausstattung, Lage und Zustand der Immobilie kann dieser Wert etwas höher oder auch niedriger ausfallen.

Vor allem für junge Paare ist bereits die Kaltmiete nicht selten eine Summe, deren Bewältigung nicht nebenbei möglich ist. Aber auch in Beziehungen, in denen beide arbeiten und ein Vollzeitgehalt beziehen, ist es wichtig, über die Kosten und deren Aufteilung zu sprechen. Auch weitere gemeinsame Ausgaben für

  • Nahrungsmittel
  • Nebenkosten
  • Streamingdienst-Abos

und vieles mehr sollten zusammengefasst und dann sinnvoll geteilt werden. Wer es gerne einfach haben möchte, teilt die Ausgaben kurzerhand durch zwei. Ist das kein fairer Ansatz, etwa weil einer der Partner deutlich mehr verdient, können die gemeinsamen Kosten auch an das prozentuale Verhältnis der jeweiligen Gehälter angepasst geteilt werden.

Sollten Haustiere mit einziehen, muss auch hier unbedingt über Kosten gesprochen werden. Nicht nur Futter und Impfungen kosten Geld, sondern es kann auch bei Tieren zu medizinischen Notfällen kommen, bei denen eine umfangreiche Versorgung nötig ist. Diese ist häufig teuer, was bei ungeklärten Verhältnissen Streit begünstigen kann.

Sozialkontakte nicht vernachlässigen, sondern weiter pflegen
Es kann vorkommen, dass sich Paare nach dem Zusammenziehen in ihre kleine private Blase zurückziehen. Spontane Treffen mit Freunden werden dann immer seltener. Das wiederum kann Freundschaften belasten und den Fokus zu stark auf die Partnerschaft legen. Wie schon eingangs angesprochen, ist es nur von Vorteil, wenn Partner jeweils eigenen Interessen und Aktivitäten nachgehen.

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Kontakte und Hobbys außerhalb der Wohnung, etwa das Engagement bei Umweltschutz-Initiativen, die Teilnahme an Volkshochschulkursen oder auch Treffen mit guten Freunden sollten folglich unbedingt zum Alltag nach dem Zusammenziehen gehören.

„Außerhalb der Wohnung“ ist deshalb so bedeutsam, weil auch zu häufiger Besuch dem Partner eventuell nicht angenehm ist und Kompromisse gefunden werden müssen. Glücklicherweise bietet der Landkreis genügend Orte, an denen sich Treffen mit Freunden vor allem während der warmen Jahreszeit genießen lassen. Vom Niederrheinischen Freilichtmuseum bis zum Park rund um das Schloss Neersen finden sich hier Ausflugsziele, bei denen sich auch mehrfache Besuche lohnen. (opm/paz)