BHDS: Wolfgang Genenger einstimmig wiedergewählt

Bei der diesjährigen Versammlung für knapp 1.300 Mitgliedsbruderschaften und damit für seine rund 400.000-köpfige Schützenfamilie wählte der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften einstimmig Wolfgang Genenger erneut zum stellvertretenden Bundesschützenmeister.

Viersen/Brauchtum – Im Vorfeld hatte sich der Bundesvorstand nach Rücksprachen mit dem örtlichen Gesundheitsamt doch kurzfristig zur Durchführung der Versammlung entschlossen und den Teilnehmern die offiziellen Hygiene-Empfehlungen zum Schutz gegen eine mögliche Corona-Infektion mit auf den Weg gegeben.
In seinem Rechenschaftsbericht verurteilte Bundesschützenmeister Emil Vogt nochmals die Vereinnahmungsversuche der AfD-Bundespartei. Vogt kritisierte, dass diese rechte Partei Ende 2019 in der Debatte um das neue Waffenrecht den christlichen Schützenbund und seine Bruderschaften zielgerichtet angeschrieben hatte.

Der BHDS-Bundesvorstand (v.l.) mit dem Bundesschatzmeister Peter-Olaf Hoffmann (Dormagen), dem stellv. Bundesschützenmeister Walter Finke (Borchen), dem Hochmeister Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm (Rhede), dem Bundesschützenmeister Emil Vogt (Leverkusen) und dem stellv. Bundesschützen-meister Wolfgang Genenger (Viersen) wurde von den Delegierten einstimmig wiedergewählt – Foto: BHDS/Tobias Herbst

Vorstand BHDSEmil Vogt stellte klar: „Gerade in der heutigen Zeit, in der rechte Populisten unter dem Deckmantel der Heimatverbundenheit Grenzen abschotten wollen und Fremdenhass schüren, zeigen wir, dass unser Heimatbegriff auf Miteinander setzt und nicht auf Ausgrenzung. Vogt betonte: „Respekt, Ehrlichkeit und Toleranz gehen fest einher mit unserem Leitgedanken „Für Glaube, Sitte, Heimat“. Wir sind heimatverbunden – weltoffen – zukunftsorientiert.
Weiterhin kritisierte Vogt, dass dem BHDS in den letzten Wochen Personen aus Bundesländern, in denen es keine BHDS-Bruderschaften gibt, hohe Geldspenden angeboten wurden. Der BHDS hat die Annahme verweigert, weil nach eigener Recherche hier offensichtlich über AfD-Kanäle ein für den BHDS kompromittierender Sachverhalt konstruiert werden sollte.

Vogt betonte: „Dies kann auch auf allen Ebenen des BHDS eintreten. Daher bitte ich bei unbekannten Spendern um erhöhte Wachsamkeit!“ Offensichtlich verfolgt die AfD mit derlei Aktionen ihr Strategiepapier, um bis 2025 den Status einer Volkspartei zu erlangen. Ziel ist es dabei, gerade Schützen- und andere Brauchtumsvereine zu unterwandern, um sich damit ein volkstümliches Mäntelchen umzulegen.
Spontaner Applaus der knapp 500 Delegierten begleiteten die Ausführungen von Emil Vogt, und dieser verstärkte sich nochmals, als Bundesjungschützenmeister Stephan Steinert einerseits unterstrich, dass die BHDS-Nachwuchsorganisation „Bund der Sebastianus-Schützenjugend“ (BdSJ) ihre seit 2017 bestehende Aktion „SCHÜTZEN GEGEN RECHTS“ im Frühjahr 2020 erneut vorantreibt und andererseits den Beschlussantrag vorbereitet, dass kein Mitglied der AfD oder deren Unterorganisationen Mitglied im BdSJ werden kann. (opm BHDS)